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Das Abendland · 1865-12-07 · 24 (7.12.1865) · p. Seite 199

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
24 (7.12.1865)
Date
1865-12-07
Page
Seite 199 (sequence 5)
Language
German
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199 der Zeit auf Israel; auch die Synagoge seufzte unter dir sein Druck, auch sie nunjtc sich dem Tageslicht entziehen; unter solchen Verhältnissen konnte der C'ottccöicnft nicht gebührend gepflegt werden; heute aber leben wir in einer freifreu, besseren Zeit, und sündhaft, schlechterdings unvcrzcilich wäre es, wenn der Jude die Pflege der Gokkeslehrc gegenwärtig vernachlässigen wurde. K.nncn aber auch bezüglich dieser beiden genannten Momente Meinungsvcrschicdcnhc>.en im Iudcnrhume herrschen, so sei doch Alles darin einig, und selbst von gegnerischer Seite werde zugestandcn, daß die Nächstenliebe ein EharakleOslikum der jlidischcn Ncligion sei; die jüdische 9kcligion ist die Religion der Viebe, ihr verdankt der Jude das eng sich aneinander schließende Band zwischen Eltern und Kindern, ihr kömmt eö zu gute, daß unter den Inden beinahe ob e Ausnahmen treue und besorgte "Männer, und zartfühlende, in ihr r Liebe niemals erkaltende Frauen zu finden sind. Aus lliigarn verlautet, daß bei manchen Devntirtcn die Absicht vorwalte, daS Gesetz über die Emancipation der In den im Zusammenhänge mit einem Gesetze über die Eivilche zwischen Juden und Christen vor den Landtag zu bringen, und das Schicksal deseinen Gesetzentwurfs von dem des andern abhängig zu machen. Tie „Reue freie Presse" eifert gegen diese ungehörige Verbindung, und sicht darin bloß eine Falle, um die Hoffnung der ungarischen Juden, auf bürgerliche Gleichstellung wieder in die ungewisse Zukunft zu verschieben. Diakovar (.Kroatien). Die hiesige Gemeinde hatte aus Anlaß des Ramcnsfestes Ihrer Majestät der Kaiserin einen telegraphischen Huldigungsgrnß folgenden Inhalts abgeschickt: „Majestät Kaiserin Elisabeth! Aus den so eben inbrünstig gebeteten Psalmen anläßlich Allerhöchsten Ramcnsfestes übersendet Kapitel 45 allcruntenhänigste israelitische Gemeinde Diakovar".— Unsäglich war die Freude, welche Tags darauf hier' herrschte, als ein um 10 Uhr Vormittags in der Burg anfgegebenes Telegramm hier cintraf, das folgendermaßen lautete: Obersrhofmcisier Ihrer Majestät Graf Königsegg. An die Israeliten - Gemeinde in Diakovar. Im Allerhöchsten Aufträge Ihrer Majestät der Kaiserin gebe ich den Dunk allerhöchst derselben für die gestrige tclcgrqphischc Mitrhcilung bekannt. Leobjchiilr (Preußen). Hier wurde kürzlich eine neue im maurischen Style erbaute Synagoge eingcwciht, zu welcher die Stadtgcm.indc in höchst freigebiger Weise das Bauholz unentgeltlich lieferte. Frankfurt aui Main. Hier soll ein Denkmal für Ludwig Börne errichtet werden, und hat sich zu diesem Zwecke bereits ein Eomile gebildet. Warschau zählt bei einer Bevölkerung von 140000 Einwohner ol.HO Israeliten, darunter 25520 männlichen, und 25>.»ö, weiblichen Geschle'ils; außeidem nehmen 24000 Israeliten einen zcitweisen Aufenthalt in der polnischen Hauptstadt. Das ganze Königreich Polen zählt 700.000 Juden. CDfl’lii. Am L'_\ Oktober wurde ein jüdisches Svital er ö ff net, und wnrdcv die dortigen Behörden zur Erös.'nnngsfcier cingelade i. v'■ ,i seiner Einwcihu-gsrrdc sprach sich der Rabbiner dagegen aus, daß man Russen zu einer deutschen Predigt einlade. Loudvit. Während des Zuges bei Gelegenheit des Amtsantritt s des Lord Mayor Philipps und den mit dieser Feierlichkeit in Verbindung stehenden Eeremonien ertvühntc Riemaud die Religion des Lord Mayors, als gerade er selbst. Bei seiner Beeidigung änderte er die gewöhnliche Form, um sic unserer, heiligen Religion anzupasscn. Bei dem von ihm gegebenst Din.r waren eine Anzahl einflußreicher Rcligionsgcnosse» zugegen. Wir erwähnen nur den ehrwürdigen Sir Moses Momefiore, der seine Unisorm als Lord-Lientenant trug und neben de Tafel der Minister, also an der Gesandtnil, fel saß sI. (5hron.) tLöUlhaiuptoil. Wie in London und Bristol wurde auch hier einer unserer R.ligionsgcnossen Herr Aldermann Einanuel zum Lord-Mayeernannt. (I. Ehron.) Ametika. Der t^roßmeister der „lleiiei I5erithu in den vereinigten Staaten erließ an die 00 Logen dieses Ordens einen Aufruf zur Ilntersinbung unserer bedrängten Glaubensgenossen in Palästina. Seinerseits wurde der Großmeister durch das amerikanische „Board of Belegates" zu dieser Aufforderung veranlaßt, i i welcher er von jeder Loge 50 Dollars verlangt; das Geld soll an Sir Moi'es Montefiore übermittelt werden. (I. Ehr.) Neu-Hork. Hier wurde ein neues Lcichenhans für Reinigung und Waschung der Leichen vor deren Beerdigung mit vieler Feielliclikeit cingcweihl. Unter dem "Rainen er: hat sich ein wohlkliäiigcr Frauenvercin konslituirt. — In Eincinati schreitet der Bau einer neuen Svnagogc für die Gemeinde Ahabak All im rasch vorwärts. Die dortige -Gemeinde Hone llescilurun dasclbi'r laßt sin ihren Tempel eine Orgel bauen, deren Kosten sich auf 9000 Dollars belaufen wird. Ein neues Spital, welches eine Zierde der Stadl zu werden verspricht, sieht scmee baldigen^Vellendung entgegen. (Hebrctv Leader). öuchlcha . p ",b -2T Sn:r r\- tycte r:n er." rverta icc 9. Milchamoth Haschern. Die Kämpfe Gottes. Religionsphilososische und kosmische Fragen in 6 Büch ru übgebandelt von Lewi den Gerson. Reue durchgchends berichtigte Ausgabe. Leipzig 1800. Die vorliegende Ausgabe des bekannten Werkes von dem unter dcni Rainen Ralbag (:*;v.) berühmten jüdischen Philosophen, ist die zweite Gedruckte, die erste erschien Riva di Trento 1500. Rach einem Epigraph am Ende des Buches wurde cs am 7. Schcwat 5089 p329) vollendet. Ein Theil desselben wurde schon 12 Jahre früher cbgesaßt. Der Verfasser fand es jedoch nicht klar und vollständig genug, und unterzog cs einer gänzlichen Umarbeitung, daher ist cs erklärlich, daß dieses Werk in andern vor 1029 geschriebenen Werken des Verfassers cikirt wird. Der Inhalt des BucheS ist aus obigen deutschen Titel ersichtlich: ein näheres Eingehen liegt nicht im Zwecke unserer Anzeige. Wir bemerken bloß daß Levi bcn Gerson in seinen Untersuchungen viel weiter ging als alle jüd. Religionsphilosovlien vor ihm, und daß er den heiklen Stoff mit einem kühnen FrcimulH behandelte, der ihm selbst unter solchen Gelehrten Gegner zuzog. die sonst der philosophischen Forschung auf dem Gcbiethc des Iudcnthums nicht abhold waren, und cs wurde die witzige Bemerkung gemacht, daß der Titel des BucheS nicht „Kämpfe Gottes" sondern „stampfe mit Gott" (.rerpo er." c>) lauten sollte. Indessen wurde das Buch nach fei* nein bedeutenden Werthe gewürdigt und fand auch die verdiente Anerkennung. Den Freunden der jüd. rcligionsphilosophischen Literatur wird gewiß diese Ausgabe höchst willkommen sein. Der Herausgeber ist nicht genannt, und hat er sich auch nicht, wie cs sonst üblich ist, durch eine Vorrede oder durch ein Wort der Einleitung dem Publikum anfgcsührt, iittb cS ist überhaupt nicht ersichtlich dtirch welche wissenschaftliche Mittel er die neue Ausgabe zu einer „durchgchends berichtigten" machte. Die Ausstattung des Buches ist eine sehr gefällige. 10. Acliawa. Jahrbuch für 1800—5020. Herausgcgcben vom Vereine zur Ilnterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Witwen und Waisen in Deutschland. Zweiter Jahrgang. Preis 54 kr. (rh.) — 1, Rthlr. Der Reinertrag fällt in die Unterstützungskasse. Leipzig. In Eommission bei Oskar Seiner. Vorwort und Rechen«

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