Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 22 (9.12.1865)
- Date
- 1865-12-09
- Page
- Seite 185 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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* M A - , I Y* — 18'' — (^(aiit'citcijcMrncn fntbcu, und fonntc sich nur ihrer i'cvl’cfi’cr^ teil ‘vflflc imiii'tfi freuen. Außer feiner ö neu t liehen ^'irffamfeit u\ir Mändl mich in seinem Privatleben ein Biedermann im wahren 2innc becir'citcv'. viir. neuer Anhänger seines (Vlanbens, .in front uier Israeli.'e gab er seinen mindern eine sittliche religiöse Ctzieluina, und sorgte eifrig für deren geistige Ausbildung. Im (^efiMrtcleleii war er tnreh feine Rechtschaffenheit durch die Verläßlichkeit und Treue seines Wortes ausgezeichnet. Sein patriarelialisches Hans war eine Stätte der Gaftsrenndschüft, und fein wohlthätizes Her; > ir stets bereit, dem Armen und Unglücklichen Trost und Hilfe zu gewähren. — 9Uihe seiner Asche! (soN'tspllttdciNttt. Prag 1. Rover der. In Rümmer 43 des Bcainzer Blattes „Israelit" scheint sich der geehrte Herr Berichterstatter unserer Metropole;it gefallen in allzu populären Ausfällen den Prediger der Brei selstznagoge höhnen und ihn der Desseutlichkeit zum Spotte preisgeben;n wollen. Wenn das nur sporadisch in Desterreich anftretende Blatt seine Leser mit keiner bessern Leetüre zu speisen versteht, als eben nur mit solcher, wie vorliegende, die aus der Feder einein der Maske der Anontuuität gehüllten Correfpondenten geflossen ist, so muß ein so vageS und boshaftes Gewäsche in daS der taktlose Schreiber dieser massiv gegossenen Zeilen Persönlichkeiten;u mengen sich bemüht, die abgesehen von ihrem Wirkungskreise sich eines ehrbaren Charakters erfreuen, wenn gerade nicht einer Replik würdu. sein, so doch Veranlassung geben dem Schreiber den Spiegel seiner profan nt Anschauungen vorzuhalteu. Wenn eS der werthe Correfpondent für bereut hält gegen Herrn I)r. Stein, der heute abgerechnet von al'en Leistungen doch einem integrirenden Theile unserer Gemeinde vorsteht, persönlich;it werden, trenn er so unbescheiden ist zu glauben, daß in seiner Beurtgeilung schon der Maaßslab liegt, wenn er es nicht scheut zu erklären, Herrn Pr. Stein sei bloß pur depit der Mitglieder der Meiselsynagoge die definitive Anstellung votirt worden, so gibt sich der geehrte Berichterstatter das Zeugniß, daß es ihm nur darum zu lhuu war, durch ein aller Logik entbehrendes Zerrbild, seiner persönlichen Feindschaft Lust zu machen. Indem der anonmue Correfpondent so interessant wird, um eben Herrn Pr. Stein, den Cinsall interessant werden zu wollen auszuoetroyiren und indem er dem würdigen Seelenhirten den Vorwurf macht, er wolle einen Wirkungskreis schassen, der ihm einiges Lustre bereiten sollte, so möge das Lesepubliknm des „IsrcUit" über die Schreibweise genannten Blattes und über die Colportage urtheilen, die der ungenannt sein wollende Berichterstatter zu Markte führte. Jakob Brandeis. Ans dem uördl. Böhmen 3. November 1865) Geehrter H. r r Redakteur! Ter erste Artikel Ihres geschätzten Blattes Nr. 21 behandelt das von Ihnen angeregte und zu würdigende Proj lt s ü r G r ü ii t) li n g eines neue r Vereine s. 2 eitu bei der heutigen Ueberslntung von Vereinen die Creinnig ektws neuen etwas stutzen macht, weil der Titel eben sehr relativ gehalten ist, so gibt mir nichts desto weniger die Tendenz Ihres vorläufigen Entwurfes zur Schaffung eines wissenschaftlichen Vereines, der nach meiner und wie ich hoffe, der Anschannng Vieler zum Bedürfnisse geworden, Gelegenheit, meine Ansicht hierüber ansznsp. echen und Sie zu ersuchen derselben einigen Rannt in Ihrem Blatte zu getvähren. So wie der Körper im verwahrlosten Znst itde aller Mittel baar, oft nur durch die Mildthätigkeit eines hnmanitüreu Vereins genährt, und erhalten wird, so daß er ans seinem vegetirenden Zustande in eine bessere Phase geleitet wird, in eben dem Maaße ist es mit dem Reifte beschaffen, der einer Veredlung und Pflege bedarf. Vor Allem erfordert er mit der Ge'chichte seines Volkes vmtrant zu werden, denen Geschicke und Erlebnis^ kennen zu lernen. Wie viele vergilbte und dem Blöder auheimgegebene Manuskripte schlummern in den Archiven so vieler Indeugemeindeu den Schlaf des Nint'.nererwael'ens, ohne daß uns geboten ist ihren fo oft verlockenden Inhalt, der in daS Räderwerk des Geistes eingreift, zu Gefichte zu bekommeu. Tarum steh: Ihr Projekt zur Gründung eines Vereines zur Geschichte der Juden in Böhmen erhaben über so man eiten andern, der eben auch einen edlen Zweck verfolgt, und da der Jude die ältcfte Geschichte anfzuweiseu bat, so wünscht er nothwendiger Wen'e einen Verein, der da - zerstreut liegende Materiale speeieller Geschichte anssammelt, um es dem (Verte als Nahrung zu verabreichen. Ich in meiner Wenigkeit kann nicht umhin Ihnen Herr Redakteur für Ihre glück liche Idee zu danken und den Wunsch auszn'precheu die altehrwürdige Kultnsgemeinde der Hauptstadt möge die Initiative zur Unterstützung und Entwicklung Ihres Projektes ergreifen, ans daß die Landgemeinden diesem schönen Beispiele folgen. Ich schließe mit Ihren eigenen Worten: Die vereinzelte Kraft und wäre sie noch so bedeutend, vermag wol viel deS Guten zu schaffen, doch nicht zu erhalten. In ausgezeichneter Hochachtung S. K ö n i g. Locale und auswärtige Neuigkeiten. Prag 25. Dktober. Der hiesige Bangnier Herr Joses Lippmanu wurde in der Haudelskammer mit 32 von 4S Stimmen zum Landtagsabgeordueten gewählt. * (Stiftung) Herr Leopold Edler von Portheim hat bet Gelegenheit seiner kürzlich begangenen goldenen Hochzeitsseier den Betrag von 8000 Gulden zur Gründung einer Stiftung für vier verarmte Bürger Prags (zwei christliche und z.vci jüdische) gewidmet. * Am 31. Dktober starb in Karolinenthal der pensio« uirte Direktor der Iosesstädter Haupt und Unterrealschule Herr Markus Winternitz. Am 7. April 1794 zn Prag geboren, hatte er sich seit 1813 dem Lehramte gewidmet, dem er bis 1863 Vorstand. Bei Gelegenheit seines 50 jähr. Lehrerjnbilänms zeichnete ihn Sr. Majestät der Kaiser mit dem goldenen Verdieustkrenze ans. Cr war den Schülern ein liebevoller Lehrer, den Armen ein Wohlthäter. * Wie mau vernimmt hat dashohe k. k. Staatsministerinm die Verfügung getroffen, daß von dem Fonde der böhmischen Landesjudeuschast, der iu einem Vermögen von dreimalhundert tausend Gulden besteht, eiumalhundert Tausend der Prager-; zweim tlhnndert Tausend Gulden de Landes Iudenschast zusalle. Die beiden Capitale dienen zur Creirung von Wohltl'ätigkeitsstistungen, und haben beide Theile iu kürzester Zeit bekannt zu geben, zu welchem Humanitären Zwecke sie den ihnen zngewiesenen Betrag verwenden werden. * Die Haupt- und Unterrealschnle des Herrn Singer allhier hat vom hoh. Ministerium das Recht der Desseulich-- lichkeit und der A sstellung staatsgiltiger Zeugnisse erlangt. Teplil». Sr. Maj. der König von Sachsen hat dem hiesigen Kausmanue Beer Rindskops den Charakter als Com mereienrath in der 5). Klasse der Hosrangordnurg beigelegt. Wien. Mit allerh. Handschreiben vom 27. Dktoberwurden Anselm Freiherr von Rothschild und der Börsenrath Simon Winlerstein als Mitglieder der Commission zur Cont trolle der Starr schuld berufen. * Ein kacken.iches Gesetz v. 2. v. M. über die Portofreiheit hat in seiner Auszählung der portofreien Correspondenzen auch die Correspoitden; der geistlichen Aemter aller vom Staate üuerkaunleit Consessioneu. * 31. Dkt. (Drdensverleihung) T r Gemeinderath W. Frankel erhielt bei Gelegenheit der Schlußsteinlegung der Central Markthalle, um die er sich viele Verdienste erworben von Sr. Maj. dem Kaiser das Ritterkreuz des Franz Joseph Brdens, das ihm Herr Statthalter Gras Chorius.ki mit eigener Hand an die Brust gehestet hat.