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Das Abendland · 1865-10-26 · 21 (26.10.1865) · p. Seite 178

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
21 (26.10.1865)
Date
1865-10-26
Page
Seite 178 (sequence 8)
Language
German
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Amerika. (Ein jüdischer General.) Ter Brigade Venera! der UnionSarmre Josef Karge, welcher gegenwärtiges Militärkommando von Snd-Mississipi iune hat ist von Geburt <in Poscner. Im Jahre 1848 bethciligtc er sich, als Fanatiker für die polnische Lache, am Polcnanfstandc. Luchschan. 4. Siffnriifl: Jahrbuch für Freunde der hebr. Sprache und Literatur mit Beiträgen von verschiedenen Schriftstellern. erauSgebcr N. Keller. II. Jahrgang Wien 1865. icsc- Jahrbuch, dessen erster Jahrgang sich schon einer verdienten Beliebtheit bei den Freunden der hebr. Literatur;u ('freuen hatte, steht seinem Vorgänger durchaus nicht nach, und eS bedarf nicht erst der Erinnerung, daß der verdienstvolle jugendliche HcranSgebe^inS bessere Leben abgerufcn wurde, bevor er diese Sammlung der Tcffentlichkeit übergeben konnte, und daß er, wie Herr I)r. Iellinek in der dem Buche vorgedruckten Empfehlung sich auSdrückt, seiner trauernden Gattin und seinen verwaisten Kindern nichts als seinen guten literarischen Namen und den Erlös dieses Werkes hinterlafsen, um die Kauflust der Bücherfreunde anzuspvrnen, der. innere Werth des Bucheist seine beste Empfehlung. ES enthält so viel dcS Gediegenen und Interessanten, daß eS gewiß jeden Leser vollständig befriedigen wird. Der Raum, den wir in unserem Blatte der Besprechung neuer Erscheinungen aus dem Gebiethe der jüd. Literatur 'zuwciscn, gestattet eunS nicht jede einzelne Arbeit einer gründlichen Bcurtheilung zu unterziehen, und wir müssen unS darauf beschränken, auf die verschiedenen Beiträge aufmerksam zu machen. . Mehrere derselben sind der Nekrologie gewidmet, und verdienen, abgesehen von dem Wrrlhe, den ihnen da- Gefühl der Pietät verleiht, als kleine biographische Skizzen die Würdigung dcS gebildeten Lesers. Die fchör^, bereits im 1. Jahrgänge der Biclnrim begonnene Arbeit IcllinckS über die Methode deS Talmudstudiums während der letzten 3—4 Jahrhunderte, findet in diesem 2. Jahrgänge ihre Fortsetzung. Ter gelehrte Verfasser nimmt die polnische Schule gegen den Vorwurf, als habe fle durch die pilpulistische Richtung den Geschmack verderbt, und jeder logischen Behandlung dcS Talmud den Weg versperrt, in Schutz. Nicht Polen, meint Iellinek, sei die Wiege dcS Pilpul, sondern Deutschland, und ^war die Wiege deS Pilpul neuester Gattung, wie ihn die Romantiker unter den Theologen unserer Zeit mit Eifer pflegen. Zur Begründung seiner Ansichten führt der Verfasser auS dem reichen Schatze seiner Belesenheit mehrere interessante Eitute anS älteren Werken an, welche zeigen, daß cs gerade polnische Gelehrte waren, die gegen den wortverdrchcndcn und satzvcrrcnkcnden Pilpul eiferten. So logisch und geistvoll die Deduktion dcS Vcrf. auch ist, möchten mir doch bezweifeln, ob sie mit Nothwendigkcit zu dem Resultate führen müsse, daS der Vcrf. auS ihr zieht. Der Tadel gegen den Mißbrauch, in dem sich einzelne klare Denker begegnen, die Heftigkeit, man möchte sagen Leidenschaftlichkeit, mit den» sie ihn anSsprcchcn, beweist vielmehr, daß der Mißbrauch vorherrschend gewesen sein müsse, die Pfeile, die gegen ihn odgcschossen werden, haben ein nahes erreichbares Ziel, schwirren nicht nnsicher in der Luft, um auf den freien Boden der Tl cori'c niederznfalleu. ES sind konkrete Gegner,, denen der Tadel an den Leib geht, cS sind vielleicht bestimmte Persönlichkeiten, die er sipirt. Jedenfalls gebührt dem Vcrf. daS Verdienst den Pilpul alö eine EntwicklnngSphafc des talmndifchcn Studiums und dessen Lichtseiten zur klaren Darstellung gebracht zu haben. An diese treffliche Arbeit schließt sich eine andere vorrägliche Leistung von I. H. Weiß, die wohl nicht die u isfenschaftliche Behandlung :S Talmud auf neue bisher unbekannte Bahnen lenkt, hingegen durch die gewissenhafte von Hyp lhcsensncht ferne Detailirun jene Momente begrün.dkt, die d^r kritische For'chcr niemals aus dein Auge verlieren darf. Würdig zur Seite steht den erwähnten Arbeiten die Untersuchung RcifniannS über wSx Kün, hingegen Hütten wir seiner Arbeit über Synagogen uud Lehr- Häuser zur Zeit dcS Talmud mehr Abrundung und Vollständigkeit gewünscht. AuS den übrigen gediegenen Arbeiten beben wir noch die köstliche Skizze über die Wirksamkeit d r hebräischen Bnchdrnckrrcien in Wien während der letzten 80 Jahre hervor. Nur die Feder eines Lctteris vermochte dein trocknen Gegenstände soviel Reiz und. LebcnSfrisei c zu geben. Wir zweifeln nicht, daß dieses treffliche Jahrbuch einen reißenden Absatz finden werde, welcher der unglücklichen Familie deallgemein betrauerten Herausgebers einigermaßen Linderung ihres Mißgeschicks bringen möge. —e— 5. Bei Gebrüder Le ch in Paris ist ein neues Buch erschienen unter dem Titel „1.63 juifs Algeriens* welches der allgemeinen vollständigen Naturalisinmg der Juden in Algier als französische Bürger mit vieler Wärme daS Wort redet. Der Verfafler, C. Tregicr, ein höherer Iustizbeemte in Algier, Ehrist von Geburt und sonst als juridischer Schriftsteller rühmlichst bekannt, bekämpft mit glänzender Beredsamkeit die Vorurthcile, deren Dpfcr von jehc, die Juden im Allgemeinen und besonders jene von Algier waren. Tregicr behandelt seinen Gegenstand nicht nur mit Gründlich'cit und überzeugender Klarheit, er ist von seiner Uebcrzeugung mit wahrer Begeisterung erfüllt. AIS Beweis derselben lassen wir die Widmung deS BucheS an MofeS Mcndelsohn in deutscher Ucbcrsctzung folgen. „Unsterblicher Schattenl „Wer hat mehr als du, seit einem Jahrhunderte beigctrageir „zur Emanzipation und Ausklärung der europäischen Isra- „ritten? Würdiger Erbe eines Namens, den zwei große Metrischen führten. Der Verkünder der schriftlichen und der „Erklärer der mündlichen Lehre — warst du der Ucbersctzer „beider und allen Vorurtheilcn der Unwissenheit, allem Widerstande deS Fanatismus zum Trotze hast du als Bild- „ncr deS IudenthumS unserer Z it wie der Sohn AnrramS- „dcr Gesetzgeber dcS alten und der Sohn MaimonS der „Philosoph dcS mittelalterlichen IutenthumS war — beinr „Brüder ge hrt auf die Bahn der socialen und politischcw „Neugcstalk g. „Möge du cS wohlgefällig aufnehmen, wenn ich nn- „tcr den Schutz deines gesegneten Andenkens ein Buch stelle^ „welches den gesetzlichen Fortschritt und die allgemeine Natu- „ralisirung d r algerischen Juden zum Vorwurf bat. „Dieser Fortschritt und diese Natnralisirm waS sind- „sic anders als deren volle Emanzipation als bei eit vollstän-- „digc Eivilisation? „WaS du für die deutschen Israeliten warst, wie gerne „machte ich eö für jene Algiers sein! „Allein, aä', wer zweifelt daran — und niemand weiß: „rS besser als ich — auf dem Felde, wo deine mäch.ige „Sichel so viele und so reiche Garben geerntet, vermag ich- „kaum einige schwache Achrcu anfzulösen. „Doch wie sie auch seien, w schmähe eS nicht, daß ich- „sie widme, dir, der lebendigen Pcrsonification allcS Fortschritts in Israel, und durch dich, deinen Brüdern aller „Länder, vorzngcweise aber deinen Brüdern im französischen „Algerien. SZff" 3ni* gefälligen Leachlung. Nückslnndigc SUjoiifmfiitSfjrlöcr, t>ic noch Don i)cr frühem Nednktion hcrrichrcn, sind nn die Adresse:Bnchdrncferel der Herren Sender-? L Vrnndeis in Pruij, Rittcrflnsse Nr. 40S — I;n richten. Druck von Arndero Sc Krandris.in Prag.

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