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Das Abendland · 1865-10-26 · 21 (26.10.1865) · p. Seite 172

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
21 (26.10.1865)
Date
1865-10-26
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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lich die gpc^ifl{?icnti*tc der^Jnden^,uuft ,renigjvissensch"sttid)c Bcärbcjt i, n j ji 11'nng 'gesunden hat, das; das ^crsircnl'liegende iViaicvialc noch immer die nölhige Lamm luug und Lichtung erwanet; um als selbstständiger Zweig der Wissenschaft Blüthen und Früchte für die Nahrung tu* Geistes zu trccn. 26ir glauben nun nach den vorhergehendcu ^Bemerkungen zu dem eigentlichen Zweck dicsts Aussatz?* übergehen zu köuncn, und wollen uns um so kürzer fassen, als wir bloß eine Anregung zu gebeit beabstchtigen, und in der Hoffnung, daß die Idee Anilang finde, in diesem Blatte, Antrügen und ^Bemerkungen mit Freuden cntgegeuseheu. Die (stescl'ichte der_Iuden in_jjschwer^gl'W.eu, ^Tbeil der jud. Tpezialgefchichlc, ist bis jetzt noch ganz der wissen- THjaTtlirfKit Beacknung fei n geblieben, und es ist nicht einmal die Lckuild der Gelehrten, daß sie noeh nicht ihren ^acitus gefunden. Der zerstreut umherliegende OKschichtsstosf ist so bn: und rerschiedcuerlig daß ihn unmöglich eine ciuzelnc Kir i bewältigen kann. Tic Duellen liegen verborgen und versandet in Chrenileu, Mcuiuskrivten, etc. wo sic kaum gesuel't werden, in Archiven und Bibliotheken, die 'nicht leicht zugänglich sind. 'Diiir eine Tstrcinigung geistiger Kräfte vermag eS in das liefe Dunkel 9icht zu bringen, und zu diefein Zwecke geben wir dem Wunsche Ausdruck, daß sich in hiesiger Gemeinde ein 'Derein sür die Geschichte bcr_ Juden in Böhmen bilden „möge. Die Präge? Gemeinde zählt in ^ikst'er Mitte so viele tüchtige Männer und ist im Besitze so vieler Hilfsmittel für den ausgefprocheucu Zweck, daß nur sie geeignet ist, den Centralpunkt eines sollen Vereins zu bilden, und eS ist nicht zu bczwcistln, daß euch eine starke Belhciliaung von auswärts ihre Kräfte dem Vereine Zufuhren würde. Wir hostcn, daß hcrvorrage de Männer hiesiger Gemeinde, den Gegenstand, den wir b.oß angeregt haben wollten, in Händen nehmen werden, um ihn dem cutsprccheudcu Ziele zuzuführeu. —E 3nr Geschichte der Juden in Löhmen. Die Menschheit hat niemals die Menschlichkeit ganz verlüügnet. Bei den häufigen schrecklichen Verfolgungen, denen die Juden im Mittelalter von Leiten des fanatischen PöbclS ausi csetzt waren, fanden sich auch wieder einzelne diirch Macht und Ansehen hervorragende Männer, „Gunter hohe Würdenträger des Ltaates rnid der Kirche, welche sich d r Unglücklichen annahmcn, und sic vor der Wnth ihrer Verfolger zu schützen snchlcn. Cin 2Klcg hiezu liefert ein unS vorliegender für die Desfentlichstit bestimmter, aber nicht zum Drucke gelangter Aufsatz ans der FGcr dcS im Jahre 185)8 verstorbenen, wegen feines klassischen hebräischen Lthls iind seiner Lammlnng interessanter Notizen zur Geschichte des ZndenthilinS berühmten LchriftstellcrS Maikns Fischer. Dieser Aufsatz, ni'.tcr dem Titel „Aiifrage und Bitte" dcsscii Niittheilung wir der Güte eines itaheii verwandten des 'Verfassers, des gewcsenen KassaDssizials ei der hiesigen Cnl.'usgemeinde Repräsentanz Herrn Wolf Jener verdanken lder nns cns Gefälligkeit steißige L^euützung des literarischen ^kachlasseS feines genaniiten DnkclS gestattete, und unser Blatt selbst mit eigenen Beiträgen unterstützen möchte, wenn ihm nicht ein anhaltendes Körpe,leiden schon längst jede geistige und phhsischc Anslrengniig zur Unmöglichkeit machen windest bespricht das von dem 1-189 verstorbenen Prager Rabbiner Abigdor Caro verfaßte mit deii Worten nxSnn Sr rx beginnende Bnßgebeth. Nach unserem Gewührsiiinnne habe das im Jahre 1509 in Prag gedruckte Machsor das crwähntc Bnßgebeth vollstäiidig wie es ans der Feder feines Verfassers geflossen, enthalten, und die Erzählung der 1889 in Prag stattgesniideiien Judenverfolgung ausführlich beschrieben. Zahlreiche svätcre Ausgaben des Machsor und der ^lichoth haben dagegen die ganze MartyrerreminiScen; weggelafsc::. die c;ft wieder in der Machsorausgabe von, Jahre 15,88 mit vielen Abkürzungen und Auslassungen Aufnahme fand. Herr Markus Fischer theilt nun ans der Machsoransgabc von 15,09 eine höchst interessanle in den spätem Ausgaben fehlende Lteile dieses Gebeths mit, die wie eit, glänzender Lichtpunkt ii, die Finsternis: des Jammers i^nd der Trostlosigkeit hincinstrahlt, und einer hochadeligen Familie unstres 'Vaterlandes, die sich von j her durch Leelenadel und hochherzige Gcsiungng au zeichnete ein . Chrendenkmal der Humanität nitd der Beildc inmitten einer Zeit des ('Mi,,,* benshassos und der Vcrfolgnngssncht errichtet. Dic'e Lteile lautet in deutscher Uebersetznng. *) „In dankbarer Anerkennung der uns erwiesenen Ost,ade gedenken wir des mächtigen Grundbesitzer. -rra pävstlichen Fürsten 'v-r-rxn ::::— des Hoch- „ adeligen nvna st'.Sx, den, unsere Rippen Loblieder ansliu,- „men. Cs ist dieß der hohe edle K olowrat des Aststkes „'Verpflegte und der .Krone Lchatzhüter, er dickt es nicht „mit der alles Heilige schändenden Ratte, sondern w'iidete „uns sein Wohlwollen zu und schützte uns durch seine Bracht, „er sah unser Elend und unser weisen, und sein Erbarmen, „trocknete unsere Thränen. Mit sausten 'Worten bot er uns „Trost, und übte Wohlihätigksst an Israel. 'Viele vom Tode „Bedrohte nahm er gütig in sein Lchloß ans, und bot ihnen „durch ganze 4 Tage ein sicheres Asyl gegen die "Verfolger. „Cr verpflegte die Unglücklichen und schützte sic ustt bewafs- „netcr Hand. Möge Gott seine edle Handlungsweise ver- „gelten, und seine Wohlchaten vielfach lohne:,."' Herr Fische,', der den augesührteu Zeilen das Gepräge der Acchtk : zucrkennt, wünscht—und mit ihm auch wir — daß Fach imer, welche die Delailgeschichte Böhmens nun Gegeustai. ihres 'Studiums machten, über den edlen Beschützer der Juden aus dem berühmten Gesclckcchtc der K olowrat nähere Auskunft ertheilen möchten, was um so dankcnswcrther wäre, als die Titulaturen und 'Würden, die dem hochgestellten Manne beigelegt werden, durch ihre zn wenig bezeichnende Fassung in hebräischer Lprachc wenig Anhaltspunkte für die Forschung bietlien. Die Begründung dieses heißen Wunsches geben wir mit den eigenen 'Worten des Verfassers, der hiedurch sein für seine Glaubensgenossen warmfühlendcs Herz wie seinen wissenschaftlichen Crnst beurkundet. „Ich weiß wohl, schließt Markus Fisch r seinen schönen Aufsatz, daß maucher den ganzen (Gegenstand nicht der Mühe der Untersuchung werth halten wird. Aber so geringfügig die ganze Lache an und sür sich auch sein mag, so scheint sic nichts desto weniger einer geuanen Erörterung nicht ganz unwürdig. Den, aufrichtigen Menschenfreunde, besonders aber den, unbefangenen Geschichtsforscher kann kein (Gegenstand dieser Art :n unbedeutend oder zu kleinlich sein; denn jedes Crcigniß und jede Thalsache, was oder wen sie auch immer betreffen möge, sobald sic nicht in dem Gcbicthe häuslicher Kleinigkeiten liegt und sich nicht auf alltägliche Geringfügigkeiten und nichtssagende Unbedcutcn- *) Diese Stelle lautet itn Original wie folgt: LdN -rem LU' ":v ,n:'jnn Sy, "I 'Sr -y rrn Sy, x, n ,n:i ,::,yS, ,:'o p,ny xSa rtMx ,n;'ra -,Sx, r.'.rrxn 'Un cyn |r,r x,n ,r;,yx2 v^ye Sr -.ex Sen -en ™ ‘:1 -En .'S!!? x'»' irSy ncra pn — -,u,2 vr-yz -ye ri-rr!.-,n — ,,rSx rr;m van -jveaS ,,vSy -cj ,rSa.-,r, ,r,p-ir3 ,-au ,-82 Sya nyai na', ,vSy Sann rx, rx nxn Sxne'r rpyr nprr rnS ,,;,eS Sy nrn nn,.n, z'trr.z nna va c:,n:na rann ,,r.a-x y.r.z r=x a*nS eaara cm 'r ,,:,ro y. 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