Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 23 (23.11.1865)
- Date
- 1865-11-23
- Page
- Seite 189 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9050333-9088714-9050622--0294-9050625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
189 wer wird jammern um die Frau, die nur mit Putz und Flitter ihre Vrbcii?;rit ansfülltc, die nnr der Eitelkeit sröhnte, deren .Gerz niemals für die leidende Nicnschheil warm wtfldc. Frauen' in Israel, wenn il.r ans euer Seelenheil bedacht seid, wenn euer weiche? Her; ans da,? Jenseits gerichtet ifr, wenn ihr mehr al? fluchtige? Pnpcnlcbcit verleben wollt, nehmet euch Mirjam dl? Muster und Beispiel. Gewiß mehr» al? der Mann kann die Fran in dieser Begehung wirken. Wer reicht denl kranken ein mit liebevoller Hand bereitetcv? Labgcricht, da? ihn erquickt und stärkt, wer bereitet Vinnen und Kleider zur Au?flatlung armer Bräute, wer gibt Gewänder den Nackten, wer gibt im Hause dcn Bettlern?llnt0sen, wer gibt Speise und Trank dem armen Wanderer? Allee«, die edle Hanesrau, sic erhält die Ehre de? Hause-, sie bringt dem Hanse den Segen Gotte-? fcr. h~xz er:1: [S\ hier) Bon der Wirksamkeit der Fragen im Innern de? Zelle-?, erhält da-? Hau? seinen Segen. — Auch vom Tode Aaron? wird nn? in demselben Bibelabschnitte erzählt, und wieder ist e? ein einfacher Satz. der da? Glück der Frommen charaktcrisirt 1:2 “U'^x rx v*:2 rx |~.”x rx crc.v Gott sprach;ii Mose?.— „Ziehe dem Aaron seine Kleider al.?, und bekleide damit seinen Lohn Eleasar — Aaron dieser Hohepriester der Weihe und der Menschcngröße, der dcn Ruf der Versöhnung an seiner Stirne trägt, der da? Volk bei allen seinen Fehlern mit Gott aussöhnt, dies.? sanfte Herz, da? nur den Frieden sucht und dcn Frieden liebt, dessen Lebcnselcinent nur der Friede ist, diese? Her; nur'te bei dem Haarwasser gebrochen werden, dieser milde Charakter, der selbst beim Ereigniß de? goldenen Kalbe? der Thorhcit nnd Abtrünnigkeit de? Volke? nicht? versagen ka..n, diese? Musterbild der Gotteofurcht, da? bei seiner Größe stet? sich selbst rerlengnet, und in den Hintergrund tritt, wo er an der Spitze zu stehen b'rufen und berechtigt war, der seinem Bruder dem Gottc?boihcn entgegcnzicht, sich mit ihm freut, bloß um ihm al? Drgan zu dienen, der dcn Neid nicht kennt, der alle menschlichen Leidenschaften alle irdischen Gefühl- und Regungen im Dienste de? Herrn zu beherrschen w. iß, der dcn Tod seiner erwachsenen Söhne ohne Klage und Murren erträgt, der stirbt tut» auch eine? sanften Tode?, sanft wie sein Leben war. Und wa? ist sein göttlicher Lohn? — „Ziehe dem Aaron seine Kleider au?, nnd bekleide damit seinen Sohn. Die Ehrenkleider der Tugend, die sein Leben schmücken, sie gehen auf seine Kinder über, da? Beispiel de? Vater? ist da? Heil der Kinder. So pflanzt sich die Gottesfurcht der Eltern ans die Nachkommen fort. Da? ist der wahre r.'.ix n:i —" Der Genuß dcn wir von dcn Vätern haben. Die beste Erziehung ist da? gute Beispiel; da? wirkt mehr al? alle Lehren und Ermahnungen, oa? sind Familienklcinodicn, die jede? Geschlecht wahrt, die c? nicht so lciri't veräußert, wenn in einem Hause die Gesetze der Religio t mit Innigkeit beobachtet werden, so werden auch die Kinder nicht so leicht au?art n, oder gar dem Glauben untreu werden "'"ex sprach Mose? zum Bruder, al? er ihn dem Tode znführte xr: :x pxr." re *j:iS ]*r; ~fr- — „Heil dir! du siehst deine Krone ans da? .-.'iaupt deine? Sohne? übertragen, ich kann mich diese? Glücke? nicht erfreuen. Warnin, dürste man fragen, wurde Moses, dem größten aller Sterblichen, deni Lichte Israel? nnd seinem Glanze diese? Glück versagt?" E? hat seinen weisen Grund. Aaron war der Priester der "Religion, war der Vertreter de? Glauben?^fr war da? Musterbild der innern Tugenden die Tugend pflanzt sich fort. Mose? war der Sendbote de? Lichte?, der Vertreter der Erkenntniß. da? Neuster der Gesetzkunde, der Held de? Wissen?, der Herold der Gesittung und Anstlärung, und diese Vorzüge de? Geiste? — obgleich bei Mose? mit der unvergleichlichen Krone der Tugenden vereint, müßten sich nickt fonpflanzen, und auch darin liegt da? Zeichen der göttlichen Allgüte, ein großer Trost für die Menschheit. Der Baum der Erkenntniß steht allen Blicken frei, c? ist jedem gestaltet von seinen Früchten zn pflücken. Da? Wissen ist nicht da? Neonopol einer Familie, nicht da? eine?Zeitalter?; c? ist Gemeingut aller, die afür Sinn haben uS x'rnrvv .*r.\n res* xSc .vn c;*x n*n er*::.-? ';cs .Warum, heißt e? im Talmud, sind die Kinder der Gelehrten selten gelehrt, damit sic da? Wissen nicht als ein Erbthcil, nicht al? ein Familicnrcän betrachten" Korach, der Empörer, den die Eide verschlang h .tu* Nachkommen, berühmte Dichter, deren Nau.cn mit goldenen Buchstaben zur Erinnerung für alle Zeilen eingczcichncl sind ve xS rrp Die Söhne Korach? starben nicht, ihre Gesänge tönen noch heute mit mächtiger Kraft in jenen heiligen Lauten, die einst an dcn Strönicn Babylon? verhallten, um wieder an den Usern de? Jordan ihr Fest der Auferstehung zu feiern. Mose? hingegen hatte in seinen Kindern keinen Nachfolger seine?! Ruh- 'ne? zurückgelasscn. Jeder Mensch hat Anrecht auf die Errungenschaften de? Geiste?. — K (Corrcfpoubciijcii. Geehrter Herr Rcdactenr! In der Anzeige de? von Herrn I. H. Weiß rcdigirtcn „Bet ha- Midrasch“ (Nr. 22 des „Abendland") wird da? Bedauern ausgesprochen, daß die von mir niitgethciltcn Notizcn au? der Handschrift de? N. Iair Ehajini Bachrach viel zu kur; sind. Auch ich thcilc diese? Bedauern; allein der Theil de? Codex, welchem ich jene Notizen entlehnte, ist ein bloßer Index, den der Verfasser zu seiner eigenen Dricnlirung anlegte. Ich habe viel Zeit und Mühe d.rauf verwandt, den Index durchznlcscn und zn excerpiren und hatte während der Arbeit oft da? Unbehagen unbefriedigter Wißbcgicrdc. Aber selbst in dieser lückenhaften Gestalt dürften die von mir mitgethcilten Exccrpte ein wichtiger Beitrag sein, um die Gcistesrichlung de? seine Zeit überragenden R. Iair Chajim Bachrach zn charakterisiren. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebenster Dr. IcHinck. Wien, dcn 14. November 1865). Erklärung. Mit Bezug ans die Bemerkungen de? Herrn Simon Hock in Nr. 22 du-? Abendland zn dem von mir in der vorhergehenden Nr. inhaltlich mitgeiheilten Aussätze de? sel. Markus Fischer, erkläre ich hiemit, daß alle wesentlichen Punkte der Fischer'schen Arbeit treu und gewissenhaft wiedergegeben wurden, und konnte der vollständige unverkürzte Abdruck jener Arbeit ba: Bennheilung dnrclian? kein nette? Moment biethen da? nicht ai'ch aus meinem Resumc zn schöpfen wäre. K. Plag 2<h Oi'oi'cmbcr 1865». Geehrter H c r r R c d a k l e n r! In der vorigen "Nummer Ihre? geschätzten Blatte? haben sowol Wahrheitsliebe al? echte Hunlanität Herrn Jakob Brandci? bestimmt, flir Herrn!>>'. Stein Prediger der hiesigen Mcisclsynagoge gegen die Angrisse eine? Prager Correspondcntcn im Mainzer „Israelit“ die Lanze ztl ergreifen. Wenn diese uneigennützige Verfechtung Ihre? Corrcspondcntcn den Stempel der Wahrheit ui stch trug, so erlaube ich mir nur hcrvorzuheben, daß d>.selbe zu sehr allgemein gehalten ist lind ztl rügen, daß der Lchrciber die Vorzüge de? würdigen Herrn l»r. Stein ganz attßcr Acht gelassen. Sein tiefe? Wissen in der deutschen al? hebräischen Literatur, sein bescheidener nnd liebevoller Umgang, sein echt patriarchalische? Familienleben hätten wahrlich eine Würdigung verdient. Wenn der duldsame Seelenbirt so manchen Hieb der Intoleranz erlitten, wenn so mancher die Hahncn- ->•»*