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Das Abendland · 1865-02-24 · 5 (24.2.1865) · p. Seite 43

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Journal
Das Abendland
Volume
II (1865)
Issue
5 (24.2.1865)
Date
1865-02-24
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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Horwitz, dcr diese Beese in seinem Schaar haschamajim als EinschlüfernngSmittcl verordnet. — O Verfasser des heiligen Schelali, dn hast gar oicfc Ivawanotli gehabt; aber Diejenige, welche der Dichter der „Wache" 200 Jahre später aus 'dir schöpfte, sicherlich nicht! Und doch wird dein Geist auch diese nicht verwerfen; denn sie i>'t dem göttlichen, freien Reiche der Dichtnng entsprangen, ans welchem dn, deiner Zeit angemessen, wie unser Dichter der unsrigcn, dich bewegtest. Über die in Briessorm abgcfaßte Apologetik des Judcnthums gegenüber dem Christenthnm: „Die Grundsätze der! Liebe und Gerechtigkeit im Jndcnthnme ist ein lieblieber Hanch j sanfter Weiblichkeit ausgcbreitct, und wir können mir wünschen, dass diese Briefe an ihre Adresse gelangen und angcnoinmcn werden möchten. — Die Gedichte von Dorothea Elsüßer sind recht anmüthige Geistesblüthcn. — Mit der musikalischen Beilagevom Ehcs-Redacteur schließt daS ganze Buch würdig ab. Ein Buch von solchem Inhalte muß in jedem Hanse willkommen sein. Wir haben dieses zur Würdigung des Buches geschrieben, einer Empfehlung, wie die rncisten Recensionen sie beabsichtigen, bedarf eS nicht. Prag, im Februar. Ast. i.)i|lorirdjc5 (ifjfujl'id) iVr sudni, zusaininengetragen von I. Bloch. Die Juden und ihre gesetzliche Stellung in Nvm vor und nack Einfrihrnng des Chriftentlnlnrs. Waren die Inden dem Gesetze' nach auch Provincialen j und Römer der bürgerlicher Gesellschaft, waren sie doch Juden, die ihre religiösen Satzungen nicht aufgeben wollten, und das , trat den Römern störend entgegen. Die Juden hatten eine \ schriftliche Lehre, einen Sabbath, den sie heilig hielten, sie speisten nicht mit ihnen, ihre Feste waren andere, ihre Synagogen einfach, ihre Körper durch die Beschneidung ausgeze.chnet. Dies beleidigte den Stolz der Römer, und da sie sie als Besiegte nicht achten konnten, verachteten sie dieselben. , „Wie thcncr die Juden den Unsterblichen gewesen, zeigt, daß , ihr Land besiegt, verpachtet,'getheilt ward", sagten die Römer : und spotteten der Juden. Casus, der sich den Eigensinn der! Juden, an dem Hergebrachten sestzuhalten, nicht erklären konnte,! that den Ausruf, daß die Juden unter allen Menschen die! Widcrspünsligsien seien. Er hat einen Eifer nicht begreifen ' können, der behauptet: .^t.] na bzo | „Liebe Gott mit ganzem Leben, selbst wenn es das Leben kostet." Er mußte zürnen, daß sie seine Bildsäule nicht ver- * ehren wollten. Plinius dcr Ältere sagt: „Judaea gens contu- , melia numinum insignis.“ i Taeitns schilt: ^Xee quidquain prius imbuuntur, quam : contemnei-e deos.“ Die ^cachrichten über das jüdische Alterthum glaubte man j n-.cht. Nicht die Sehnsucht nach Freiheit, ein Anssatz habe ' sic ans Egypten getrieben. Im Tempel, hieß es, verehrten sie einen Eselskovf. Demokrit erzählt von Menschenopfern, die diesem Gölte gebracht wurden. Den Abscheu der Juden vor dem Fleische des Schweines erklärte man dadurch, daß sie diese Thierc als Gottheit verehren, daher Petrncins: lludaeus licet et pnrcinum adoret. Die Sabbaryrnhe ward dem Hang zum Müssiggange zugeschriebeu. Plntarch klagt die Inden gar der Bacchanalien in ihrem Tempel an, wovon aber Angnstus das Gegentheil promulgirtc. Plntarch macht die Juden 311 Verehrern den Bacchus, heißt das Laubhüttensest Cradephoria, leitet Sabbath vom Bacchus und Leviten vom Evius ab. Besonderen Stofs znr Verspottung der Juden gab die Beschncidung; man hieß sie Yerpi, Apellae. Curti! (Beschnittene). Die Römer hielten den jüdischen Glauben für ■ Aberglauben 'und sahen auf ihn mit Spott und Unwillen,! und gerade die Gcoildeten sind cs, die hier in erster Reihe ' auflrctcn, und zeigt nur. daß Vornrthcil zu jeder Zeit sich i gleich bleibt und selbst den Bessern ergreift und besangen! macht. Manial erblickt in einem Recenscnten seines Buches | nicht diesen, sondern nur den Inden. „Quod nimium cives, i nostris et ubique libellis detrahis, ignosco: verpe poeta I sapis," saat er daher. Jnvenal, der die Camönen bedauert,! deren Gefilde die Juden überkommen, und Rutilius Claudius, j weil er mit dem Grase des jüdischen Pächters nicht zufrieden 1 ist, sagt:! Reddimus obscoenae convicia debita genti Quob genitale caput propudiosa metit. Die Inden ihrerseits konnten nicht vergessen, daß sie ihre Selbstständigkeit als 'Nation verloren hatten. Immer von Neuem hofften und sannen sie Anfangs aus Erlösung, aber cs war ihnen nicht wie anderen Völkern um politische Freiheit zu thnn, ihre Erlösung sollte auch nicht iniltelst irdischer Waffen vor sich gehen. Dem Inden war mehr als nur die politische Cristen; genommen, er hatte die religiöse Freiheit verloren: Spott und Schmach war ihm geworden, er war geistig geknechtet, wollte aber wieder geistig frei werden. Sein Gott hatte ihnr in Folge eigenen Verschuldens seine Freiheit genommen, es mußte ihm wieder eine göttliche Erlösung werden, wenn er bereut uud wieder in den Wegen Gottes wandelt. Am Tage der Zerstörung Jerusalems ward ihm der Erlöser geboren: .1er. Hera dioth peret II. Endlich brachte es die Bedrückung Domitians und die heidnische Gesinnung Trajans so weit, daß sie die himmlische Freiheit selbst mit irdischen Waffen erringen zu müssen glaubten. Der Talmud erzählt: „An einem Freudenfeste Trajans hatten die Juden gefastet, weil es auf den 0. Ab. siel, und an einem Trauertage desselben hatten sie ihre Fenster erleuchtet, weil Lichtsest war; da sagte die Kaiserin: „Du bekämpfst die Barbaren, bekämpfe lieber die widerspenstigen Inden." — Anderswo wird erzählt: Bei den Inden werden bei dcr Geburt von Knaben | Bäumchen gepflanzt. Eine Kaiserstochter verlangte ein solches Bäumchen und es ward ihr verweigert. Sie klagte ihrem Vater: „Die Juden find widcrspänstig gegen Dich." — Eine i dritte Geschichte ist die Dennntiation eines, von einem Feinde - beleidigten'Inden, der den Kaiser veranlaßt, ein Dpserthier in den Temvcl zu senden, dessen Dpferung aber versagt wird, nachdem der Denuntiant an selbes einen unbcmcrkbaren Fehler angebracht hatte. Hier hatte man in der Gcwisseuhastigkeit der Inden einen Ungehorsam zu finden geglaubt. Die Reisen Rabbi Akibas nach Gallien, Arabien, Babnlonien und Afrika hat man, und vielleicht nicht mit Unrecht, mir einem Atifstande in Verbindung gebracht, was um so wa nscheinlicher ist, wenn man unter den zahlreichen Schülern Akibas Gesinnungsgenossen versteht. Wenn unter Trajan die Empörung schon ansbrach und von diesem allenthalben bekämpft werden mußte, so bekam sie doch unter Hadrian erst Bedeutung, nachdem dieser die Beschncidung verbot. Bar Eochba stellt sich an die Spitze der Jusurrection und Severns unterdrückte sie, nachdem er i. I. 135 Jerusalem erobert. I. I. 121 war die Festung Bether gefallen. Der Schauplatz der Empörung war das nördliche Palästina; von TiberiaS und Jabne war sie ausgcgangen. — Die Unruhen waren aber doch nicht eher gestillt, als bis die Beschncidung und die Beerdigung der Torten erlaubt

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