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Das Abendland · 1865-06-13 · 14 (13.6.1865) · p. Seite 121

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
14 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 121 (sequence 7)
Language
German
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121 gelegenhcit endlich eine erfreuliche Zukunft in Aussicht gestellt werde. Wien, im Juni. (Privatmitty.) Der Borstand der hies. Eultusgemeinde hat den Jahresbericht pro 1864 herausge gebeit. Thatsächliches ist in diesem Jahre wenig vorgekom men, so daß nur die Finanzgebahrung iutressirt. Die ordent lichen Einnahmen betrugen 65,700 fl., die Ausgaben G4,850 fl. so daß ein Ueberschuß von 85>l> fl. verblieb. Dabei hat sich! das Passivsaldo um 1KJ55 fl. vermindert, so daß es gegenwärtig noch 17n,H00 ft. beträgt. Was die Einnahmequellen betrifft, so bestehen sie natürlich vorzugsweise in der Eultussteuer, die aber verhältnißmäßig in Wien nickt hoch ist. Die geht von 10r> fl. jährlich, die .">9 bezahlen, bis zu 10',. ft. herab, welche 1126 bezahlen. Im Ganzen bezahlen nur 2062 Eultussteuer, was, da jetzt 20,000 Deelen unsres Glaubens in Wien Oben erweist, daß kaum die Hälfte der Familien-! Häupter zur Eultussteuer beittagen. — Anderweitige Ein i nahmen werden durch die Ueberschüsse gewonnen, welche die | Bethäuser, die Gemeindehäuser, der Leichenhof u. s. w. liefern. j Der Bericht stellt auch den Haushalt der verschiedenen Ber > eine und WohlthütigkeitSanstalten, die Eapitalien der Stiftun | gen n. s. w. zusammen, und da ergibt sich denn eine außergewöhnliche Strömung der Einnahmen und Ausgaben, daß der Wohlthätigkeitssinn der Wiener Juden nicht genug zu loben ist, besonders wenn man bedenkt, wie dieselben Männer sich auch keinem allgemeinen, nichtkonfessionellen gemeinnützigen Werke entziehen. > Frankfurt a. M., 9. 'JUtai. Geiger setzt auch in diesem Sommer seine geistreichen sabbathlichen Borträge über die Sprüche der Bäter fort, in denen er ein maggidisches Talent entwickelt, welchem selbst die alte Schule ihre Befriedigung und Anerkennung nicht versagen kann. Daß er in den heißen Nachmittagsstunden Zuhörer findet, ist das beste Zeugniß seiner geistigen Anziehungskraft. Die erste Abtheilung seiner Borlesungen wird in Amerika ins Englische übersetzt. Die Wiener Schule hat die hebräische Literatur mit zwei vortrefflichen Werken bereichert. Die von dem gründlichen Talmudkenner Weiß edirte kommentirte Mechilta wird alle srühern Ausgaben verdrängen. Die talmudische Kritik findet in Herrn Weiß einen ernsten wissenschaftliche:! Bertreter, aus welchen die Wiener Schule mit Recht stolz sein kann. Ein anderes wichtiges Werk ist das zum ersten Male edirte Maasre Esod von Profiat Duran. Die Herausgeber, Friedländer und Kohn haben ihren Beruf zu einer solchen Arbeit aus die unzweideutigste Weise dokumentirt. Die orthodoxe Bibelanstalt hat ihre Thätigkeit mit der Herausgabe des Fünfbuches ohne lieber setzung begonnen. Wer mit dieser betraut werden wird, ist mir nicht bekannt. So viel ist gewiß, daß man noch vor kurzem einen vor orthodoxem Geiste inspirirten Uebersetzer suchte. Rabbiner Hirsch hat zwar eine Uebersetzung der Thora mit einem weitläufigen Kommentare drucksertig liegen, die Drthodoxen scheinen jedoch zu dieser Arbeit nicht das rechte Vertrauen zu haben, indem sie sonst nicht in weiter Ferne suchen würden, was sie in nächster 'Nähe finden können. (B. Eh.) ü u ch s ch a u. Erziehungstehre für isr. Eltern, Lehrer und Lehramtsj Zöglinge von A. Lederer bei Robert Lampel in Pest, j Preis 1 ft. ö. W. angezeigt durch Dberlehrer H. Ro! senberg.! Es gereicht uns zum größten Vergnügen den geehrten! Lesern des Abendlandes, besonders aber der Lehrerwelt obenerwähntes Buch anzeigen zu können. Dasselbe entspricht nicht nur einem allgemein dringend gefühltem Bedürfnisse, j sondern muß auch seiner Stoffauswahl und trefflichen An-! ordnung halber als eine schätzenswerthe Bereicherung der! pädagogischen, deutschen Literatur betrachtet werden. In der : Einleitung finden wir z. B. eine recht zweckmäßige lieber! sichtstabelle der körperlichen und geistigen Anlagen, zu der ' allerdings ein Comentar wünschenswert gewesen wäre, so i wie eine Zusammenstellung der anthropologischen Grundsätze,! die dem Verfasser als Grundlage seines Systems dienten! und aus die er sich in seinen spätern Abhandlungen immer beruft. Die eigentliche Erziehungslehre wird nach den 6 Er-; ziehungsperioden in drei Abschnitte eingetheilt. Der erste Abschnitt bespricht in 15 Kapiteln getheilt die Erziehung des Menschen im ersten Kindesalter, die für die spätere Ausbildung des Menschen von wichtigem und bleibendem Einflüsse find. Der 2. Abschnitt fithrt uns in 17 Kapiteln die Erziehung des Menschen in seinem Knabenalter vor. Diese Partie glauben wir für die gelungenste vezeichneu zu können, und j man erkennt an denselben, daß der Verfasser Mächtigkeit! des Stoffes und Liebe zur Sache in sich vereinigt. Die j mit folgenden Ueberschristen versehenen Kapitel Gedächtniß! und Einbildungskraft, die Bildung des Gottesgesühls und! der Beisallsliebe, der Lehrer, die geistigen Nahrungsmitttl im! Knabenalter, die Jugendlectüre und die Methodik des Ge-; sammtreligion sunterr ichtes in der isr. Volksschule j enthalten viel intressantes und neues. Der 6. Abschnitt spricht über die Erziehung des Men scheu im Jünglings- und Mannesalter und jedes dieser inhaltteichen Kapitel hat uns einen wahrhaft geistigen Genuß verschafft, wofür wir dem Herrn Verfasser unfern innigsten Dank aussprechen. Doch müssen wir denselben aufmerksam machen, daß sehr viele sinnstörende Druckfehler zu finden sind und daß Angabe und Verbesserung am Ende des Buches höchst wünschenswert gewesen wäre. Jeder Abschnitt bringt ein Verzeichnis der für Eltern und Lehrer wichtigen pädag. Literatur und eine große Anzahl pädagogischer Aussprüchen von Rabbinen, Predigern, Dichtern, und von nahmhaftesteu Pädagogen aller Zeiten und Völker; als ein sehr schätzenswerther und verdienstlicher Beittag ist auch die mit vielem sleiße gearbeiteten chrono logischen Uebersichtstabellen zu betrachten in welchem auch die Geschichte des isr. Schulwesens berücksichtigt wurde, und vermittelst deren die Lehreramtszöglinge zu Kenntnis der wichtigsten angewandten Lehr und Erziehungsmittel, so wie der berühmtesten Pädagogen und Schulgünger aller Zeiten gelangen können. Wir wünschen dem Buche eine wohlverdiente Verbreitung und sind dessen gewiß, daß sowohl Eltern als Lehrer es mit Interesse lesen und die reichhaltigen Erfahrungen, welche der in unserem Vaterlande rühmlichst bekannte Verfasser in einer eben so klaren wie anschaulichen Weise in dem Buche darstellt, sich zu stutzen machen werde. ,n:t?E mc wt? Saa min n:ye in mtpe mm .fjüKaby spv 'nie am io"N«Sa pnr isapSa Die Mischnah und der Talmud, ein Werk, das seine Entstehung nach Saeeulen zählt, an dem die größten Geister Israels gearbeitet und das durch Jahrhunderte das Buch war, woraus Israel Lehre, Gesetz, Bildung, Wissen und Sitte geschöpft, wird in neuerer Zeit vom Volke vernachlässigt, und sind in unfern Kreisen nur wenige Auserwählte, die darin forschen „Tag und 'Rächt", denen der Talmud in seinem halachischen Theile noch ein Heiligthum, ein schätzbares Gut ist. — Nun haben eben solche Männer von alter Zeit bis jetzt verschiedene Mittel in Anwendung gebracht, > das Vergessenwerden und die Vernachlässigung des Talmud studiums!hintan zu halten. Auszüge, Sentenzensammlungen, Uebersetzungen und dergleichen. Die Mischnah als älter, als Vorläufer und Grundtext der später erschienenen Gemara, verdient gewiß eher dem

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