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Das Abendland · 1865-02-24 · 5 (24.2.1865) · p. Seite 44

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
5 (24.2.1865)
Date
1865-02-24
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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— 44 liHivb, wclchm Ereignissen noch N. Hnnna der SegenSspnid) DtpHNf ^f^ckl seinen Ursprung zn verdanken hot. — Der Widerstand der bilden war so hartnäckig, daß Mark Anrel do.dnrch veranlaßt anorief: „O, Markomannen, Duaden, Sarmaten, endlich habe ich Unruhigere gefunden, als ihr seid." Die späteren Kaiser wurden den Inden günstiger, wie sic sich überhaupt gegen Andersgläubige in dem Maße toleranter bezeugten, alö sie in ihrem Glauben sich weniger befriedigt fühlten. Antoninuö Pins, der Freund R. I hndas, spielt hier die erste Rolle, doch war das ganze Scvcrische Kaiserhaus solcher Gcs.nnung, daß ein Jahrhundert später ein Kaiser den dr ilichcn Glauben annahm. Eö crsd)icncn Gesetze, die ans da händliche Wesen der Inden Rücksicht nahmen. Die Kaiser kannten die jübifdicn Erzväter und ihre Religion ward eine religio licitn, lvaö daö Ehristcnthnm noch nicht war. Scvcrtid und sein Sohn Antoninuö ivarcn die größten Wohl-! thüter der Inden; ihren '.Kamen trügt daö Gesetz, das die! Inden zn jüdischen Bürgern machte. Antoninuö, der sich in Palästina anfhielt, sagte zn 'Rabbi: cr,"~x xyyi I jt-zmd T3>*nrn *mnr "2 Abodah Sarah 10 a: „Ich I wünsche die Herrschaft für mcincit Sohn, Tibcriaö soll eine i Eolonic werden." Beides wollte er aber nicht in's Werk i setzen, damit es nicht ansschc, als wolle er die Judenzu sehr! begünstigen. ScvcrnS. der Lohn, gab den Inden Freiheit i und Anerkennung. Wie viel man über das nähere Berhälrniß! dieser römischen Kaiser zn den Rabbincn erzählt, ist bekannt, j und cs wäre ein verdienstliches Werk die Beziehungen Sevcrö Antoninuö', und Heliogabalö znm Iudcnlhmnc fcstzuttellcit. D^.ß außerordentliche Ehren, an Lehrer erwiesen, nichts Seltenes waren, weiß jeder Kenner dieser Zeit, und die römischen Kaiser haben mö Wissen der Juden benützt. — (Fortsetzung folgt.> Corresnondenz. Ub. 1'. Kacsialu, 6. Februar 1865. Gestatten Sie mir, bester Herr Redacteur, in Ihrem geschätzten Blatte einen Act der wahren Toleranz, nämlich ein Verbrüderungsfest zu registriren. Es fand dies bei der Einweihung der Svnagoge in der k. Freistadt Zcmbor statt. Das Schicksal der bücser Bevölkeiung im Allgemeinen theilen auch unsere Israel. Brüder in diesem Eomitate, und in keinem Eomitate Ungarns ist in den unheilvollen Jahren 1848 und 49 so vieljüdi'ches Blut geflossen, als eben daselbst. Aber *£>6 mortuis nil Disi btne,“ lassen wir die Zeit, weil ^tempora muramur et nos mutamur in illis,-1 und reden lieber von der Gegenwart. Zombor mit 50 armen israel. Einwohnern, die sich vor drei Jahren entschlossen, dem Gotte Israels eine Wohnung und für sich eine Andachtstatre zn erbauen, sahen mit betrübten Herzen auf ihr Unternehmen, denn der Kostenüberschlag wurde auf 20000 ft. c. W. in Aussicht gestellt; nur von wo diese Summe bernebmen? Tie wenigen Bemittelten waren not; ihrer I pfcrwilligkeit nicht fähig, den Bau auszuführcn. Da sandte der liebe Gott dieser kleinen Zahl einen Mordechai. der der Finanznotb ein Ende machte, indem er die Leitung des Baues übernahm, und 50<>o fl. spendete Es war dies das Oberhaupt der patriarchalisch gesinnten Familie, Herr Marcus Stein. der ein Bezallel der Zomborer Svnagoge ward. Leine für das Judentbum begeisterte "Frau Ebana, die dem Namen der Profetenmutter nur Ebre macht, begeisterte alle Mitglieder dieser redlichen Familie für den Bau des Gotteshauses. So spendete Herr Karl und Jda Stein aus Wien das Aron Hmkodcsch, 2000 ft im Werthc, für den Tempel. Khr Ehr ttommcr Lohn, Herr Sigmund Stein, der als Muster unserer Glaubcnsacnoftcn gilt, spendete mit seiner Frau ein Porochcth 500 ft. und der Eultuc Vorsteher Herr Schön das Ner tamid, und wie einst beim heiligen Zelte in der Wüste, wo jeder so viel brachte, daß man endlich 'aaen mußte: „Es ist genug " so war auch hier der Fall. Am 3. dieses Monates wurde dieser Prachtbau nun endlich zur Freude der israel. Bevölkerung eingeweibt. Die Function leitete der ^berrabbiner -^c Hochwürden Herr Leopold Löw aus Szegedin. Punkt 4 llhr bewmte nch der feierliche Zug vom alten Betlocale, wo das Minchagcbel verrichtet wurde. Voran schritt der Ebor, der eigens von Basa geholt winde, Hann das Baldachin mit den Torarollen, getragen von den würdigsten Männern der Geineinde, den Torarollen folgten die Herren Obcrrabbiner Löw und Loealrabbiner Kohn, ihnen schloß sich an der Obergespan Herr Gustav von Puiakovics, der Vieegespan Herr Mmir> von Palatii.ovics, der Bürgermeister der k. Freistadt stombor Herr Lirba von Maschirovitz, der Statthauptmann Herr" Tstvan von Ltiralics, der Herr Stadrrichrer Michael von Koezkar und sämmtliche -oonoration der llmgebung. Jur neuen Svnagoge angelangt, übergab der Herr Bezirks- und Loealrabbiner Kohn mit beredten Worten dem Herrn Bürgermeister den Lchlüsiel der Svnagoge inst der Bitte, daß er im Namen der Eommnne dieses Gotteshaus erö'we, welches die Andachtsstätte seiner Gemeinde werden soll, wo sie nir das Wohl der Stadt nnt für das Wohl des Landes beten wollen! Darauf erwiderte Mit begeisterten warmen Gefühlen der Bürgermeister Herr Luba Maschrrovitz den Dank der israel. Gemeinte auszusprechen für die erwiesene Ebre,^ brachte ein Hoch auf das Wohl Tr. k. k. Masestäl und auf.das Wobl der israel. Gemeinde aus, und die Pstnen wurden gecsinel. Die Lvnagogc war gedrückt voll, beinahe 4000 Menschen faßte lic, die dem Feste mit beiwohnen wollten. Das „Ma tobuu würbe recitirt und die gewöhnlichen Hakafoib mir den Torarollen gemacht. Le. Hochwürten, der während dessen vc: der heiligen Lade stand, erklärte stets die üblichen Bibelvcrse bei den Hakatotb, nachdem eine solche geschah. Hernach sprach er mit begeisterten Werten über das Phnna: „Die Liebe zum Gotteshaus-" so begeistert, daß alle hoben Gäste zuH Predigt am Sabbatbvormiirag, die er wieder führte, erschienen sind. Anwesend waren außer den genannten Herren das 'ämmtliche Officiercorps in Parade, de- Herr Maser des Depots, der Herr Finanzrath und sämmtlicker Ekerns iowobl von der katholischen als griechischen Kirche. Durch die gütige Fürserge des Herrn Bürgermeisters war die Rn: e eine musterhafte, denn er ließ 24 Stadtpanduren ausrücken, um die Ordnung zu überwachen. Auch zeigte er seine edle Gelinnung dadurch, indem er anordnete, daß ein Stadlwagen vierspännig mit einem Panduren in Parate dem Oberrabbiner Löw enlgegenfahre, damit der Einzug feierlicher sei. 'Auch wurde dem Herrn Oberrabbiner am zweiten Abend ein solenner Fackelzug von der isr. Jugend gebracht, bei welcher Gelegenheit der Privaliebrer Herr Löwv eine Ansprache an ihn,hielt. Der Herr Oberrabbiner sprach sich dankend aus, worauf ein Eljeu ausbrach. Der ganze Act der Einweihung, dessen ^Zeugc wir warm, war ein Fest der Verbrüderung, denn sämmtlicbe Ltadrbcwohner nahmen daran Tbeil und freuten sich auch, das; ihre sütischen Brüder eine Liane sich erbauten, wo sie für das Wobl der Llatt Hum Allvater beten sollen. Auch den Namm eines Künstlers erlauben Sie mir noch zu erwähnen, es ist dies der Maler önr »loltfahn, der seinen ganzen Fleiß und seine ganre '.Geschicklichkeit derart lner aufbot, daß nur das Auge eines Verständigen darüber ein Unheil sich zn erlauben vermag, außerdem spendete er neck eine feine mit Gold gestickte seidene Decke über den Schn Ich an. Möge dieser Aet der Verbrüderung, dcr Bund der Eintracht in der k. Freistatt stärker iverden, was wir ihr vom Herzen wünstben! Bolläk, Religionölebrer. Prag, 20. Februar. Die definitive Resignation des Herrn Ernst Wchli ans sein dnrch länger alö ein Dceenninm inuc gehabtes Ehrenamt als Vorsitzender der hiesigen Eultnsgcincindc-Rcprüsentanz im Wege dcr k. k. h. Statthallcrei ist zum Bedanc.n aller Genieindegliedcr von derselben angettommcn worden. Der Verlust seiner Führerschaft ist für i>ic Gemeinde ein nicht leicht zu ersetzender. Mehr alö vierzig Jahre lang lvidmcie Herr Wchli seine besten Kräfte der Prager indifchen HHmeiude in uneigennütziger Weise. Alö Mann von großer Gelehrsamkeit und bedeutenden Scharfblickes, wußte er, daß für den Anden ein Fortschritt in staatsbürgerlicher Bcziehting zunächst durch Förderung und Unterstützung dcö Unterrichtes im literärischcn Wissen und durch zweckmäßige Erziehung ermöglicht werden kann, daher sein sicieö Augenmerk ans die Verbesserung des Unterrichtes in der damaligen israelitischen Hanp: und Diüdchenschnle, wozu er als weltlicher 'Sehnlenanfschcr Gelegenheit fand. Aber nicht blos für die Kinder, auch für den Unten ick,k der Erwachsenen sorgte er

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