Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 14 (13.6.1865)
- Date
- 1865-06-13
- Page
- Seite 122 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Gedächtniße erhalten zu werden und ist dies auch leichter, weil sie nicht umfangsreich, auch besser zu behalten ist. Zu dem Ende hat der ebenso gelehrte als rühmlichst bekannte H. Dr. Elbogcn Kreisrabbincr des Bunzlaucr Krei ses ein Werkchen in letzter Zeit erscheinen lassen, das in Fragen und Antworten eingerichtet, die wichtigsten Punkte der Mischnah ins Gedächtniß zu rufen bestimmt ist. Die aufgestelten Fragen sind dabei zum Thcilc in Räthselform gegeben, so daß sie zugleich dem Scharfsinne des Lesers einen Spielraum bieten, der dann das (befundene um so bester im Gedächtniße behält, als ein von ihm Gesiln denes, Errathenes, es zum Theil fein Eigenthum ist. Zugleich dürste eS jungen Leuten, die die Mischnah sich eigen machen! wollen als compendium dienen, als Hilfsmittel die einzelnen i Gegenstände und Abschnitte sich um so leichter nach einer! gewissen Ordnung einzuprägen, als die Räthsclfragen, die! anbei noch geistig und witzig gehalten, nach der Rcihenzahl ausgestellt sind. Gelehrte Männer haben sich bereits über den scicntiven Werth des WcrkchenS ausgesprochen und bleibt uns nichts übrig als dieses eben so verdienstliche als nützliche Werkchen den geschätzten Lesern unseres Blattes bestens anzuempfehlen. (kinges endet.) Geehrter Herr Redakteur! So verdienstlich es für ein jüdisches Blatt sein mag, gelegentlich auch einmal das Leben der einzelnen jüdischen Gemeinden in scharfen Umrisse zu zeichnen: so geht doch der Zweck solcher Skizzen ganz verloren, wenn diese Umrisse gar zu verschwommen, nach einem nebelhaften „wir hörten" leicht hingeworfen, das beabsichtigte Bild bis zur Unkenntlichkeit entstellen. Dicß ist leider in Nro. 13, S. 100, Sp. J Ihres Abendland geschehen, da wo Sic von den jüdischen Lehrern in Raudnitz sprechen, von den zwei braven Lehrern, Herrn Popper und Reich in den wenigen angeführten Worten nicht weniger als zwei Unwahrheiten veröffentlichen. Es ist zunächst für die Bctheiligtcn unangenehm, da wo drei Lehrer cxistircn, nur zwei brave genannt zu finden, ist nun unter diesen Zweien auch noch ein Name ganz falsch und aufs Gerathewohl hingeschricben, wie der allen Raudnitzern räthselhaftc Lehrer Popper des „Abendland", so hat man wohl ein Recht zu stagen, ob der Referent auch zuverlässig von einem sehr würdigen und gelehrten Herrn Kreisrabbiner berichtet worden ist. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, diese arg misirathene Skizze zu ergänzen. Die Raudnitzer Kultnsgemcinde zählt, wie bereits bemerkt, drei Lehrer. An der Spitze dieser Herrn gebührt unstreitig dem Aeltesten derselben der Platz, dem durch den bedeutenden Umfang eines reichhaltigen Wissens, durch eminente Lehrmethode und große Begabung ausgezeichneten Herrn Ludwig Kohn, der selbst ein Raudnitzer ist. Der Gefertigte verdankt ihm, der nunmehr seit 30 Jahren hier lehrthätig wirkt und dem erst jüngst ein eben so schönes als wohlverdientes Zeug* niß (Bclobungsdekret) über diese Lehrthätigkcit zu Theil wurde, die Grundlage seiner Bildung, unserer Schule gehört er seit ihrem Bestehen ait — einen solchen Li amen ent weder ganz zu vergessen oder absichtlich zu verschweigen oder unter dem Pseudonym Popper allzubeschciden zu begraben — ist zum mindesten unbillig. Außer diesem Manne und dem ebenfalls sehr verdienten und eifrigen Herrn Reich hat un scrc Schule noch den sehr achtbaren H. Pollak seit etwa 2 Jahren als Lehrer. Für die Richtigkeit des Gesagten bürge ich durch meine Unterschrift. Raudnitz 30. Juni 1805. M. Patck. Wir haben keinen Anstand genommen, diese Berichtigung wortgetreu um so mehr aufzunchmen als wir dem Herrn Patck für dieses Eingescndct nach seinem Bcr langen billigst mit 5 fl. ö. W. belastet haben. — Eine Un Wahrheit wollten wir nicht sagen, wenn wir dem einen Herrn Lehrer den Namen Popper statt Pollak beigelegt haben, und war dieses, da beide Namen so manche Laute mit einander gemein haben, nur ein Irr thum unsc rerseits, um dessen Willen wir alle um Verzeihung bitten, die dadurch zu Schaden gekommen sein sollten. — Auch hat uns, wie H. Patck meint, nicht der H. Kreisrabbincr Kohn hievon unterrichtet, sondern es heißt in unserem Aufsätze: „wie bekannt." —Ucbrigcns ist cs uns leid, weder H. Kohn noch Herrn Patck gekannt zu haben, da wir sonst durch elfteren wahrscheinlich viel Wahres erfahren und dessen Bildung bewundern gekonnt hätten nnd des Letzteren, j an dessen Verdienst wir keinesfalls zu zweifeln Ursache haben, auch rühmlichst erwähnt hätten, da wir dem Guten im mer gerne gerecht werden. —! c*K'3: 'n oy b: irr 'öl D. R. Am 1. Octobcr d. I. wird in der hiesigen Gemeinde: 1. Die Stelle eines geprüften deutschen Lehrers und musikalisch gebildeten Eantorö, 2. die Stelle eines Lehrers der böhmischen und deutschen Sprache vacant. Von Eandidaten der crstcrn wird verlangt, daß er geeignete musikalische Kenntnisse besitze, um einen Ehor selbständig leiten nnd dirigircn zu können, und wird derjenige, welcher den hebräischen Unterricht zu ertheilcn fähig, bevorzugt. Ge halt 600 st. Bewerber der zweiten müssen die Fähigkeiten besitzen, den böhmischen und deutschen Unterricht zu erthcilen. Gründlich musik. gebildete Individuen werden bevorzugt. Gehalt -100 fl., und könnte das Einkommen durch Musikuuterricht bedeutend erhöht werden. Hierauf Refleetirende wollen sich in francirten Briefen an den Unterzeichneten Vorstand bis Ende August d. I. wenden, und Zeugnisse über ihre bisherige Wirksamkeit cinsendcn. G o l t s ch - I e n i k a u, den 15. Mai 1865. Eoucurs. Indem der rühmlichst bekannte Lehrer und Erzieher Herr Salomon Graf, der als Rabbiner jop und seit 20 Jahren zur allgemeinen vollkommenen Zusticdcnheit in der hiesigen Eultns - Gemeinde fungirtc, eine Lehranstalt in Pilsen zu gründen beabsichtigt, werden Bewerber um diesen, am 15. Oktober d. I. vacant werdenden, mit 400 fl. Fixum nebst Wohnung und sonstigen Emolumenten verbundenen Posten aufgefordert, ihre Zeugnisse bis 30. August an den gefertigten Vorstand franco cinzusenden, nnd wird jener, der nebst obigen Functionen auch das Vorbeteramt an Feiertagen versehen kann, bevorzugt. Dem Acceptirten werden die Reisekosten vergütet. Cultus Gemeinde-lereschau pr. Zbirow 5. Juli 18li.'). _ §. J. foppet. So eben hatte die Presse verlassen und ist in unserem Verlage erschienen. Kleiner Katechismus der ifrndit. OHauben^(£cmnoiiirii und Littenlehre von Dr. Salomon Fischkl. Preis...25 kr. Tenders <fc Vrandeid. Prännmerationsdeträlze als Rückstände sofort einznsenden. Druck von Senders äe Brandeis in Prag.