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Das Abendland · 1865-11-23 · 23 (23.11.1865) · p. Seite 191

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
23 (23.11.1865)
Date
1865-11-23
Page
Seite 191 (sequence 5)
Language
German
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101 brn in Jan so lern gcfjcrni, sehen in dieser durfte das Vorzeichen brr baldigen inessianischeu Erlösung, weil nach einem alten Midrasch die Ausündung von durften in (Irrninlrm der Ankunft des Messias vorangehen soll. Lllleiu Jerusalem dars sich seit Zerstörung des Tempels nickt lange der Freude hingeben. Thränen und Wehklagen sind sein einzigem Loos, und so tv rde auch diese Freude durch die Ankunft des dösen Bastes, der Cholera getrübt. Eie haben bereits aus den Zeitungen erfahren, welches Ci'lmb diele schreckliche Cpidemie über uns gebracht, und nur die Hoffnung tröstet uns, daß der Hüter Israels nickt schläft und nickt schlummat, und daß seine Hilfe uns auch bald ans diesem Traugsal befreien wird. Ai slralikii. Die Pai Maori, eine mrnsckcusrcssendt Nace Australueger tödkelcn unlängst den christlichen Missionär Carl C hl eins Volkner und verzehrten den größten Theil seines .Körpers; den Rest behielten sie als Trophäe, um sic in der Kirche in der dieser Unglückliche früher predigte.aufzustellen. Ciuem anderen Missionär, N'ameus Graee, stand ein gleiches Schicksal bevor. Zu dieser Zeit kreuzte in den dortigen Gewässern die Cclipse, ein Schoouer Ihrer britlisckeu Majestät der Königin von England, dessen Capitän einer unserer Glaubensgenossen Namens Levy war. Wenn bei einer Landung der englischen Eeesoldateu?ie Mannschaft von den Eingeborenen überfallen wnrde, i.nb nur durch die größten Anstrengungen von der Gefangenschaft und vielleicht gar dem Aufgefressen werden sich rettete, so verkehrte der muthige Capitän später fast ohne alle Bedeckung mit den Negern, die behaupteten, sie seien etwas mit dem heiligen Volke Israel verwandt. Tie Eelipse nahm den dortigen Bischof, der für sein Leben gerechte Befürchtungen hegte, an Bord und segelte einen Fluß entlang, um Herrn Graee, der von den in der Nähe wohnenden Negern in Gefangenschaft gehalten wurde, zu befreien. Mittlerweile batte man von Aucklr.nd Landtruppen rcgnirirt, die sich an Bord des Echvvners befanden. Am 17. Mürz dampfte Ihrer Majestät Schiff, die Eelipse auf der Höhe von Epotiki. Tie Seeleute gewahrten plötzlich eine Anzahl Neger, die wahrscheinlich hier eine Beratbuug abhielteu, in der Nähe war auch Herr Graee, bewacht von einigen bewaffneten Frauen. Ebschou Eberst Freemautle seine ganze Energie gebrauckte, um einige seiner Blau- Nöcke zu bewegen, den Unglücklichen durch eine Landung zu retten, und obsckou der Bisckof Williams bedeutende Summen den Rettern aubieteu ließ, so war doch Niemand dazu zu bewegen. Ta entschloß sich Capitän Levh, begleitet von seinem Bruder und einer Anzahl Tbeerjackeu ein Boot auszusetzeu, und das Wagslück zu unternehmen. Tie kühnen Seeleute näherten sich dem gefährlichen Ufer. Unbemerkt voit seiner Wache wurde Herr Graee ins Boot genommen, mit Segeltücheru bedeckt und fort giugs. Plötzlich schlugen die Frauen Allarm. Tie versommelteu Männer liefen dem Strome .zu und feuerten nuf das Boot. Tiefes ruderte jedoch unversehrt der naheliegenden Eelipse zu, in deren Kielwasser es bereits war. Ter Aucklaud Correspoudcnt der „Times" berichtet: »Bei seiner Rückkehr nach Auck.aud vcrössentlichte Herr Graee einen Brief, in dem er sich mit dem Apostel Petrus vergleicht, und mit überschwänglicher Taukbarkeit von Allen spricht, außer von — Herrn Levy, dem Inden, dessen Okame nickt erwähnt ist. Tie öffentliche Meinung zu Aucklaud. ungehalten über tiefe Undankbarkeit, veranlagte Herrn Graee zu der unsinnigen Erklärung, daß er den Namen seines Retters vergessen habe! Tas Publikum zu Aucklaud überhäuft jedoch Herrn Levy mit Beisallsbezeugnugeu für seinen Edclmuth. (Israelit) totale und auswärtige Nettigkeiten. * 16. Rov. Ans der Wahl in der Iosesstadt für den Landtag ging Herr Juris Dr. Friedrich Wiener als gewählt hervor. Wir hoffen daß er da. wo es sich um die Interessen unserer Glaubensgenossen handelt, auch seinen Platz gehörig ausfüllen wird. ' Tas Resultat der am 2'L f. M tu das Stadtverordneten Collegium Gewählten ist folgendes: Die Herrn Georg Feigel mit 31»! Stimmen für den II. Wablkörper der Altstadt, Ignaz Fuchs mit 43j stimmen für den II. Wablkörper der Neustadt, Leopold Edler v Portkeim mit 24 Stimmen für den 1. Wablkörper der Iosesstadt. David Zapperl mit 20 Stimmen für den III. Wablkörper der Iosesstadt. Hie beiden ersten waren von der „Pokrok" Partei vorgeschlagc». * (Erden.) Ter Großhändler Herr Wolkgang Löwen feld wurde von Sr. Majestät dem Kaiser mit dem Ritter kreuze des Franz Joseph Erdens auegezeichuet. * Tie Sreiloe asie hat in den letzteit Iabren einen gro ßen Aufschwung genommen, io daß sie jedem Lehrer und Advokaten, jedem Comptoir und dem pr ktischeu Menschen über- Haupt unentbehrlich tvird. In unserer politischen Zeit dient sie in Versammlungen zur Aufzeichnung wichtige epochemacherrdcr Reden, an denen sich heilbringende Projekte und Beschlüsse knüpfen. Sie ist demnach Jedermann zu e ui pfehlen und um diese unentbehrliche Wissenschaft alick Jedem der s> nickt in der Hauptstadt befindet, zugänglich zu ma cheu. hat £.rr Professor Bleier der sich nach dieser Richtung hin große Verdienste erworben, einen Correspondenz - Kurs gegen ein mäßiges Honorar eröffnet. Eine lebhafte Betheiligung ist wüuschenSwerth. * Seit zwei Iahrzehenden dürfte an da hiesigen Bühne kein Violinvirtuose sosche Triumphe gefeiert haben als I. Lotto ein Warschauer Jude. Derselbe Kammervirtuos des KonigS von Portugal und des Großherzogs von Weimar, trat mit gefälliger B< cheideuheit als echter Künstler auf. Sein bezauberndes Spiel erinnerte an die schönen Tage von Paganini und Ernst. Vrüiln. (Curiosum)'Ter Gemeiudeausschuß hat den Phil. Pr. Adolf Frankel zum Tirektor des städtischen Theaters gewählt. Sein Vater ein höchst braver Mann, brr vor 3 Jahren gestorben ist. war Milvorskeher im Tempel. Prosiiütl. Rach einem langen und heftigen Wahlkampfe siegte der Candidat der deutschen Parthei, der für den Landtag gewählt wurde. Nicht unwesentlich trugen zu diesem Siege die hiesigen Inden bei, welche allesammt trotz vielen Einschüchterungen und anonymen Trohbriefeu von Seiten der cechischen Parthei, ihre Stimmen für den deutschen Cau-- didaten abgaben. Einige zerbrochene Fensterscheiben im Hanse eines Inden, womit die niedrigeren Elemente der besiegten Parthei ihrem Groll Luft machten, waren die einzige miau * genehme Folge des festen Zusammeuhalteus der Proßnitzer Juden. . Wie». (Eine Aeußeruug des Grafen BelcrcdiJ Tie von I)r. Lctteris haausgeo'beuc Zeitsc! rift für israelitische Angele genheiten erzählt folgendes: Im Gespräche mit einer da ge genwärtigeu Regierung ergebenen Pasönlickkeit äußerte sich Graf Beleredi unter Andaem: „Mau wirft mir vor, daß ich ultrakatholisch sei. Ich gebe zu, daß ich gut katholisch bin und stelle auch nickt in Abrede, daß ich der katholischen Mission Eesterreicks auch einigen politischen Werth beilege, aber dafür lvill ich auch anderen Religionegenosseuschaften die möglichst freie Aktion gewähren und in diesem Pliukle bin ich noch libaaler als Schmerling." Pest. Es dürfte Sie vielleicht die Aeußeruug iuteressireu, die der Ebergespauu des Somogyer Komitats, Herr von Jankovich bezüglich der Emaucipation der Juden machte. Er bemerkte uähmiich den zu seiner Begrüßung anwesenden Inden des Comitats: Es werde frti sie uölhig seilt, fiel) in Geduld zu fassen, denn die Emaneipatioue rage dürste vordem Landtage in der uächklen Zession kaum in Verhandlung gezogen werden, da die Legislative von der Lösung so zu sagen europäischer Fragen präoknpirt sein wird. (Esld. Post.) S. a. Ilj'elh. Taselbst isr die erste Nummer deö

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