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Das Abendland · 1865-10-12 · 20 (12.10.1865) · p. Seite 170

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
20 (12.10.1865)
Date
1865-10-12
Page
Seite 170 (sequence 8)
Language
German
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— 170 — Smyrna. Hier hat die Cholera im Judcnvicrtel schreckliche Bel Wüstungen angcrichtct, doch hat sich mit göttlicher Hilfe der Gesundheitszustand gebessert. Bon London sind nahmhafte Gclduntcrstützungcn für die jüdischen Armen hichcr gelangt. Southamptoil. Herrn Benjamin Staatssekretär der nun besiegten südamcrikanischen Eonsöderalion, der bekanntlich dem jüdischen Glauben angchört, ist cs gelungen über Westindicn nach England zu entkommen, und sich der Verfolgung der amerikanischen Gerichte zn entziehen. — Aenyork. Dr. Btilzincr ans Eopcnhagcn, Rabbiner und Prediger der Gemeinde „Anschc Ehcsed" -n Ren;7)ovf hielt im vorigen Monate seine Antrittsrede über den 2-zt JcsaiaS 26„6 — welche beifällige Aufnahme fand. Onchschtttt. 1) Orar Olioelnna. Schatzkammer der hcbr. Lncratur. Zeitschrift für Geschichte, 5kritik, Sprachsünde und Belletristik hcransgcgebcn von Josef ftohu, Redakteur des Hammwasscr Jahrgang III. Lemberg 1865. Dieses Jahrbuch-cnthält eine Reihe meistens kleiner Aufsätze von mehr als 40 Mitarbeitern, unter welchen sich viele Rainen von bewährtem Rufe auf dem Gcbicthe der jüdischen Wissenschaft befinden. Die meisten Arbeiten sind der Erklärung schwieriger Stellen in Talmud und Midrasch gewidmet; auch talmudische Sprachforschung und Bibclepcgcse sind ziemlich venrelcitz. Weniger ist die Geschichte bedacht. Einige gelungene Gedichte rechtfertigen auch den Titel des Buches bezüglich seiner Leistungen für Belletristik. Das Jahrbuch biethct indessen nicht bloß Mannigfaltiges, sondern auch-viel Gutes und Jntressantcs, und verdient in vollem Maße die Beachtung und Würdigung aller Freunde der jüdischen Literatur. Der unermüdlich thätigc Herausgeber hat sich durch diese Sammlung, zu der auch er einige lüchtigc Beitrüge lieferte Verdienste um die Wissenschaft erworben, und cs verdient das Unternehmen alle mögliche materielle und geistige Unterstütznug. Wir wollten durch diese Anzeige bloß die Aufmerksamkeit aller Freunde der hcbr. Literatur auf das werthvollc Buch lenken, und sind gerne bereit einer wenn nur nicht gar zu weitläufigen Besprechung der einzelnen Arbeiten die Spalten unseres Blattes zu eröffnen. Das Jahrbuch ist dem Nestor der füd. Wissenschaft, Bberrabbincr Rappoport gewidmet. Die äußere Ausstattung ist recht befriedigend; jedoch können wir cs nicht unterlassen dem Herausgeber eine größere Sorgfalt bei der Eorrcltur zu empfehlen. Tie vielen Druckfehler sind cs, die überhaupt der ancrkcnncnswerthcn Rührigkeit der jüdisch. Druckereien in Galizien bedeutenden Abbruch thnn. 2) Ter „Israelit" berichtet von der Herausgabe eines vom scl. Ezechiel Landau hintcrlasscncn Manuskripts unter dem Tittcl r,zz~'2 *?*.;■?, die ein gewisser Herr ttohn in Ungarn veranstaltete.— Dieses Buch, Glossen zum Brach Ehajim enthaltend, ist jedoch längst in Prag erschienen, und mancher neuern Ausgabe, des Brach Ebajim bcigcdrnckt.— 3) Koclibe Jizchak. Eine Sammlung ebraischer Aufsätze dc. t'c« M. E. Stern. 32. Heft. -Wien 1865. Wie die srühcrn Hefte hat auch dieses zumeist eine poetische Tendenz, und nehmen die hebräischen Dichtungen den größten!Raum des Büchleins in Anspruch, unter welchen sich manche recht gelungene befinden, namentlich die Arbeiten von Gottlobcr und Meller. Schwungvoll und gut hebräisch sind die Gelegenheitsgedichte des Jglaucr Rabbiners Herrn Dr. Ungcr an Montcsiore, Dr. Zun; und Prof. Wessely. Auch einige Ucbersctzungcn werden uns vorgcführt, und Schiller, der Licblingodichtcr der jüdischen Jugend darf natürlich nicht fehlen. Dicßmal wird „der Jüngling am Bache" in daS Gewand der heiligen Sprache gehüllt. Das Gedicht ist ziemlich treu wiedcrgegcbcu, doch fehlt der lyrische Schwung, der das schöne Briginal zu einem Liede stempelt. Das Wissenschaftliche in diesem Hefte ist sehr mager ausgefallen, und das Wenige, das hier gcbothcn wird, ist nicht von sonderlicher Bedeutung. Rcifman's Ansicht ^S. 31), der Brauch, daß die Brautleute am Hochzeitstage fasten, habe in der Furcht vor feindseligen irdischen und überirdischen Mächten ihren Grund, entbehrt aller Begründung. Das Fasten rührt daher, daß der Hochzeitstag den Brautleuten nach agadischcr Anschauung als ein Tag der Versöhnung eingesetzt ist, an welchem ihnen wie am Jom-Kipnr ihre Sünden verziehen werden, und da findet auch das Fasten seine natürliche Erklärung; daher auch das Brautpaar im Minchagebcthe vor! der Trauung das große Sündcnbekcnnlniß wie am Vcrsöhnungsfcsle betet. Ter geehrte Herausgeber, der, selbst ausgezeichneter Hebräer, die Pflege der hcbr. Sprache zu seiner Lebensaufgabe machte, hat sich durch dieses Heft verdient gemacht, in I dem wir nur einige tüchtige Mitarbeiter vermissen, welche > die früher» Hefte des Kochbe Jizchak mit gehaltvollen Bei- I trügen unterstützten. —L. In meinem Berlage find erschienen und zu folgenden herabgesetzten Preisen zu haben: r'TS'i Zl'T’JJ "" Prcis 40 tr. c. W, ÜSmPf TC f_ . so . ,, „ Kornfc,d '--"8 . 30 . .. .. Hlnwnlsch: Das Synagogenjahr „ 10 „ „ „ Elirmanil: Geschichte der Israeliten unter ihren Königen „ 50 „ „ „ » Das Buch Esther „ 12 „ „ „ O. Lhrmaml) Buchhändler, Prag, Gcistgassc Rr. 908—I EMMM» Am hicsiigcn israelitischen .sinabcnwaiscuhanse ist die Stelle eines (Erziehers erledigt. Bewerber um diese Stelle, mit welcher ein Jahrcsgehalt von 300 Gulden oft. Währ, nebst freier Wohnung und gänzlicher Verpflegung verbunden ist, haben ihre Gesuchebelegt mit den glaubwürdigen Rachwciscn über ihren guten Rus hinsichtlich ihrer Sittlichkeit und ihres religiösen Lebenswandels, über die mit gutem Erfolge zurückgelegte Prüfung als Volksschullchrer, sowie über die jienntniß der hebräischen Sprache, ferner über Alter, Stand und bisherige Verwendung bis 15. Rovcmber 1865 Hieramts cinzubringcn. Bon der isr. Kultusgcmcindc-Rcpräsentanz. Prag am 24. September 1865. Der Vorsitzende: Dr. Ludwig "Eedesco. Druck von Senders ä- Lraudcis in Prag.

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