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Das Abendland · 1865-08-10 · 16 (10.8.1865) · p. Seite 135

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
16 (10.8.1865)
Date
1865-08-10
Page
Seite 135 (sequence 5)
Language
German
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$C'U' fcmmt diese Weisheit sehr wenig, aber wenn davon cnvas in ihrem „Todtenbnch" ans uns gekommen, so über zeugt und dieser Galimathias, daß ein so lichtvoller und positiver Geist, wie der des Neoscs, davor ein (Kranen cm Pfunden haben muß. 'Nein, man kann in dem Monotheismus von Abraham und Nioscs nur eine providcnticllc Thatsachc, die nnmittel bare Einwirkung der Vorsehung ans die beschicke des Men schcngcschlechts, namentlich was seine religiöse Erziehung bctrifftt, erblicken — eine providcnticllc Thatsachc, die ich mir nicht hcrausuchme, Ihnen zu erklären, zu welcher Sic jedoch in der Entwickelung der religiösen Ideen des Menschen geschlcchtS einige Scitcnstücke kennen. Gerade;« um die An erkcnnung dieser providenticllcn Thatsachc zu vermeiden, bat man den Inslinct des Blonotheismus ersnndcn, welchen die ganze semitische Ratze besessen haben soll, der aber, wie wir gesehen, nichts als eine Ehimäre ist. Man wird jetzt begreifen, warum die Hebräer die rinnst nicht gepflegt. Tic rinnst war die Mission der Griechen. Die Mission der Hebräer war, Gott zu erkennen und ihn der Welt kund zu machen. Namentlich in der plastischen rinnst waren ihnen die anderen semitischen Volker überlegen; ja, sic wurde von den Hebräern verabscheut, weil die plasti sche riunst die Nachahmung, die Idcalisirung, die Vergölte rung der Natur bezweckt, und diese für den Hebräer vor Gott, dem Schöpfer, vollständig znrücktrat. Aber in der lyrischen Poesie und wahrscheinlich auch in der Musik, denjenigen rtünsien, die den Gefühlen Ausdruck verleihen und die cs nicht bei dem rlultus der materielle Schönheit bewenden lassen haben die Hebräer alle Volker des Alterthums übcrtrofscn, auch in der Philosophie haben die He bräer nicht geglänzt; denn die Philosophie ist der riultus der men schlichen Idee, die, wenn sie eben nur sich selbst an das Höchste erkennt, zuletzt nothwendig zum Pantheismus führen muß, d. h. zu einem Gotte, der in seinen Bewegungen nicht frei ist, der die Welt nicht nach seinem Willen geschaffen und der nichts, als das organanisircnde Fctnm der vergötterten Welt ist. Ich bitte, daß Sie nicht den Sinn meiner Worte mißverstehen und glauben, ich wolle einen Ausfall gegen die Philosophie machen. Davor bewahre mich Gott! Ich bin nur ein Gegner des Pantheismus, der, nach meiner lieberzcngnng, mit dem Atheismus identisch ist. Der menschliche Geist entspringt ans dem Geiste Gottes; der Mensch ist, wie die Schrift sagt, nach Gottes Ebenbild geschaffen. Aber ich glaube, daß cs zwischen dem menschlichen Geist und dem absoluten Geiste, welcher Gott ist, eine incommensurable Be zichnng gicbt und daß der menschliche Geist das Absolute nur annähernd ermessen kann. Gestatten Sic mir, dies durch ein Beispiel zu erläutern, das ich der Mathematik entlehne: Die hyperbolische Enrve und ihre Asmnptotc sind zwei Pi nicn, die bei ihren Ausgangspunkten sich in einer gewissen Entfernung von einander befinden °, je mehr man dieselben verlängert, um so mehr nähert sich die eine der andern; aber auch wenn man sie ins Unendliche verlängert, werden sic sich niemals berühren; vielmehr wird stets zwischen bei den Linien eine gewisse Entfernung bleiben, die, so gering fügig sie auch werden kann, doch niemals gleich Null sein wird. Die Philosophie und das Absolute scheinen mir einige. Achnlichkcit mit diesen beiden Pinien darznbictcn. Die Phi losophie ist zwar ohne Abschluß, aber nicht ohne Ziel; die großartige Arbeit des menschlichen Geistes, die wir in der Geschichte der Philosophie bewundern, hat den Zweck, sie dem Absoluten anzunähcrn, aber sic wird dasselbe niemals vollständig erreichen. Es wird zwischen dem Mcnschcngcisl und dem Absoluten stets eine Entfernung, wie gering sic auch sein möge, verbleiben, die wir durch eine Hypothese werden ausglcichen müssen. Und ist diese Hypothese etwas Anderes, als der Glaube'? Der Atheist durchhaut den jino tcn, indem er das Absolute lüngnct: Moses hat ihn gelöst, indem er sagte: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Er hat dadurch nicht der Philosophie, sondern dem Panthcis nins und dem AtheiemuS die Thür verschließen wollen. Dieser erste Vers der Bibel hat weder die Philo, die Avi ccbron, die Maimouidcs in der Synagoge, noch die Alber tuö Magnus, die St. Thomas, die Duns Lcotus in der Kirche gehindert, sich den tiefsten und subtilsten Spekulationen hinzugcbcn. (Schlug folgt.) L o v r r f p o n ft r 11 j Prcßburg im Juli 18(35. Bloö Mangel an Zeit vcranlaßte meine lange Panse, denn an Stofs fehlt es uns in Preßburg nicht. Llanm den Fuß auf die Gasse gesetzt, drängt sich uns schon eine per gilbte Pergament ähnliche Gestalt auf: ein Bachur mit langen Peas. Die Betrachtungen über solch ein armes Geschöpf, seiner Gegenwart und Zukunft, seinem Dasein, Zweck und Nutzen würden schon einen Bogen füllen, paff sen wir diese armen abgcmagcrtcn Gestalten! Triebe, Ncigungcn und Leidenschaften, waren vor jeher die menschlichen Begleiter, und werden es bleiben. Auch die Hcldcnthatcn unseres Magids Ncb Fcisch würden Stofs genug bieten die Leser Ihres geschätzten Blattes zu amüsircn — aber auch von diesen mag ich heute nicht sprechen, weil ich mich nicht ärgern will. So oft ich an das radbrechcrischc Deutsch dieses feisten Magids denke, läuft inir's kalt über'n Rücken und mich wandelt fast eine Ohnmacht an. Preßburg hat seine Wahl getroffen. Denn Fischmann ist derjenige der das Mundus vult decipi dem einfältigen, ungebildeten Haufen — tänzelnd und schreiend epcllcnt vorzudrchcn versteht. Von den nagelneuen Vorgängen im Bet hamidrasch aber will ich erzählen. Als Seitcnstück zum ncuhäuslcr Hir-! tcnbrief mag das Machtgcbct des hiesigen Rabbiners gelten j das seinen Jüngern aufs strengste das Lesen und die gerc- I gelten Studien verbietet. Während dem die politischen Blätter zu lesen nicht ausdrücklich benannt werden, sind Ben chananja, Neuzeit, und Abendland zu lesen unter Strafe verboten. Da ich schon im Redefluß bin, mag eine Besprechung! unserer verwaisten Mädchenschule hier auch wohl am Platze j sein. Als vor 5 Jahren die Vorsteher der Primär-Haupt schule die Nothwcndigkcit einer öffentlichen Mädchenschule vor Augen hatten, und von der königl. nng. Statthaltcrci nebst der Bewilligung, auch einen nahmhaftcn Geldbetrag aus dem Schnlsonde als alljährlichen Beitrag zugcsagt hatte, hintcrtricbcn cs die fanatischen Finsterlinge mit der einfachen Erklärung: daß sic der Gcldstützc nicht bedürftig sind—und nahmen die Verpflichtung ans sich, binnen Jahren eine I Mädchenschule zu gründen. Die Frist ist um, und noch stchcit j wir dort, wo wir gestanden haben, d. h. wir sind gczwun I gen unsere Mädchen in christliche Anstalten zu schicken und > die Religion auf den Nagel zu hängen. — Mehr als wahr-; scheinlich ist cs, daß die an Geist so armen, an Herz und j Gcmüth so verstockten Zeloten wie in Allein, so auch an den absurden Widerspruch der allwissenden Weisen: zz'rzz rx tth-m er:: ,cr:2 rx crxernfc'n noch immer fest halten und, so eine Mädchenschule für überflüssig erachten. Es ist meine Sache nicht zu polcmisircn (ich fühle mich zu wenig gelehrt dazu! daß aber das Obige mit dem in 2. Buch Mosche 22. Eap. cvrrv zz':z: niisSx err: vn im tcr C2*i-, wohl auch die weiblichen Geschlechter verstanden und, nicht harmonirt, werden die Herrn (belehrten nur nicht

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