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Das Abendland · 1865-12-07 · 24 (7.12.1865) · p. Seite 201

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
24 (7.12.1865)
Date
1865-12-07
Page
Seite 201 (sequence 7)
Language
German
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201 ncr eignen il'cfanmtd’nft in- GVbädjtniß ^urücfrnfen, welche der Zeichnung dieser (Jtjavaftcrc 511111 Vorbilde gedient haben. Wer „Die (MninMäl'f der Liebe nnd (Gerechtigkeit im Indenlbnm" in Briefen an eine christliche ftrcunbiu, von einer jungen I'raelilin, al- Fortsetzung audem vorigen Iabrg. dmchliest. in dem muß der Wunsch sich rege», die Verfasserin möge noch recht viele Fortsetzungen geben. Um so tiefer ninjj er aber von Schmer; und Trauer erfüllt werden, wenn er bald barans (5. 227,) von einem Trauerrande umgeben, dieser jungen Israelitin einen „Nachruf vom Herausgeber gewidmet, siebt. — Möge sie ruhen in Frieden, sie hat sich in der Achawah ein schönere- Denkmal gesetzt alda-jenige sein wird, daS von Marmor sich ans ihrem Wrabe erheben wird; denn in der Achawah wird sie auch noch über da- (Vrab hinanzu ihren Freunden und Verehrern reden, wie der Herau-geber everheizt. ,/? 'ose- und Ly'arg." Ein Vortrag ete. von 7)r. L. Adler, Leu drabbiner in Dassel. — An diesem Vorträge gefällt uns Allebians den Titel, der leicht;u einem Mißverständniß Veranlassung gibt, dader Vers, wie wir ihn und seine Grundsätze kennen, sicherlich nicht beabsichtigt hat. Er führt eS selber in der (Einleitung au-, warum zwischen Moses und Lykurg gar keine Parallele zu ziehen ist, weil die Persönlichkeit deerster» im Gvlte-gesetze verschwindet und verschwinden muß, mit der deletztem aber da- Ges 3 steht rrnd fällt. Da- Verdienst, welchedie unoarteiische Geschichte dem Lykurg znerkennen muß, findet auf Mosegar kein Anwendung. Wo liegt da datertium comparationis? Dagegen ist der Vorzug degöttlichen Gesetzegegen da- Spartanische in Bezug auf Fremde, Dienende und Si i n b e r vortrefflich beleuchtet. The last not the least. „Zwei Parabeln" von Professor Dr. Wessely au- Prag. Von den Sprüchen de- Seheraueine treffliche Versenk ng in den Geist desselben und eine hinreichende Erklärung seiner Worte auder Situation de- Sprechergibt.»»- die erste Parabel. Diezweite folgt dem talmudischen S atze p rrx i>6 SSriD und erschufst dem Geiste der Verneinung gegenüber einen Geist der Bestimmung. „Der Anekdotenschatz" schließt endlich da- Gan;e würdig ab, so daß jidrr Leser mit dem Wunsche eauder Hand legen wird. Auf Wiedersehen im nächsten Jahre! — Ast. Feuilleton. Eine Scene auS dein Lehrcrlebcn (Fortsetzung.) Und also fällt Tag für Tag ei l Stück von dem s-rnvollen Himmel meiner Ideale herab, oder wird vielmehr von ihren Händen herabgerissen. „Werden Cie ein Apostel der Gesttlung im Oriente!" sprach ein christlicher Freund 511 mir, alich »ich dem Lehrstande, dem materiell so wenig begünstigten jüdischen Lehi stände widmete. War mein guter Freund ein Satyriker, oder kannte er die Geschie;e seiner eigenen Kirche so wenig, daß er nicht wusste, die Apostel seien zumeist auch Märtyrer gewesen. .-*> oe. icl) Hobe Dir im Anfänge meine-Schreiben-Humoristischeversprochen, und so will ich Dirohne weitere Reflexionen bieten, und nicht meine Schuld ist'-, wenn Du anstatt zu lachen nur bitter lächelst. Also am letzten 'Jen: ■niont : * als halben Ferialtage Nachmittagwar eine Sitzung de- Schiilvorstandeangesagt, und der gesammte Lehrkörper unterer Schule, dazu berufen. Einen gewöhnlichen Sehnltag konnte man für so eine Sitzung nicht wählen, dnbfle doch den^Lehreri, nichtvon ihrem mit s ch w er e m Gelde dezahlten ^ugweike abgezogen werden. Am Eingänge in der Gemeindeschnle wurden wir vom Gemeindediener ersucht eir tweilen in ein Nebenzimmer zu treten, »md bald daraus wurde ich al- Dirigent allein vorgernfen. Ein Blick über die an- 8 Personen bestehende Versammlung ließ mich Sonderbareerwarten. In den intelligenten Mienen dewürdigen und geistreichen Rabbiner-drückte sich unverkennbar Mi-mnth und Verlegenheit an-; die Präsideiuenglocke stand nicht wie gewöhnlich vor ihm, sondern war dem ersten Selinlverstande, H. Walter, einem Manne, der für etc reiche Heirath seine häusliche Selbstständigkeit verkanil hol. nnd ft t' :»rrh »in so stärkere- Austrelen außer dem Hanse revaugiere» will, näher gerückt. Letzterer begann auch: „Mein Herr! Wir haben Sie früher allein rufen lassen, um Ihnen eine Rechtfertigung in Gegenwart der Ihnen nntergeordnelen Herr „ Lehrer zu ersparen. „„Ich bedaure,"" lautete meine Ai oort, hierfür nicht danken zu können; ich bin für mich „;» großer Freund der vollen Dessen lichtest. Doch danke iä, Ihnen dafür, daß emir möglich wird, hin nnd wieder gegen Sie, meine Herren, dentlicher heranzu treten, waich an- Rucksicht für die Autorität de- Vorständein (Gegenwart der Herrn Kollegen hätte vermeiden müssen. Doch zur Sache; Wer ist mein Ankläger und worin besteht die Anklage'?"" „Eist nicht eben von einer förmlichen Anklage die Rede, sondern von einer Reihe voit Umständen, die znsammengenommen eine Unzufriedenheit gegen Sie erregen. Vor allem, glaubt man, sie seien nicht religiö-, nicht fromm genug!" „„Wie meine Herren! Sie haben mir den Religion-unterricht anvertrant, und ich habe selbst gegen unseren verehrten Herrn Nabbiner hier den seltenen Triumpf gewonnen, daß von dessen greisem Vater, der hochehrwnrd. Nabbiner von W.. meine Art, die biblischen Persönlichkeiten der Jugend zu charakterisieren."" „Wameinen Sie hiermit" „Nun wohl," mischte sich der Nabbiner ein, „unser H. Dirigent bat den Schülern unsere Altvordern alsündige, mit unter sei r fehlerhafte Personen dargestellt; ich wollte sie für die .(iinder nur al- Musterbilder der Tugend gelten lassen. Mein Vater und nunmehr auch ich billige die Ansicht de- H. Dirigenten sic sei"» ebenso der menschlichen Schwäche Zeichen, und der durch den Läuterung-prozeß der von göttlicher Gerechtigkeit verhängte Strafen und Leiden zu ihren hohen und höchsten Tugendgraden gelangt." „Ganz gut," replizierte H. Walter, ,.vom Unterrichte ist ja aber hier keine Rede, sondern von der praktischen Frömmigkeit im alltäglichen Leben-wandel." „„Mein täglicher Leben-wandel besteht in der Erfüllung meiner Lehrerpflicht, und wenn ich diese unbeirrt von waimmer für Rncksickiten nach bestem Wissen und Gewissen übe, so glaube ich fromm zu sein. Vermuthlich aber meinen Sie 'meine Leben-weise außerhalb der Schule, wo ich dann nicht frömmle, keine Augen verdrehe und den Name» Gottenicht gegen daan-drückliche Verbot ihn zu mi-branchen nur sehr selten an-spreche; vielleicht auch nicht die kleinliche Dbservanzen der Hyperortodoxie beobachte. N.in, dagegen habe ich nur eine Antwort, meine Herren! Alich hierher nach A — kam. wollte ich am nächste!'. Samstage den einzelnen Herren Vorständen meine Besuche abstaiten, fand aber die wenigsten Herrn zu Hanse, sondern die meisten in ihren Geschäft- und Verkanf-Ivkalen. Wäre Religiösität bei mir Speknlation-sache. so hätte ich da- Unbequeme jetzt leicht abschütteln können. Jede Gemeinde, jede Körperschaft überhaupt, wählt solche Mitglieder zu ihren Vorständen, die durch ihre Eigenschaften und ihr Thun der Grundidee der Körperschaft am meisten entsprechen. Durste ich um voil der Folge auf die Ursache schließen; so musste ich von der Frömmigkeit der hiesigen Gemeinde einen gan krausen Begriff bekommen. Niemand aber hat ein Recht, von dem Lehrer seiner Kinder eine strengere Moralität oder Religiosität zu verkangen, alö er selbst geneigt, durch persönliche- Beispiel seinen K.nderu zu bieten."" „Wa-?" ries H. Walter von Zorn geröthet, „Sie wagen enn- Vorwurfe über unfern Leben-wandel zu machen; wir sind unabhängige Leute, Sie aber sind nicht unabhängig." „„Qho, meine Herren! Ich habe Ihnen meine Dienne al- Lehrer Ihrer Schule vermielhet; ich bin ver- .pflichtet, nach den Gesetzen und Regeln meine- Standezu

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