Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- II (1865)
- Issue
- 13 (22.6.1865)
- Date
- 1865-06-22
- Page
- Seite 108 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9050333-9088714-9050532--0203-9050534- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
—; los . — als C'ipi, Senatoren, sondern schlechthin, c*t?:;x, Männer, genannt werden, deren Namen Eldad und Melwd, sonst ganz unbekannt sind, die zwar ausgeschrieben,— das heißt: der Ehre würdig gefunden wurden im Geiste MoseS, unter ihm zu wirken, die aber, wie es scheint, aus dicse^Ehre freiwillig verzichteten, darum im Lager znrückblieben, aber hier dem Geiste folgend, der sie trieb, prophetisch wirkten. — War daS gegen die Ordnung? — War eS Widersetzlichkeit? — ES meinten dieS wohl viele, und MoseS Jünger selbst, Iosua, verlangte, MoseS möge cS ihnen untersagen. — Aber dieser weis't solche Zumuthung von sich, als mißverstandenen Eifer. — Damit erklärt er — erklärt unsere GcistcSlehrc: Der Geist muß frei walten, daS Wort darf Niemanden verboten werden. Dieser Grundsatz der Religion Israels war stets ihr Vorzug. — Ihm ist eS zu verdanken, daß die Wahrheiten, die in ihrem Geiste gelehrt wurden, sich Geltung verschafften, daß sic erhalten wurden und unverfälscht auf unS gekommen find. — Nicht als ob nicht auch falsche Propheten ausgetreten wären, die Unwahres gelehrt. — Der Kampf zwischen .. Wahrheit und Lüge, Recht und Unrecht wird die ganze Geschichte Israels hindurch geführt. Aber auf Seiten der Wahrheit steht i m m e r die Freiheit, auf Seiten der Lüge immer die Gew alt. — Jcremjab, der wabr: Prophet, wird von den falschen persönlich angegriffen, v.m der Staatsgew.üt gefangen genommen und bis zum Tode gequält. — Sein einziges BcrthcidignngSmittel gegen sie ist daS Wort: „Was soll daS Stroh bei dem Korne?" spricht der Ewige. „Ist nicht mein Wort, wie daS Feuer"?" spricht der Ewige und wie der H immer, de: Felsen zerschmettert? (Jcr. 23, 28. 29.) — Dem Korn wächst freilich nickt ohne Stroh, so erhebt sich auch die Wahrheit nur durch ihren Gegensatz, und sie kann lange verkannt werden; die Unwahrheit kann, wie das Srroh, lange den Blick der Menschen anziehcn, vor ihrem Auge schimmern und glänzen, aber cs kömmt die Zeit, wo die beiden in die Tenne gebracht werden, — da wird der Vorzug deS KorneS vor dem des Strohes, der Werth der Wahrheit gegen den Unwerth der Lüge anerkannt werden und erstcrcS den Sieg davontragen. (Fortsetzung.) , 'u ' i . , - '' iKi Oer Lehrerverem. Es dürfte wohl nicht gefehlt sein, wenn ich meine übrigens wenig maßgebende Ansicht bezüglich deS Entwurfes der Statuten hier veröffentliche. Gegen die Behauptung, „es sei unmöglich, daß die Versammlung der Lehrer so lange in Prag verweilen könnte oder sollte, als zu einer eingehenden Berathung der Statuten erforderlich wäre," wage ich geradenwegs Protest cinzulegcn, da dieß ein Aufoktroyren eines andern Meinung, hieße. Warum nicht die einzelnen Punkte in Berathung ziehen?— Ein Zeitraum von 3 bis 4 Tagen ist hinreichend, den Gegenstand vollkommen zu besprechen und so viel Zeit muß jeder mitbringen, der zur Versammlung erscheint. Damit will nicht gesagt sein, daß etwa der vorliegende Entwurf leichtfertig oder sogar ohne die hiezu uölhige Sackkenntniß auSgearbcitct sei, im Gcgenthcil läßt sich behaupten, daß das sehr achtbare Comite den Dank sämmtlicher Lehrer Böhmens verdient; doch wozu eine solche Ueberstürzung? „Entweder eu bloe annehmen oder verwerfen." Wie leicht könnte eine solche Maßregel ein mit so viel Takt, Aufopferung und Geschicklichkeit begonnenes höchst Übliches Werk zerstören?—Nachdem der Entwurf vorlicgt, hat jeder, der daran Thcil zu nehmen gedenkt, Zeit, darüber nachzudcnken, und seine Bemerkung zu notircn. Und nun erlaube ich nur noch einige Bedenken über einzelne Punkte deS EntwnrfcS hur meinen Herrn Collegcn zur Erwägung vorzulegcn. ' 2 will Rabbiner, die sich mit dem Untc richte befassen, hinzuziehen. Diesem entgegen erlr. :be ich mir folgende Bemerkung zu machen: Der Verei soll Lchrervcrcin heißen und sein, uud auch geistig die H ung der Schule zum Zwecke haben. Nun aber sind oder müß.m in der Regel (keine Regel ohne Ausnahme) nur solche Rabbinen zugleich Lehrer sein, die ihrem Fache nicht hinlänglich gewachsen sind und ein solcher Verein würde am Ende von lauter Rabbinen bevormundet sein, da übcrdieß so mancher Lehrer seinem rabbinischen Oberlehrer manches zu liebe thun muß. Wenn man ferner in Betracht zieht, wie die bei der Versammlung in: Jahre 1862 gegenwärtig gewesenen Rabbinen die^ Schule vertreten und ihr Recht verthcidigt haben, so daß die famosen §§. 65 bis 72 der KultuSordnung zur Welt gebracht wurden; wenn man weiter erwägt, daß von 10 Rabbinen kaum Einer auch nur einen Dunst von dem hat, was unterrichten heißt, ein solcher rabbinischcr Lehrer demnach noch weit weniger Lehrer als Rabbiner ist; so wi.d man mir gewiß bcipflichten, daß der §. 2 deS Entwurfes einer Umgestaltung bedarf. > ,! §. 6 A. „Jedes durch Altersschwäche oder nach einer Dienstzeit von 30 Jahren (d. h. nachdem cS sich nachweislich 30 Jahre mit dem Unterrichte der Jugend befaßt), durch Krankheit momentan dienstunfähig gewordene Mitglied, so lange die Dienstunfähigkeit dauert." Also nur eine Tienstzeir von 30 Jahren soll die Hilfsbedürftigkeit konstatieren? ES sind hier in Böhmen mehrere Fälle bekannt, daß ein kränklicher, kaum über 30 Jahre alter Lehrer seiner Anstrengung und Hilflosigkeit erlegen ist, der aber durch Unterstützung hätte erhalten werden rönnen. Freilich darf der Verein vorläufig seine Unterstützung nicht allzuweit auSdehnen, aber er darf auch seine Thätigkeit nicht auf ein all zu geringes Minimum rednzircn, ja wenn ma i den Gegenstand reiflich erwägt, so dürfte es eher ein jüngerer Lehrer sein, der, durch Eifer angetriebcn, frühzeitig seine Gesundheit cinbüßt, während der ältere Lehrer mehr mit Bedacht und stäter Gemüthlichkcit an scm schweres Tagewerk acht, ohne dcßhalb crslerem in Erst mg seiner großen Pflichten nachzustehcn. Um da Ganze „mrch ein Beispiel zu illuflriren, so möge hier ein Exempel auö dem Leben angeführt sein. An der hiesigen städtischen Hauptschule wirkte bis vor einem Jahre ein mit der goldenen Medaille auSgezcichncter Ojähriger Veteran, der noch beute der besten Gesundheit sich erfreut; dcßhalb aber bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand als ein ausgezeichneter ''rcbsamcr und fleißiger Lehrer bekannt und geachtet war, während neben ihn: bedeutend jüngere Lehrer ihrem Stande das frühe Grab verdankten. Meines Erach^cnS wäre cs hinreichend, wenn ein hilfsbedürftiger Lehrer eine Dienstzeit von 15 Jahren nachzuweiscn hätte. Das Erscheinen eines Jahrbuches von Seiten des ' 'ereincs dürste das Einkommen desselben steigern. — In keine Falle jedoch würde ich meinerseits die Annahme des Ent uirfes en bloc befürworten; doch werden ja hoffentlich noch andere Stimmen laut werden. PH. Lederer. Eine kleine Neise im nördlichen Löhmen. Der diesjährige Mai hat seinen althergebrachten Ruf Zu sehr bewährt, um nicht seine letzten Tage, die gerade »gute Tage," nämlich daS „Schebuolhfest" in sich schloßen, zu einer kleinen Fahrt in die liebe Heimatsgegend, zu benützen, in jene Gegend, die uns der theuerste Thcil unseres Vaterlandes ist, weil da unsere nächsten Angehörigen hau-