Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 13 (22.6.1865)
- Date
- 1865-06-22
- Page
- Seite 112 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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112 und da§ Ufbvigc fl'ott überlassend von [einem Segen daS Vcslc ermatten.- Emannel Erben. Cbeilebifr. Herammniestec im Juni 1865.! K M Es ist dieß mein erfir^ Jebut aus brm (‘•'fbicte der Jour nalistit. und ich hä'te mich auch jetzt uichl darin versucht, wenn mich restlich nichl dir l.>tolhweudigkcil hiezu zwänge und zwe'tens sich mir die G leg-mheit nicht dardöie die Zustände unserer chrcuwc:thcn Gcmeindr näher in beleuchten. Ich gebe m ch dir angenehmen Hossnung hin, daß Sie geehiier Herr Redakteur dieieu Belicht in Ihre Zeitschrift die lacale Iuliessen der israeliti che B.vö kernilg Böhmens vertritt, auinehincu werden. In Rio. 21 der N--uz - macht es stch ein Eorreivondent E. I. zur Aufgabe sonn bl ininrn meuben Heirn Rabbiner als unsere wohllöbl. > (Gemeinde derart anz > iieifeu, d..ß ich uiech zu deren Ehrenrettung be- ' müßigt sehe und hi.aau» E. I. eiwicdele: Was nn'ern ehi. Herr Rabbiner betrifft so ist sein ausgezeichnetes I oratorii'chrs Talent viel zu bekannt, als daß es noch eines L> bes bedürfte.! E. I. beliebt cs, unser neuestes Institut,den Vorschußverein nämlich zu d>S.,vouireu und sich der Lüge zu bedien>n, daß von demselben s gar keine Rede iei n d er nie zu Stande kommen werde, weil cs an s erfoiderl chen Geldkiäneu mangle. D r Boit-chiisiveiein ist schon seil 6 Wochen crrirt d-e Statuten verfasst und zählt bereit? 8b) Mitglieder, an der Spitze steht Sr. Ehrw. der .Herr Rabbiner und d>r weltberühmte Herr Juda Löw Pvrgcs, der sich mit 100 st. dabei beihriligie. W-nu auch 4 — 5 Eemeindemitglicder sich hievon losiagtcn, die zu jeder Zei, bciuüht sind alle wohlihä igen Ansialien niederzueeißen ohne! bessere aufzubauen, so beweist dies nur ihre Engherzigkeit und bekundet den ge-unden Sinn unserer Gemeinde, die sich von Renitenten nie beeinflußen lässt. Und wenn auch Ei müsse hier zu dcu Seltenheiten gehören, so ist es um so lobenswiiiber, wenn bei der geringen Anzahl wohlhabender Gemeiudemiiglieder, im eie Geineindeanstalkei, in einem Zeitraum van 15-20 Jahren e n » solchen immensen Ansschivung genommen haben. Da wo früher nt, Ebbe in alle Easscn der Anstalten zeigte, weist man heute ein vermögen von: 5000 st.— — — — — ■Mip*z nzn booo — - — — — mr "r;“n „ •2000 — — — — — -—er. rr":: iooo — — — — — ~p~'j nach, abgesehen von den Meinungen iveiche in jede dieser Anstrlten enorm sind. Zudem bauten wir vo>' einigen Jahren ein Schulgebäude da? 8000 (dulden loftiic da? Budget der Gemeinde beläust sich jährlich auf 3000 fl. — und zcia e sich im Teficite. Was vo» einem E'rre-pondeuiest zu denken ist, der eine so ihrenwerthe Gemeinde zu baren Mirgli-d r e: sich leidst :ähl:. dnrchseine lügenhaften Phiasen bloßstellt »ich in der Anschauung einige uicheachle e Individuen die öffentliche Bleiuung der Gemeinde sicht. überlaste ich dem Urtheile dir' geehrten Vcjcr Ih.eS Blattis. II. kann in der Mitte Juni. Geeh' t"r Herr Redakteur! Sie eiwähnteu in Ihrem ge d teil Blatte „die Ze, stimme" j'ßt „Abendland,, Nro. -2 I. Jahrgang drr Gcimiudc Laun. uns pr. Paranlbese wurde auch der ..F iiiii ie Ta ißig.. g'dacht. Dem Lestr Ihrer Bläiter dürste vielleicht eine wab e Eröneinng ,'ib,r bide zu lesen nicht mißfallen. Es ist nur zu bekannt, daß de» Iud n noch vor wen-gen Jahren nicht gestaltet war, sich Grundeige» hnn, zu er.veit en. ebni so dic Schwieniikeiten und Hemmnisse, welche ilmeii bei tLji r Beiebeiichniig in den Weg gelegt wurden. Der Blsiß eines Ha»' ,e od r Grundstückis aehörie zu den Au?nahm?fällen und war eine beiond.re Beaüuüiguug von Seite derRegieniug und trat oft nur da e;„. wenn sich der Bitrefsende um den iStaak verdient gemacht bat. u» bestand in Laun nur eine Familie, welche d S Recht Hute, ein .Hin» sammt den dazu gihöchg'm Gnudstücken zu besitzen. Tee? Recht w„>de schm, 1515 eikbeiit, als Kaiser F.noiiiand 1. die G iwr der ousrühritchen, böbmi'ch,» Edelleute einzog, indem Frau Eiiiabelh Peichooskq, die von ihr in Laun gestifteten Spitäler der Stadt schenkte, und ol? diele dann ein Spiral baucte, so biwohutei, da? in dir böhmischen (prag.r) G, sie sich befindliche Hau- 'Piro. 3. die Juden. Im Jahre 1860 wuideu den damals da leden- 'drn Juden Löbel zLcwel) und Io ef Bender von der G m.iude das Recht kiugibäumi einen B gläd»isp>ah he, M'enlitz zu kanfeii und mit Mauern oder Sl'.keteii -.inzufasie», w il es z„ weit war die Tobten rwch Boslelbcrg oser Lido howitz za lühieu, welche Begünstigung sie sich durch ihre Meuscheiisieundlichkeil und Opserwillinkeit bei der damals herrschenden Pest eiwaiben. Rah mehrmaligem B sitze,wrchiil ging >das Han? 1777 in das Eigemhum der Familie Taußig über, welches Recht tiriii'ibni oft streirig gemacht wurde. Der vorletzte Bescher bisse den hi Hg I.,kob Laußig, der es vor i'iiuem Bruder kozar (Sirprlr) käuflich ü eruahm, und der auch lpt2 Nachweisen mnste. daß diki.s l Hau? schon loo Jahre im Besitze der Juden ist. Dieser Mann, seblichr! -und einsach i„ seinem Betragen, har sich nain.iuijch „m die Lanner! ' ^'roeiuen - Geinrulde sehr v-rdient gemacht. Auch gegen die Siatlge-»i -Lieil.se zeigie er nch bei>ederGelegenheit dieiist'ciiig und voiräglich gab er vice r. civelse seiner Opskibirlikichasl bei gesährlichen Epidemien, I Feucrsbrünsten udgl. und erhielt hierüber von seinerOrtsbehördr sowohl als auch von andern Obrigkeiten Belobungsdekrcte. Zu dem Kiiegöjabre 1813 bewies er sich lehr loyal, und zog sich durch zweckmäßig geleiteten Strasienbau das Wohlwollen seiner Obrigkeit zu. So wie er sich durch Bürgeriilgenden auszri chnete, eben so war rr für das Beste seiner Glaubensgenossen besorgt. Obwohl se bst nicht sehr bemittelt vielinchr in beschränkten Berhällnisien lebend und Baier einer zahreichen Familie, überbaute er aus eigene .stoüen, die in sciucm Hanse sich befindliche Svnagoge. bestritt selbst die Unkosten der inuern Einrichtung und sorgt für einen geregelten GotteSdiinst. dessen Fiiuki oueu rr selbst ansängiich durch viele Jahre und mit inniger Seilciifren.de versah. Als nun Israel durch die hohe >.iade Sr. k. k. ap»stol. Majestät, uu'eres allgeliebtcn Landesvaicrs den übrigen Staatsbürgern gleich gestellt wurde, sah er zu seiner größten Wonne, wie die Gemeinde immer mehr sich vergrößerte, so daß sie gegenwältig mit den auswärtigen dazu gehörigen Ortschaften über dreißig Familien zählt; und sah hiemit seine Lieblingsidec in der Wuktichkcit ri;üllr. In der Tbat verdient dieser Mann, daß eine Gedenktafel der Nachwelt niillheiie, was er seiner Zeit dieser Gemeinde geleistet hat. Aber schon bei seinem Leben drobtr Zwiespalt die Glieder dicler jungen Gcmciiidc zu tieuuen, doch Miirer in Frieden in ein besseres Sein. Friede seiner Asche, und ^icin Andenken sei stets im Segen! — T och schien der Same der Zwietracht noch geblieben;n sein, denn in Folge dessen fehlt cS seit einiger Zeit da an einem oident ich.m Borbeler und Religionslehrer, der Jugend wieder einen genügenden stabilen Unterricht; eine weitere Folge hievon natürlich ist, daß wenn manche vorbcten, beim Thoralesen cmiirc», andere die Sunagoge verlassen, und oft mich mehrere von der heiligen Tora beim Gottesdienste gebotene Zeremonien, nicht oehandhabl werden. Wie nachtbiilig inuß ein solches Gebaren auf die Genieindc und auf die Jugend cinwiiken! Es dürfte demnach sehr an der Zeit sein, diesen Uebelständen zu begegnen, ehe der Indist'ercntiSmus seine Macht gänzlich begrüud>t. Man sorge daher für einen geregelten Gottesdienst, der nicht nur ans die Sabbathc und Feiertage, sondern auch ans die sonstigen Wochentage sich austehnc, führe auch gottesdienstliche Boiträge ein, und sei aus einen ersprießlichen RcligionSunierricht bedacht; überwache aber auch den Iugenduntcrricht und spare nicht mit Anichafsillig enlsprecheuder Lehrmittel; die Führung sä'tnulicher Angelegenbeiten übergebe man endlich solchen Männern, welche Zeit und Muße dazu haben, und sich daium kümmern können; denn das Genieindcivohl bcförbTn, y«ßt sein eigenes begründen, ist ein alles, bewährtes Wort. Dodnian ani 15. Juni 1865. Geehrter Herr Redaclenr! Gestatten Sic meinem B.rich'e von hiesi, er Gemeinde einigen Raum in den Spalten Ihres geschätzten Blaties. — So wie man in d>n böhmischen Gemeinden überhaupt, im Berglciche des Jetzt mit dem Ehelem, einen Progreß des Gntcn, ivahrniniml; habe auch ich, während der kurzen Zeit meines HierieinS, von hiesiger Cultusgemeiude jenen rieiigg'oß'N Fortübritt zur Beß'rgestaltuug der cultuellen Angelegenheiten, Mit wahrer Befriedi. ung wahrgeiiommcii. — Die vor zwi-i Tecenien noch unbemcrkbar gewesene israeliii che Gemeinde allhier, ist zu einer an Euttur und Intelligenz andern Großge»ieii>dcii Böhmens nicht nachstehende geworden. — Tie Gemeinde zählt an 50 Fainilienglirder, von denen rin großer Theil zur Zntelligen; gerechnet werden kann. Die Gemeindevertretung besteht aus 6 Ausschußmikgliedcrn und dem Borsteher. — Der Gottesdienst in hiesiger Gemeinde ist ein ,'ehr geregelter, und ist das Bestreblii des löblichen Vorstandes, insbesondere darauf girichiet. — Hiesige Gemeinde zcichuer sich durch 29ohitbS'igkeit aus, und sind die Angehörigen d,rclben,. im wahren Sinne de Worleö So Hut die Gemeinde drei Wohllhäi. eitsvereine. ,~JT"ö r'I“ und cintn Frauenverun, der ercils viel EisprießlichcS geleistet hak. Geiichmigcn Sie den Ausdruck meiner Hochachtung. Moics Stern. Rabbiner. Kac8faln flliigarn) im Juni 1865. Das Treiben der Orihodopn in Ungarn wiid nachgerade doch;n bunt und kein Mittel ist ihnen zu geringfügig, das sie nicht anwenden. um zu zeigen d ß u-allein es sind, d:c nn Iudenthiime »ach Wahrheit inchen, daß sie die enizigeil Stützen dcsseldeii sind. — Sogar das Feld der Annonce wird betreten, und ihr Woitsnbrer. dicßmal ein WoUehändlcr, läßt ejne solche Annonce zum Medartie-Pester Markt eischeineu. wo er, Herr G. er Comp, wahrscheinlich mir die Eowpagnie der Firma, dein heiligen Anoin mns von Szikzo für die Bescherung der jüdiich deutsche!,, rriig'ösphilos.'fischen Flugschiistcn — z"~-~ öfferttl'ch siiiieu Dank bringt. Wie erväimlich sieht es im Lager diesir frommen an?, wenn ein Wollbäi d er ihr Goliath sein muß, d^r Dankadressen a» -Rabb'iier schmi dct die nicht einmal die hebräische Trlhographie kennen, denn in Epcd. 21. 2. steht nach dem - gemiß k^in ' als ---- f,-, — D>r WvUmaikl^ ist wahric! cinlich so ausgrsaUen» daß dir H. H. G. »nd Eomp. Iich insoserne revaiichiren z» nii'ljim flloLbm, daß sie jibcn Fonschrckt, dem sic auch ihre» frf.Ii'd)icn ‘Jli nft ril'chreidieii. perhorreszirien und alles wieder in da? alte Gelcis znrückznfühien ivülliche» wo Eonouirenz im Geschäile wie im Wißen noch nicht s.ache Dimeiisiviien eircicht Hane. Wodl gesteht H. G^ daß es blcß eine kleine Mliieriläl ist, die er ^veitritt, den unter den jüd. Ein-