Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 22 (9.12.1865)
- Date
- 1865-12-09
- Page
- Seite 184 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 1*4 — ftiir.r.imnv 'Kcm •eine :.cm bev tcr n:r nach ber Ifibc vn loiigtc? riiü ü..to burdjbUifrc die weise ^ora die »icnnnc «^clirtf-ain bei Hauses, mit Recht befürchtete sie, der sinnliche und nicdriggcsinnte Istnael könnte der Tugend ibrcc- Sohnes gefährlich werden, sein Umgang ihn verderben, und mit mütterlicher Vorsorge stellte sic ihren besonnenen wohlbedachten Antrag, der nun eineganz andern 2iim erl)nlt r:: rxt rx'~ r.rrxr: u-:-„schicke fort den Sohn der Magd, der die Gemeinheit und Rstdrigkeil seiner Ablni.'l in seiner Gesinnung nicht verleugnen kann, hier ist nicht sein Play r; sb H. der wird 'o»sl die geistige Erbschaft unseres Hanse-?, die Erbschaft des Glaubuio und der ewigen Wahrheit nicht mit meinem Sohne thcilcn, rnag er anderwärts sein Glück versuchen, anderwärts seiner Bestimmung cntgcgengehen. Daß Sara 'Recht Halle, nicht daß sic Unrecht halte, war's was Abraham schmerzte — Wenn übrigens Ismaels Weg nicht durch Ztoscnbcctc, sondern durch die Feucrsgluth der Leiden siihrke. so war dies gölilichc Beslimmnng, war Ismaels Glück. Der wilde Ungestüm des von Lebenskraft und V-:benoluft strotzenden Sinnenn:cnscheu mußte gebrochen werden, sollte er nickst eine Geißel dcr Menschheit werdeir, dem wilden reißenden Strome mußte ein Damm gesetzt werden, sollte er nicht die Prachtgcsildc der Gcsltlnng und gesellschaftlichen Drdnungübcrfluthen. —Wohlstand, Wohlsein, Ucberflnß, Begnemlickikeit mußten das Ucbcl noch vermehren, mußlen seinem Leichtsinn seinem Mulhwillen neue Nahrung geben, beiden h.ngcgen sind das beste Anltel gegen Lcidenschastett, Leiden, von denen die Alten sehr richtig bemerken c'ix b’J* p":': p':' sie zerbröckeln und zerreiben die Sünden der Rlcuschen und das Gelüste darnach, sie ruscir seinem Ungestüm ein ernstes Halt zri bx *s~'r, fürchte nicht, tröstete der Engel die samn erndc Hagar -y:r, b*p bx *'pbx V“7* *r. Gott hat erhört die Summe des .stnabcn, er ist nun physisch und geistig gerettet cu’ xvi "rxs eben weil er in di Ser trauri gen Lage gerathen, weil dadurch sein Trotz gebrochen, sein wstdcr Sinn gebändigt wurde. Alles Ucbel, womit uns Gatt hciinsncht, sollen wir als ein Heilungsmittcl für unsere moralischen und geistigen Zustände betrachten, und welche Art auch das Unangenehme und Bittere ist, welches eine allgcrechte Weltlcitung in den Üelch unserer Schicksale träufelt, wir müssen cS zu unserem Heile lenken, und lute einst in der Wüste ein Hol; das bittere Wa'str süß und genießbar machte, so verwandelt auch dieses H.i;— die Zuchlrnthc Gottes —das Bittere nt Süßes, den Wermuth in Honig, lind wir schöpfen in Freuden aus diesen Duellen des Heils, zur Veredlung unseres ganzen Weiens, zu unserer Besserung zu unserem Fortschritte im Guten durch Gottes Wille und Gebet!). — K. Aufruf! Herr Albert Cohn richtete nachstehendes Schreiben an den Red. der „Arch. Isr." : Paris, 6. Dklobcr 1 >>05. Herr Redakteur! Ich habe Ihnen eine sehr traurige Rachricht initzutheilcu: -Samuel David Luzzato, dcr ausgczeichucle Professor am Seminar zu Padua ist gestorben; in dcr Rächt des Jom .Eippur Hörle seine reine und edle Seele auf, unter den Lebc 'den auf Erden zu sein. Es ist jetzt nicht der geeignete Augenblick, das Verdienst dieses ungemein hervorragenden Gelehrten zu würdigen, welcher das liefe Wissen des vorgerückten Alters mit der Raivelät der Kindheit und der Glut der Jugend zu vereinigen wußte. Seit mehr.denn i crzig Jahren auf der Bresche, hat er das Gebicth dcr jüdlschen Theologie nach allen Richtungen beherrscht. Mil unglaublicher Thütigkcit hat er nacheinander die biblische.Exegese, wie die hebräische (Grammatik, die Poesie und die Filvfvste, wie die Moral tind die Geschichte bereichert. Keine ft-wische Zeil'christ, keine Arbeit erschien, ohne von seiner stets ostcnen Hand Belehrung oder Rathschlägc erhalten zu haben. Aber Lnzallo hiiuerläßt einerseits eine Witwe und cluc zahlreiche Familie ohne Vcrmögeit, uicd andererseits eine bedeutende Anzahl von Werken, die sich bereits unter der Presse befinden, oder nur bandsclnifilich vorhanden sind. Wir sind überzeugt, daß unsere italienischen Glanbensbrüder das Andenken ihres berühmten Landsmannes in würdiger Weist ehren weiden. Luzalto gehört aber der eanzen Iudenbcit. Möge sieh daher aus seinen Schülerit , n st'o utile bilden, und ich werde so glücklich sein, mich demselben auznschlicßcn. Tcr griechische und römische Katholizismus, der Protestantismus und Islam mit ihren Abtbcilungen besitzen ,e eine Regierung, die ihnen zur Stütze dient, tmd dem beiressciiden stnltns, sowie den Männern, die sich die Ausgabe stellen, denselben durch ihre Arbutcn tu verherrlichen, eine wirksame Unterstützung zu verschaffen weiß. Dein Iudeilthuitte allein febll eine große Institution oder Stiftung, die sich's zum Zwecke machen würde, zll solchen Werken anfzumuntcru lind die Arbeiter auf diesem Gebiete menschlicher Thätigkeit zll erhalten. Synagogerl erheben sich Gottlob allenthalben, nm den Gottesdienst würdig zu feiern. Schlilcn und andere 11m tcrrichtsailstalten ciltstehcil itt allen Läildcrn, um die Erziehung aller .Elasten unserer Bevölkerung zu heben. Spitäler, Waisenhäuser und eine Menge anderer Institutionen der Menschenliebe verdanken itt verschiedenen großen Gemeinden ihre Existenz der Großniuih einzelner oder der össentliehen Wohlthärigkeit. Rnr die jüdische Wissenschaft ist bis zur Stunde verwitwet geblieben. Wie bedauernswürdig ist cs, daß mein Vorschlag, eine jüdische Akademie zu gründen, eilics Iahrhnndcrls bedarf, nm in Wirksamkeit zu treten, und ich würde iilich glücklich schätzen, wenn gegenwärtige Zeilen einem Mäecu der jüdischen Literatur die Idee ein geben würden, diese Lücke mit einer umfassenden Stiftung auszufüllcn, welche die Wissenschaft ehren und zu gleicher Zeit das Andenken ihres edlen Protektors vcretvigcn würde. Solchergestalt bitte ich alle israelitischen zeitschriftlichen Drgane, diesen meinen Worten die Aufnahme zu gönnen, und mit ancincm innigcll Danke den Ausdruck meiner ausgezcichnctestcn Hochachtung cntgcgcnzunchmcn." (B. Eh.) Nekrolog. Am 2. d. M. wurde Herr Rcarkns Mandl, Gemeind causschnß zu Böhmisch - Brod, Mitglied der böhmisch jüdischen Landesrepräsentanz. Vorsitzender mehrerer Wohllhätigkeilsvcrcinc etc. stc. nach kurzem Krankenlager im 7Z. Jahre seiner irdischLaufbahn ins bessere Leben abbcrufcn. Der Verblichene war wegen seines biedern festen Eharakters, den er bei jeder Gelegenheit bewährte, wegen seines hingebendcn Eifers für das Gemeinwohl, dem er seit tnchr als 4<> Jahren seine Einsicht und seine Erfahrung widmete, eine allgemein hochgeachtete Persönlichkeit. Als Vertreter dcr böhmischen Israeli: : entwickelte er eine rastlc 'c Thätigkeit, um das materielle und geistige Wohl seiner Glaubensgenossen zu fördern. und die Dpscrwilligkcit, die er bei diesem gemeinnützigen Wirken an den Tag legte, verdient alle Anerkennung. Bei dem günstigen Umschwung, den die Stellung der Israeliten im Staatslcbeu erfahren, war cs wohl natürlich, das; das Ddium, welches ans dein früheren den Israeliten durch gesetzliche Exccptioncn, drückenden System lastete, auch thciltvcisc auf die Personen übertragen wurde, die aus irgerid eine Weife bei Alissührnng jener nun gottlob aiitiguirten Aus« nahinsbcstimmungen uiitwirktcn, und auch Mändl hatte als Mitglied der ehemaligen Stcuerpachtgesellschaft einen Thcil dieses Sdiuuls, namentlich von solchen, die in ihrem Urtheile niemals die Person von der Sache ztl trennen verstehen, zu ertragen; allein selbst seine Gegner mußten seinem guten Willen und feinem uneigennützigen Streben Gerechtigkeit widcrfahrcit lassen; denn wahrlich der lOiiiim, der als Mitglied einer Deputation dcr böhm. Iudcnschafl an die Stufen des Thrones den Dank für die von Sr. LRajcskät, um'crcm allgclicbten staiser allergnädigst gewährte Gleichberechtigung ehrfurchtsvoll liicdcrlcgte, mlzßte ein warmfühlcndcs Herz für seine