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Das Abendland · 1865-06-27 · 15 (27.6.1865) · p. Seite 24

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
15 (27.6.1865)
Date
1865-06-27
Page
Seite 24 (sequence 2)
Language
German
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mciubcn Erleichterungen vorgcnommcn worden, daß das! Rachtgcbet n Hellen Tage, das Frühgcbct an Sabbaten! später verri t wurde. Tie zur Tora Vorgcladencn müssen i auch nickt ivu ehemals selbst da.auS vorlcscn, da ein Bor- > lcscr bestellt ist, dafür hatte cS vom Ucbcrsctzen sein Ab- | kommen, da das Volk die Ucbersctzung nicht verstand. So wurde auch einst denen, die die Erstlinge in das Heiligthum bracktcn, das Ablcscn des bezüglichen Schristabschnilics erlassen, und wurde ihnen dieser vorgelcscit ''^72 ' Ain;x2 "c hat man jene die mit Andcroglanbcndcn | verkehren, vom Verbote des befreit, ja selbst am > erlaubt dies der rp 'c T"m bptrn rrs;“s. Unser Klima erlaubt uns nicht unter dem mangelhaften Sbdack der Laubbüttc durch sieben Tage und Nächte za wohnen und zu schlafen. z"c *L:"S'nn"x das Verbot ciry bv rz zu genießen mußte fallen. z"z 2"*p - \ Aiit Reckt wurden die früher üblichen abergläubigen Fm chnngcn nach der Zukunft! untersagt ""it'Ti n"x t:"yp so spricht sich auch der *1,-2 : gegen das Umschlagen der am 7"^'aus. x'7 n"x! T em Trauernden wurde ebenfalls beim Rackhauscgehen vom! Begräbnis Vi;c n^yj gestaltet p"c ,rc z"z'2' r*, j die beiden Dbscrvanzcn?,ro r*'b- und r^n rr'cr aber; wurden gänzlich aufgehoben, alles dies aus Rücksicht aus! Andersgläubige ,r"c Auch die Traucrzcrc-! monie und ■'“p beim Verluste entfernter Verwandten ist! aus der Ucbung gekommen, V'c Yd Yd’ Y’ Gegen die! Benützung der cris haben sich viele der frömmsten Gelehrten ausgesprochen; denen es gelang, gegen alles Sträuben des Volkes doch manche Abstellungen allgemein durchznsührcn, so bei denen vom 2. bis 5. Sabbat der rr*DD And bei den am z"\ dann die “‘"'Sc und rb'Db c'DVD Alle hier aufgczähltcn Erleichterungen flössen aus maßgebender Quelle, und man wird wohl Anstand nehmen die Urheber derselben Reformer zu ncnncu; wir müßten denn noch höher ins Altcrtbum aufsicigen, und gar die gewaltigeren Heroen der Glaubenslehre als lllcsornr-r bczclchi^n, z. B. Hillel. weil er das b’YYD eingeführt, lli. Gamliel, der so Manches cb'y ppn ".zrz abgeändert R. Juda Hanasi und sein Eollcgium, weil sie das Tel DYy erlaubt und 'Ypfür rein erklärt, R. Iochanan ben Sakai,dcr so viele Acndcrungcn cingcführt, und die Weisen überhaupt, daß sic Manches des Friedens halber "Zw *:Yi ydd in der Verlegenheit prn~ ryu'D oder wegen augenblick ichcr Nothwcndigkeit ryu* rxv.n gestattet haben, daß sic die ersten Abschnitte von r.'V'~2' außer Kraft gesetzt, wären sie alle Reformer gew.seu, auch jedes p-“X ‘tu* Yd das gegen die rYYX' Aussprüche gelhan. Ans dem Dargcstcllten ist wohl zu ersehen, wie wenig unsere Eercmonialvcrfassung der Vorwurf der Stabilität treffe, diese vielmehr in der Zähigkeit des unmaßgcblichcii TheilS der Gcincindcu ihren Grund hat. Das Festhalten an Gebräuchen uamentlich fließt lhcils aus der Scheu von alter Gcpflogcnbeit abzugchen, thcils aus der Abneigung, die Sitten fremde' Völker nachzuahmen. Was Erstere betrifft, behauptet der x'27, sich 2": p"c p-n x'2 daß, sobald sich die Umständc geändert, der Gebrauch abgcstcllt werden dürfe, hinsichtlich Letztcrn stellt derselbe x"D,Yyp n''' den Grundsatz auf, daß nur solche Sittcii, Gclwönche und Gewohnheiten zu meiden seien, die aiidcrc Völker iri unsittlicher Absicht r.'T'z ciyS cingeführt haben, solche aber, die Anstands halber oder sonst eine.- vernünftigen Grundes wegen üblich sind, nubeansläudct seien vx cyü ’.x YDD C’YE, so wurde denen, die den Rcgicrungskreiscn näher standen, manche Sitte milzumachcn gestattet, ans ähnlichen Gründen mtficl das ehemalige Verbot für Männer in den Spiegel zu schauen. *,:'p 1'' Bei mehreren Verordnungen heißt cs, man solle auf deren Beobachtung nicht dringen, cs sei besser man übertrete sic aus Versehen, als absichtlich ",Y p:',r vnr dd«, da ein Einhalten derselben nickt voranszusctzcn sei, dies ist bei allen Satzungen giltia, die nickt ausdrücklich in der heiligen Schrift niedcrgcschricbcn sind. Wo also das Volt zur Reform die Initiative ergreift, soll ihm nicht zu streng hinderlich enlgcgcngetrctcn werden. So finden wir in der Geschichte der religiösen Institutionen ein reiches flmchtbarcö Feld, aus dem die schönsten Blütben für die Reform a u f gesetzlicher Grundlage sich entfalten, den ccremonicllen Verrichtungen eine entsprechende würdige achtunggebietende Form gegeben werden könnte, ohne daß der Friede zwischen dem Volke und dessen Lehrern gefährdet und der Duldsamkeit Eintrag geschehen möchte, wie einst die Mitglieder der I Eollcgicn Schamais und Hillcls trotz der Divergenz ihrer Ansichten sich mit einander verschwägerten und Umgang pflogen. Auch die Furcht, die Manche bei jedem Reformversuche ergreift, cs werde hierdurch' das ganze Ecrcmouia! icbäude .erschüttert werden, und fo hemmend auf jeglichen Fortschritt iiBrctigiöscr Beziehung wirkt, vird als grundlos erscheinen, wenn man bedenkt, wie so manche Satzung und ehemalige Hebung auch in alten Zeiten unaummdbar geworden, ohne daß dies weitere Folgen hatte, so kam cs von der Gepflogenheit Y.NDDY n*:yE d‘L“: gänzlich ab, das Verbot für MiDy 'dxxi in die Glaubensgemciudc zu treten, ist durch die Verwirrung der Völker durch Sancherib fast aufgehoben, aber die übrigen religiösen Gebote bestehen doch. Eben so würde cs sich mit allen vor der Zeit gebotenen Modificarioncn veralteter Gebräuche verhalten, wenn diese analog mit denen im Altcrthumc vorgcnommcncn lediglich die Herstellung .incr würdigen Form derselben bezwecken, wobei das religiöse Leben nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen hätte. —e. (Eine kleine Keile im nördlichen Böhmen. «Fortsetzung) Bevor wir unscrn kleinen Reisebericht zum Abschlüsse! bringen, müssen wir der alten Regel bcipflichlcn, daß allgcj meine Urthcilc und Ansichten nicht immer maßgebend sind , und wenn wir srühcr sagten, daß nur eine junge Gemeinde j durch Lcbcnosrische und Lcbenslhätigkcit sich bemerkbar macht, 1 während die alten gleichsam v.gclircn und sich gewähren lassen, so können wir doch die Bemerkung «tickt unterdrücken, daß, wie alte Stämme junge Triebe gekommen, und wenn diese wieder Boden gewinnen, als neue Gebilde vollkommen, trastig, ucnbclcbt uitd ncugestärkt jugendlich wachsen und Früchte bringen, wenn der alte Stamm auch vermorscht und in sich verfällt, so isls auch mit altern Gemeinden und den jungen Krästcu, welche die Zeit hat cittjlchcn lassen. — So wie nicht? in der Natur vergeht, und das Abuchmen der Einen Kraft zur Kräftigung und Stärkung einer andern beiträgt und einer zeitweiligen Stockung nur neue Kraftäußerung folgt, fo isls auch im Gcmcindelcbcn. — Allenthalben stehen junge Leute auf, mit tüchtigem Wissen, neuer Weltanschauung, neuen Bcgrisscu und neuen Ansichten, um in das alte faule Getriebe neu Federn und Impulse zu bringen, um eine zeitgemäße Umgestaltung der Verhältnisse hcrbcizuführcn. Ein Bcispcil sehen mir zu dem Gesagten in den Gemeinden Tcplitz und Postclberg, zwei der ältesten Gemeinden Böhmens, wo man endlich zu der Einsicht gekommen, daß eo mit den« Alten nicht geht tind Neues geschossen werden müsse. Postelbcrg, dessen Synagoge wir von dem nahe gelegenen Dorfe Lenncschitz am letzten Schcbuotscste besuchten, wo wir bei unserem alten, allgemein geachten und chrcuwerthcn Freunde Herrn Michael Glaser cingetchrt, an nnscrm ehemaligen Schüler, Herrn Joses Glaser und dessen Frau Gemahlin die freundlichsten Wirlhc fanden, und in dieser trcflichcn Familie wahre Festtage verlebten. — Wir bemerkten

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