Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 22 (9.12.1865)
- Date
- 1865-12-09
- Page
- Seite 186 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 18«', — * Der ^fu^nT.cr:::i»ibrif«iii v>ti:?l. B?. qr;dl:,f hat bei (V'clfiy.nbcit bev j-’.luiyiii 3ubiläi:n;? der Polhtechnik, dein ü' iir»xcr:i:ciftrr!*»■>> o'nlbcu ',11 hem Z'-ved? iibcnjcben, eine Ü'iblipilif! für Irclinilcr und ÖH’ii’n betreiber; zu ginnden. ,Mrnn5>. Ctc ö'cmciitbci'nuimnii bafrllft tat in ihrer Irrten’ 2i\«ung einen Besd'lns: g«'«'.!s:, der ihr van allen Freunden deS Liberalismus und d,s wahren Fortschritts l'Pi'i niflcrecfanet wird. 'Sic Hat nänilid) dein .'."»eint ^. <\räii'l das Bnrgerred.t veiliehen. Das idicint zwur an sich ,-idn so bedeutend, aber wenn man erwart, das; vor nicht iioi langer Zeit ein Zn de sich t-icr kaum über .VadU auf* l.litten durste, so wild man der Toleranz der Gemeindev.r« tretnng seine Anerlennnng uid)t versagen. Pre-liui. Bei der dnßmaligen PreisvertHeilung der^Incsjgen Universität Haben 2 Studenten jud. '.»eetigion den Preis etrungen und zlvar l. jnr. bordiert fiir die ie-1)i 1 olov*ifeilc tiiih t.tml. pliil. zugleich Hörer des jud. theelo .'eilen Lemiuelld t->'i i f; snr die philosophische Arbeit. (Frankel e- Bl'onatsdir.) F-ran'futl a. M. 22. CU. D ie inngst uad) langen schweren beiden;n Bade,:-Baden verstorbene und aus dem hiesiaeu Fridhose beerdigte zwanzigjäbrige Tochter des Freiherrn Bi an er (iarl von Nothichild, MU icntinc j bUc Zll^ den begabiefteit der weiblichen BUtglieder dieses Han'eS. ^e,t einer Neihe von Jahren krank, allen irdiidien Frenden imd Gellnsseil entsagend, lonilte mail diesem seltene;ngendlid)e Biesen in der Thal eine sdiöne Ccdc nennen. Zhr fianvro Vcben „ad Streben war ein rein ideales. Bon seltener Schönheit, rrn unbeschreiblicher .ficrjcnvijhtc war sie eine Züngerin der chtnnst und Wlsiensdmsl. Cie schlug eine ern)'trelujioic Nid)* tnng ein und iand in den Psalmen die sie fiel«? in der Ursprache las, ihre Lieblingsleltnre. Zhr streben war dahin i',irid)trt einst in Thal und Schrift eine Wohlthäterin der Sorge gedrückten Bien'dlheit zu werden, uad) dein Bk ijter ihrer Mutter von den ihrtmHani'e verlieheilen Ole:dnhnn> rn einen heilsamen Gcbralidl zu machen. Hinterlassene Briese voll ihr, die sie in der liebevollsten Weise an eine christlieche Freundin zr.r Berherrlichnng des Zndcnthnms schrieb, gaben das schönste Zeugnis; von ihrer edlen Denklind Gesiiblsweise und lassen deil sriihen Heimgang der Xvcfflidjen doppelt bedauern. * Hem Freihrn. v. tleothschild in Franls. a. Bk. ist oas Großkreuz deS baicr. BerdienstoldenS u. hl. BUdiael verliehen worden. Miiiichen 23. CU. (Akt der Toleranz) Sehr beachtendwerth ist die Ernennung des durch seine sd)rifts:ellerische Arbeit auch in weiteren ftrciicn befantiten Professor pr. ^>ein* rid) Brentano zum R.ktor an der Gewerbesdinle in Fürth. I>r. Brentano ist Zi'radite, unseres Wissend der erste, weldier i» Baiern mit der Leitung einer foldjcn Unterridltsanftalt betraut weil de, ein erfreniidjer Beweis, daß daselbst in Negieruiigskreisen die flonsession nidjt mehr ein Hindernis sür Anstellung in Uebettragung von Bertranensvosten bildet. Ill'.'.rga'.t (Die Sdlvei; wird tolerant) Zn g.hlirgan haben, gestillt alls den französischen Niedellassungsvertrag sd)vn zwei Zsraeliten die Niederlasinng genon.'.men und stehen weitere OäJndK um "?iiel erlassnngs - B,w'l!ignng in Anssidit. _ Cl'.dbelieiland <Holland) Cer hiesige evangelische Deutliche v. Bkeerten hat in seiner Predigt bei'.n O'oitcebienfte der unter den Znden in Palästina hensdieuden Noth gedadjt und zu einer Ccllefrc snr dieselben an/gesordert, weldie auch dngeleitet wurde und eine bedeutende Summe zu Stande brad)te. (Frkl. Bi.) Luchschlln. was die früher» Deeenien in dieser Beziehnng vernad'lässigt hatten. Die jiidisechen Schrinsteller entwiekeln eine llUihrigleit in Berwendnng der hebräischen Sprache .ei ihren versdliedenaltigen Leistungen, die beinahe im Beigverhältnisse z: dem lleinen Haustein der des Hebräischen lnndigen beser sieht. 'Wir haben hebrätsdie Wechenbliltter, weld)e d>e voliti'dwn Tagessragen von dem einen oder andern Partheis'.andpnnkte ans mit einem <imr benmd)cn, als ob sie zunächst bernsen waren, der ossenilidle» Bl'einnng die Parole»<nidzntbeilen, als ob von rem Botnm die Ruhe und der Frieden des Welttheils abhingen. Wir haben hebräische Bi..teljahrS sd)risten, welche mit ihrem t'^esenins in der Hand die maU ten Schristen der Propheten wie ein Schnlervensnin eorrigiren, und die wichtigsten S«lye unserer religiösen Bersassnng mit der äl)enden Sauee ihrer Hnverkritik nbergiegen. Wir haben aber and, hebräisdie Zahrbiicher und andere veriodisdie Sdiristen, weld)e im Dienste der jüdischen Wissensdiast eine Geschmeidigkeit in Handhabung der heilig, n Sprad)e und eine Gewandheit des Sthls an den Tag legen, die als mn stergiltig betrad)tet werden können, und nicht lvenig zur Weiterentivldlnng und Förderung der heb. Spradie bei'ragen. Wir haben der Benrtheilnng der oben bezeidmeten Sdirist diese einleitenden Worte nur anS dem Grunde voransgefdjicff, NM ans den wissenschastlidten Lleerth periodisdier Sdiristen in hebr. Spradie hlnznweisen. und sie der Beachtung der jud. besewelt zu empsehlen. Die nnS vorliegenden V> Heste des Beth -Hamidrasd) stehen in dieser Bezichling den ^verwandten Z'iteratnrerzengnissen nicht uad), obgleich ihre Tendenz vorzugsweise eine wissensd,astliche ist. Sie enthalten eine ilecihe meistens kleiner Avssäye, und bi'ethen viel des Znteressanten und Guten. AlS Mitarbeiter cridjcincu Zellinek, Cppenheim, Brüll, Neismann und noch andere vortheilhast bekannte hebr. Schriftsteller. Mit besonderer Anerkennung müssen wir daS verdienstliche Streben ZellinekS, durch Mittheilnngen und Auszüge auf ältere werthvolle Mannseripte alismerlsam zu machen, hervorheben. Zm 2. Hefte exeerpirt er interessante ')koti;en ans einer Handschrift esZair isbaim Bad)vrad) unter dem Titel Z'r: "\s", die fid) in der Bibliothek der vor einigen Zähren gegründeten Talmndschnle in Wien befindet. Zn nnserm Bedauern jedod) sind diese Notizen viel zu kurz, es sind meistens nur Sdilagwörter, die mehr unsere Neugierde erregen, als sie dieselbe befriedigen; wir erfahren ans ihnen wohl, worüber Badiarach in seinem Buche sprid)t, aber nicht was er fpridit. Herr Dr. Zellinek wurde sich den ^iteratursrennden znm Danke verpslidnen, wenn er in ben nädisten Heften der genannten MonatSsdirift größere Auszüge ans dem interessanten Bkannser'pt'der Cef« fcmlidjUit übergeben wollte. Außerdem enthält die Monatsdirist einzelne Arbeiten über Bkethodik deö Talmud, exegetisdie Beitrage ctc. die Beachtung verdienen. Unter den Tagesfragen, die ebenfalls eine Zlkubrik int Programme der Zeitschrift bilden, findet naiuciitltd) die bekannte Kompertassaire mit der daraus entstandenen Polemik über den MessiaSglanden eine ansfüh.lidie Besvrechnng. Schon dieser kurze Hinweis ans die iverthvolle Bkonatfd)rift dürste zur Ueberzengnng fühlen, daß das Unternehmen des nnermüdlidi thätigen Herausgebers alle Anerkennung verdient, daß sein Beth-Hamidrasch unter den neuern periodi« sd)en Erscheiilnngen der hebräisd)en Literatur einen würdigen Play einninimt. _ ÜL'IICIIVO. De-t Hainidrascli hebr. Monalschrift heranSgegeben \ vrn Z. H. Weiß Hest l, 2. d, Wien Wenn in neuerer Zeit mit Noch: über Bernad)lässignng | deS hebtäisdien Unterrichts in den Schulen geklagt wird, llnd j somit die Uenntniß der heiligen Spradie in unserer Bkitt: immer mel>r abziinehmen droht, so ist dieser Uebelstand größleniHeilS dem Blangel an geeignelen Bildnugsanstalten für Zngendlehrer znznsdireiben; denn an literarisdien HilsSmitteln ziir Pflege des hilräischen Sprachsad^es fel>lt es dnrd)anS nidit, nnd die lento, 1<> Zahle haben reiritlid) nachgeholt, j Der gefertigte Cnltns-Gemeinde Borstand beabsichtigt sogleich die Stelle eines UnterlehrerS, ledigen Standes, an der ifraelit. deutschen Trivial'dinle zu Eidliy zu besehen. Fixer t^ehalt ist MM fl. oft. Wahr, nebst freier Wohnung . — Bewerber um diesen Posten »ooll.-n ihre Zeugnisse dem gefertigten Borstand längstens bis 25). November l. Z. einsenden. fiomotan am 2l>. Cktober ltz'i.'). Marens Stein CultiiS-Gcmcindc-Lorfikhkr. Druck von Lenders k ^randeis in Prag.