Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 21 (26.10.1865)
- Date
- 1865-10-26
- Page
- Seite 177 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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mit Enthebung von diesem Ehrenposten ein. Ter Ausschuß, dem bicfco (Vci'uA zur A nGerung zngcstellt tiuirbc, drang je- | doch so rniKlid) und insländigst in dcn Herrn Schönberger,! die aus ihn gefallene Wahl mchr aneznschlagen, die er sich j endlich nittdiloii, den 26nnscheu seiner Mitbürger zn willfahren, und das Ehrenamt anznuebmen. Der neue Vorsteher hat bereits dnrch energische 2Lirlsamkeit das in ihn gesetzte Verlrauen gerechtfertigt. Er verstand cs Drdnnng und Leben in de» Vercii» zn bringen, und die Mitglieder mit einem Eifer für das Institut'zu beseelen; so dass cs dnrch einen geordneten Haushalt wie dnrch milde Spenden möglich wurde, die voin Vereine so slarkvermißte Genosscnschaftsfahne, die beinahe ans 4M fl. zu stehen kömmt, anschafscn zn können.??löchtc überall eine solche Verbrüderung der Eonfessioncn herrschen, wie sic sich bei dem erwähnten Vereine kund g.bl. Ungarn. Den am 7. d. ’Ji. beiin Cabbatgottesdiensle in der Shnagog.' zn Neutra vorgefallcncn Streit, der leider wirklich iil Thätlichkciten ansartetc, haben die Wiener Blätter mit Ungeheuern Uebcrtreibnngen dargestcllt. Es gab dabei weder Todte noch schwer Verletzte: cs war eine einfache Schlägerei, die nicht der Zuthaten der Phantasie bedarf, um als ein sehr bedauerlicher Vorfall zu erscheinen. Das Erscheinen des dortigen Eentral - Stuhlrichters machte dem Tumulte ein Ende, und der Gottesdienst konnte ohne weitere Störung fortgesetzt werden. — Herr Sberrabbincr Löw in Szegedin hat zn seinem 25jährigcn Amtsjubilänm allster vielen Beweisen der Anerkennung innerhalb seiner Gemeinde, auch einer Bcglückwünschnngsadrcsse von der isr. Eultnsgemeindc zn Arad erhalten. Suiplßiib. lieber bn$ bcn jüdischcnGewerbtrerbe n d c n n n b Handwerker n verliehene Recht zum freien Aufenthalte im ganzen Reiche bringt die P." einen Artikel, dem wir Folgendes entnehmen: . Die Bedeutsamkeit dieser Maßregel lvird erst daun klar, wenn man sich näher mit der gegenwärtigen Lage der Inden in Rußland bekannt macht. Die Ausnahlnsgesttze, denen die Inden unterworfen sind, haben den Zweck, ihnen entweder ihre Rechte zu sichern, indem sie ihnen gewisse Gegenden znm beständigen Wohnsitze anrveisen, oder auch eiiligc Rechte, welche die anderen russischen llnterthanen besitzen, zu entziehen. Bisher dursten die Inden sich nur in dem westlichen Thcilc des Reichs anfhalten. Dieselben zählen im Ganzen 18,222,OM Einwohner, darnntcr 1,430,000 lülso 7,85 pEt.) Iudeil. Die meisten Juden bat das Gonv. Mohilcw, wo sic 13 p Et. die wenigsten das Gonv. Tanrien, wo sie 1,41 pEt. der Bevölkerung ansmachcn. Berechnet inan die Gesammtbevölkeruiig Rußlands (ohne Polen und Finnland) zu 65,235,000 Individuell, so beträgt die jüdische Bevölkerung nur 2.,,, pEt. jener. Da die Inden überhanvt keine "Neigung;um Landbau haben und linr wenige so viel Kapital besitzen, um sich mir größeren Handclsnilternehmni'gcn beschäftigen zu können und so freien Zutritt;» den übrigen russischen Gouvernements zu gewinnen. so häufle sich die Masse der jüdischen kleinen Gcwcrbtrcibciidcn lmd Handwerker namentlich in den kleinen Städten so an, daß durch die ungeheuere Konkurrenz der Erwerb sehr schwierig wurde. Diesen Ucbelständen hil'. die dcn jüdischen Handwerkern gestattete Freizügigkeit mit einem Schlage ab. Außerdem wird sic dcn Mangel an guten Handwerkern! in dcn inneren Gouvernements beseitigen, wie denn bereits früher von dem Kursier und Ssmolcnskcr Adel, dem Vcrwaltcr der Getränke - Aeeisc im t'sourerncmcnt Kursk und dem Militärgonveineur in Weroncsh darum petitionirt worden war, dcn jüdischen Technikern, Branntweinbrennern und Bierbrauern den Aufenthalt in dcn inneren Gouvernements zu gestatten. Endlich hinderte^ auch das Urberwiegcn der jüdischen Bevölkerung in den Städten Westrnßlands das Ersrarcn der russischen Rationalität in diesen Städten. £oknl und promimalnarijridjtni. Prag (B-riHanng) In der statistischen Auszählung der letzten Nummer nu' res o a.' v h -rorrs mit Drdenszcichcn dekorirtcn Personen geschah ans Versehen, des Herrn Markus Rosenbachcr als Inhaber des goldenen Verdienstkrenzcs keiner Erwähnung, was wir beute berichtigen. * Die Enkel des um die Ioscfslädter Kinderbewahr - Anstalt zu Prag hochverdienten Direktors Herrn' Moics von Portheim haben zur Erinnerung an die Feier der goldenen Hochzeit ihrer Großeltern dieser Anstalt die Summe von 1800 sl. mit der Widmung gespendet, daß alljährlich am 16. Dktober drei Kinder vollständig bekleidet und für 172 Kind r ein Festmahl bereitet werde. A.t 14 d. LN. dem ersten < .dächtnißlagc. ist diese Stiftung im Beisein des Jubilarslind seiner ganzen Familie ins Leben getreten. * (Deal und Landau) Der Enkel des Prager in Herr H. I. Landau als Verfasser des mnnt deutschen Hansschatzes bekannt, halte bei seiner letzten An- Wesenheit in Pest die Ehre dem gegenwärtig ersten Staats, manne Ungarns.Teak sein geistiges Produkt zn überreichen. Der lcntscclige Magnat, für den Millionen Herzen schlagen wußte dem Verfasser mit Nichts Anderem zu danken, als sich lobend über d s Werk ausznsprcchen. und ihn mit einem zweistündigen Besuche auszuzeichnen. ' Vor Verabschiedung Landan's von seinem in so kurzer Zeit erlangten Gönner, überreichte ihm letzterer seine Fotografie mit einem sehr ehrenden Autograf. * (Kunst) Frl. Rosa Prcßbnrg k. hanoveranischc Hosschauspiclcrin eine geborene Pragerin wurde bei ihrem Aufenthalte in Nordhernap znm Könige bcschiedcn, vor dem sie die Ehre hatte einige Declamationcn vorzntragen, woraus ihr die hohe Anszcichnnng zu Thcil wurde, ans königlicher Hand einen Brillantcnschmuek zu empfangen. — Herr Göttlich Burger, der noch vor Kurzem dem Ehor des hiesigen Tempels angchörte. erhielt an der Rosioker Bühne ein Engagement als Heldentcnor. Brünn.. Der berühmte Violinist Heinrich Wilhelm Ernst, geboren 1814 zu Brünn, starb am 9. Dklobcr in Nizza. Lemberg, 21. Dktobcr. (Die Juden im Genre inberat!)). In der vorgestrigen Sitzung des Gemeinderathes wurde die Bcrathnng des Entwurfes der Gemeindeordnnng für die Stadt Lemberg fortgesetzt. Dr. Hönigsmann erklärt, daß die jüdischen Gemeinderathe, welche im Jahre 1803 gegen das Statut proteslirr und beschlossen haben, sich an den Berathnngcn nicht ferner zu bethciligen, weil man damals die jüdische Gemeinde von der christlichen trennen wollte, nun in Anbetracht der geänderten Verhältnisse ihr Interesse mit jenem der Kommune als Bewohner und Sohne eines Landes vereinigen wollen und überzeugt sind, daß ihre gerechten, dem allgemeinen Interesse der Gemeinde nicht entgegenslehendc'.! Forderungen berücksichtigt werden. Auch Joseph Kol i scher und Dr. La nd es b erg er sprachen sich im versöhnlichen Geiste ans, worauf Dr. Madejsli die Gründe des Mißverständnisses zwischen Juden und Ehristcn. lvclche aus der Vergangenheit herrührten, auscina übersetzte und die Hoffnung aussprach, daß eine ruhige Diskussion die Beseitigung aller Schwierigkeiten zu Folge haben werde. Warschau. Die Statthaltcrci hat verordnet, daß von nun an bei allen amtlichen Zuschriften in Eivilsachen an Israeliten die bisherige Bezeichnung „dem Juden" (zydowi) wegzufallen habe.