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Das Abendland · 1865-10-26 · 21 (26.10.1865) · p. Seite 173

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
21 (26.10.1865)
Date
1865-10-26
Page
Seite 173 (sequence 3)
Language
German
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firitcn t'c>icf t — r,cf1 ö11 t'cr Nl'cn'l! I e t, sti er! ker Welt er. Tic (v-:d :d r^, Vcic ur.tcficdJid c Niduerin ift es, von der jede 2>e.l ihr ewia »tr.UMt'ciruflirf;cö llitlicil .cvl’ölt. i'or ihr iinrcnh.-iiiri'cc1 ivilurol gehört jede Handlung und jedes stoku-l.'.. r: c. ü! eine in dem licbl'dien holden No'cnlid't der Tn-t! ' ' rtei ii; der schwarzen stnstcrn Schatte: nacht des fd’Cü^iu.> nei UH Vrficr*?. 9 fccr, io nie sie. die (';cntirftc ,ms acnone und pünlUidc R chem'chast von allen', dem scbnli|t( n-co die?!ifbcnc.r-,u;iifl für die Nachwelt verdient, eden so ist es r.ud> wieder anderseits unsere beiligc vi-d nn vcrläßlidc T:flid.r, sic in den Tland zu sehen, zur rclllemine-.un .Kenntnis: all desjenigen gelangen und in ihre Annalen anfnchn'cn zu können, was sic darin aufzunchmen berufen und was der Uebcrlicscrung an die s)>achwclr würdig ill. Der Ursprung der Zage vom twigcn Juden (5 ne Vcrmutl ung vcir Tav.t» Mendl. I., nngclebrt, nur sirr mich das Vorrecht mancher ,>ilo^ logen"nnd Alrerrhnmsforscher in Anspruch zu nehmen, vcrmöec dessen sic oft ihre Träumereien dem Vefer alo apvdikli)d; (Gewißheit arifzulischcir wagen, habe ich de folgende eine Vermrnhring genannt, Handelt cs sich doch nicht um die Erläuterung irgend einer scbwicrchcn stelle, eines unllaren Wortes in irgend einem vermoderten Nra.nriskripte, denen Autor vicllcidt durch einen lapsus calami Vcranlasinng zu den spitzfindigsten T cdnetioncn und den. gewagtesten Eombinalicncn gab oder auch abstchllidi geben wollte. Es ist in diesem Aufsätze bloß von einem .Eu-schepsc^ der Volkspocsie die Rede, einer Ausgeburt der träumerischen Fantasie, die von spekulativ religiösem (Reifte befruchtet, dieses höchst santasiische Wesen, ein cwiglcbcndcs, ein moralisches l'nrpetuuru mobile, zur Welt brachte. An die Bcurtbeilnng eines Gesch 'pfes der Fantasie aber, das durchaus nicht berufen ist, ans judizielle oder rituelle, gramntarischc oder syntaktische Legislatur irgend welchen Einfluß zu üben, darf wobl die Fantasie sich eher wagen als die rein historische krilik, und so möge der Leser cs nicht übel nehmen, wenn er hier nichts als praktische Träumerei findet, die einmal der Sriginalitür wegen die Form einer Abhandlnng angenommen hat. Nachdem ich dieses Vorwort als einen Präservativen Magenwürmer gegen etwaiges allzuf ranbes Wetter der Kritik angcwendet, will ich, ohne weiteres > Lclalen und rtnacken an der Schelfe den eigentlichen Kern j meiner Frage erfassen, der ist: . _ I „E? i b t eo eine s pc; isi sch jüdische Sag c. w c l cl> c der ch r i st l i ch c n Sage vom „e w i g c u Juden" ähnlich und mit dieser v e r w a n d t i st, oder gar nur in derselben, dem Gei st c d e s Eh r i sr c n t h u m s a n g c m essen m o d i f iz i r t, sich w i e d e r s i n d e l?" Tiefe Frage kann man mit einem einfachen „Ja" beantworten. Für Erläuterung dessen wollen wir beachten, wie die jüdische und die christliche Anschauung in einem speziellen Punkte aus einander geben. Ter Ekisl des Indcnthnms ist ein E'cisk d Aetien. weder in ruhiger BesdicirrlichkEt, tIolianimIiost.il ikkor elo hamaaseh), noch in der rohsten, bercitwilliasten Hingebung an dae- Vcidcn kann seine Mission bei dem ^ganzen Volke wie beim Individuum in Erfüllung keminen. Tie gcseicrlen Helden unserer beschichte von Abraham tzjs Bloses, unter dem unsere Vorfahren sich nach dem Aricdrmlc r 1 kijc.in atl'.o nihjesoh loom“ zum Veile eonstilnirnn, und von Moi'es bis zum heutigen Tage, e.I.e sind ne Neännrr der Aktion. Alle unsere Festtage, die hoben Feste wie die Halbfeicrtage, sind Erinnerungen großer Timten entweder' der Gottheit selbst oder der von ihr gc'andlln begeisterten N:äi:cr der Tbat gcwidnict. Tas beiden, die Passiri', Ivnnle lei einem Volke, dessen ganze, Jahrtausende alte Lcbensgcschichte nur eine nnnntcrbrochcnc 5citc von Tiangsalen war und tbcnweise noch ist, wie für etwas Ui'gcwöhnlichcs, Anßerordenllicheo, der erhebnngovollen Feier Würdiges rraelwet werden. Wir haben daher für unsere mcrlwnrdlgslcn Niarinrer nur Worte der klage, des Vcwcinens, und die dauerndste Erinnerung ibrer läuft höchstens ans Trauer und Fasttage nie. Anders ift es rnr Ei ristcnrl nmc, das scheu ... w tz.i-.w'.r gegen das rasch zu rcidränaende Heidcntbnm, welches seine Beänncr hervorragender Tbaten° :n weiter und Halbgöttern slämpelte, die Passion, die Sc!bstc.m'ovscr nna. die Hingebung an das Leiden, als den Sieg des Ideellen über das Materielle, als das bödstgiliige Zeugnis für seine Togmcrr anellierte.. L w' Erlösung selbst ist im Ehristcnlhnme die ^okgc nie!'t forvogl einer groncn bcwcgcndcir Tbat, als eines nngchenern, r.berw.cnschs-chrn Leidens. Tao Leben der christlichen «^ianbcnshcldcn gipfelt daher n-eislens im Aeärlhrcrtodc, ja selbst das ungemein thäligc Lcbcrr des Azostclder Tentschcn, Vonifazi: s, wird noch im hohen Ekeiscnaltcr mit dein gemaltsamerr Tode des Vlritzcngcn besiegelt. In der Passion, der Entbebrning und Entsagung, war eine seltenere lind, wir dürfen es gestehen, nid.t minder bewunderungswürdige ^itt des brcroismris vorhanden, der im Wesen des chriili'chen Tk vrerrbrims und in der den Inden wie den b'öi.rern ur. Ekicchen gleich wenig bekanirlcir mönchischen A <oe*j ilicit Ausdruck fand. . , . Tic Ideen aber, welche die 0Ncnschheit zrr einer ^,cit oder in einem Lande dnrchdririgen, sprechen sich, lc oi'.!.e»s beim Beginne ihrer Herrschaft, ganz unverkennbar in d.r Tichtnng aus. Glicht aber ist eben die poelisärc ArFiokratw, d. h. die Beeister der Tichtnng, mit diesem Tolnictschcramte allein betraut, diese sind zumeist nur ihrcri cigencir Idccir j genug beschäftigt, welche, wenn in gelungener ^Form auegci sproch.cn, erst allmählig zum Eigcnthume des Volkes werden.! Tiefsinniger vielmehr findet sich der Idccngang eines Voi.es oder einer Zeit in der eigentlichen Volkspoesie, im Vrcdc roj wohl als in der Sage, wicdergegcbcn. Und zwar vs.egt das > Volk in seinem poetischen Trange nicht neue, liic^ dagewefei.e ’ Eknalrcir hcrvorznbringcn, cv sind vielinchr Personen scur^.! ältesten 6'c'chichtc, die'cs mit dem E'loriensch.cine oes Abeu- ' tcnerlichcn, des Würchcnhasten unrkleidct. -b ein ^südckchu.r Volke wurde die Sache noch viel leichter gemacht: die Vwb.l selbst bet ihm Helden genug, au der uns dort erzähltes Leben und Wirken die Lage anknüpfen konnte, und Lro:iders einen, dessen Leben und Wirken, vorzüelich^ aber dessen Scheiden rom Schauplatz seiner Thatcn gar:; eine poeti-ebc Bivstik aufwcisen wie kaum eine Parthic welcher bNüthologie^itnmcr sic prachtvoller auszuweisen, vermag, lind er l\l ganze:.: Hel) der That, wie allein das Iudertthnm ihn bewundern kai.>r, sirr den die wundervollsten Ersckeimmgen der Wüste sich wiederholen, der das kühnste verlangen und wagen, und endlich and, wie Morchel, bei seinem Scheiden die Vollendung seines Werkes getrost einem würdigen ^e'.ingcr üoerlasseii darr. Dieser Held : ft d c r P r o s e t E l i a s. Voll d:s^ nesstcn Sinnes ist d e <cage, daß Elias, über dessen e^ost ^.nnrnng sich in der Bibel keine befriedigende?lachricht findet, kein anderer sei als Pinchas, der Enicl Ahrons, der siel: ale ci,rig.r Mann der Tbat fdic;- in der Wüs e bewlrbrt hatte, ur i dem vermeintlichen A. 'alle der drirmlb stamme am dan als rascher Vern .ttler üd, abermals bewährte, und dessen Tod rur die L ibel völlig im Tunlel las . . ocbcu E s ist eine immer wieder kehrende Er sdicinnng^rm .. cr der Völker, daß ihre nntcrsten klassen an den ^.od geliebtesterr Blänncr durchaus nidu glauben mögen lmo lhi. gcwissernraüeri die sakciselx llnsterblid)leit id.cn uu i. urp'cl? vindiziercl,; wir erinnern nur an die Vollssagcu von rxrrcdrid) Barbarossa. Hcinrid: dem Finkler, kaifcr ^oftf II. an die böhmische Sage von den Aäii'.pen im Bninikberge u. f. w. Und das Volk glaubt, daß seine nicht ge st o r b ni e n Helden stets bereit s:r:d, wenn cs noth thut. aris lhrer Uagcichrcdenheit wieder ans den >Ld)anplatz der ^.ssentlid^kcit zri treten. In der sderoenzcit der 9rid)tcr, in den Zeilen Lamncls, Davids und Salomos fehlte cs dem Volke nicht an Dlänncrir O' *

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