Das Abendland
- Journal
- Das Abendland
- Volume
- I (1864)
- Issue
- 8 (29.12.1864)
- Date
- 1864-12-29
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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iveiß jedes Schulkind, daß Saul nicht in den Zeiten der Patriarchen lebte. Was die Bemerkung über meine Erklärung des Wortes p2,->E (Hiob 7, 15) berricht, worin 'bet Herr Rabbiner einen grammatikalischen Schnitzer zu entdecken glarrbt, verweisen wir ihn auf daS Wort mxw.tt (Psalm 55, 22), wo das mit Parach vckalisine von Aben Esra und David Kimchi, die hoffentlich, wenn anch nicht Rabbiner doch gute Hebräer waren, als das » compcrativi erklärt wird. — Ehrmann. Gestützt auf obcnangeführte Autorität, daß das n mit(') wokalisirt, auch als comporativ gebraucht werden kann, erlaube rauch ich nrir hier eine Erklärung des fraglichen schwierigcrr Bibel- 'ocrses vorznlegcn, die mir so wie mehreren gelehrten Männern, denen ich sie mitgclheilt, der Wahrheit nahe zu kommen scheint. Voraus bemerken muß ich 1., daß dem verbum nn2 das £1*0 enrgegen.gesetzt wird, wie wir bei Zesasas finden: 2122 "nr,2 2"2 C'Ntti; 2. daß dem lebensüberdrüssigen, weil gequälten Hiob, nur zwei Aussichten geboten waren, seiner Leiden los zu werden, entweder durch Selbstentleibung, p2~ oder durch die wesenhafte Auflösung, den natürlichen Tod, nitt, von ES??, Wesen, Inneres. — ■ Hiob wählt das Letztere und sagt zu seinen Freunden: £22 p:,-.2 "!^2N'l Meine Seele wählt statt des Selbstmordes w.ttyi'E rr,n — den natürlichen Tod. — tene — Ich will den Selbstmord nicht. — ""tin Ebi?b xb *>2 •— Ewig werde ich doch nicht leben. I. Bloch. * Sonntag feierte der hiesige Oberjurist Herr Samuel Freund seinen 70. Geburtstag. Sowohl von Einzelnen als von Eorporalionen wurden ihm Gratulationen und Festgeschenke dargebrachr^ und auch aus der Ferne aus brieflichem und telegraphischen Wege Glückwünsche eingesendet. Poliz an der Mettcm. Eine hier wohnende jüdische Faurilie erhielt die Eonceffion zur Errichtung einer Traiteurie, zumeist in Berücksichtigung jener den hiesigen bedeutenden Wochenmarkt besuchenden Israeliten. Dem jüdischen Besitzer wurde eS nun verboten, an Ehristen Speisen zu verkaufen. Der Wirth soll gegen das ,amtliche Verbot an die Statthalterei recurrirt haben. Wahrscheinlich hat das dortige Sradtamt, um die Gleichberechtigung zu wahren, auch den christlichen Gastwirrhen verboten, «n Juden Speisen zu verabreichen. Wien, 6. December. In der heutigen Sitzung brachte das Haus der Abgeordneten die Berathung des Adreßeutwurfes zu Ende und wurde somit auch über den das Eoncordat betreffenden Passus verhandelt. Es geschah dies nur in kurzer, die Bedeutung deS Gegenstandes wenig betonender Weise. Der Berichterstatter Br. Giskra sagte vom Eoncordat: Diese Acte widerspricht der Idee deS Staates und den Bedingungen seiner rechtlichen Eristenz; sic sagt den Freunden des Rechtes und der Wahrheit nicht zu und stimmt mir der gegewärtigen Auffassung über die Bedürfnisse der Schule, über die Einrichtungen der Familien, über den wechselseitigen Verkehr der Bürger im Staate nicht mehr überein- Ter Abgeord. Mühlseld wollte, um keine Ansicht zu präjudiciren und jede Debatte zu vermeiden, auS dem Passus sowohl die „Unterhandlung mir dem päpstlichen Stuhle" als auch die „gesetzt vräßige Regelung" weggelassen haben, und dies wurde von dem Haute angenommen. Daß ein protestantischer Geistlicher für und 4m katholischer gegen den Passus sprack,'war natürlich. Die <^-achc war damit abgethan. Pest. Durch die vom Herrn Oberrabbiner Tr. W. A. Mcisel vor vier Jahren kreirte S np p e it a n stalt werden im. Laufe dieses Wintersemesters zwölf hilfsbedürftige israelitische Lehramtskandidaten und noch mehrere Zöglinge der hiesigen Mittelschulen mit vollständiger Mittagskost unentgeltlich versehen. * Dem Berichte über die diesjährige Generalversammlung des Pester allgemeinen israelitischen Kranken- und Leichenvereines entnehmen wir: Aus der Eröffnungsrede des Herrn Präses Anton Knrlander geht hervor, daß der Verein bezüglich seines humanitären. Vorgehens und des finanziellen Gebahrens bei einem Vermögensstande von 20,000 fl. ö. W., eine ^befriedigende Stufe erreicht hat. Herr Oberrabbiner Dr. Mcisel ließ aus dem Grunde in seiner Ansprache dem eifrigen Streben des Herrn Präses irnd des ihm zur Seite stehenden Vorstandes volle Anerkennung widerfahren. Im abgelaufcnem Jahre wurden 2905 Männer. Frauen und Kinder, die Ambulanten nicht miteingercchnet, von den Hrn. Vercinsärzten, den Herren Doktoren LaSky, Glück, Rorhberger, Herzog, Tranb und Steinbcrger behandelt; es wurde deshalb in verschiedenen Ansprachen den genannten Herren Aerzren sowie den Herren Doktoren Groß, Hasenseld und Oestreicher für ihre uneigennützige Bereitwilligkeit zur Abhaltung von Konsilien bei kranken Mitgliedern die gebührende Anerkennung zu Theil. Ebenso Sr. Hochwürden dem Herrn Prior des Barmherzigen- Konvents zu Ofen und dem Herrn v. TarcSav, für die dem Verein unentgeltlich zur Verfügung gestellten Badekarten der Ofner Thermal- und hiesigen Dampfbäder. — Schließlich fand^ die statutenmäßige Wahl des Präses Anton Kurländcr, des Kon-' trollors Joseph Fürth und des Kassiers David Reiman, sowie - des Ausschusses statt, welche sämmtlich unter allgemeiner Akklamation wiedergewählt wurden. * Die Bergstadt Kremnitz, deren Mauern vor gar nicht langer Zeit den Juden verschlossen waren, bat einen Israeliten,. Herrn Dr. Adolph Lang seid er a;rs Thurdoffin, zum Stadr-- arzte ernannt. Mainz, den 8. Dec. Herr Br. Wilhelru E a h n von- . hier ist in Paris im kaiserlichen Ministerium des Auswärtige als beeidigter Translator und Interpret für folgende Sprachen: englisch, deutsch, arabisch, hebräisch, italienisch, spanisch, dän.sch, . schwedisch und holländisch, angestellt worden. Thorn, im December. V ge Woche fand in unserer Gemeinde der Uebertritr euer ane> England hierhergekvmmenen■_ Frau, evangelischer Religion, zum Iudenrhume statt. Dieselbe., lebte mit ihrem jüd. Ehegat'en -l1/, Jahre in Civilehe und-, wünschte sehnlichst die Religion ihres Mannes, die sie kennen und schätzen gelernt hatte, anzunehmen. Nachdem sie vor dem. zu diesem Zwecke zusammengetretenen j*>i rvc (unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiners Br. Rahmet und dem Beisitze des Herrn Hirsch Kalischer und eines hiesigen GemeindemitgliedcS) ihren durch nichts crschütterlichen Entschluß ausgesprochen hatte und von dem Beth-Din auf die Bedeutsamkeit dieses Schrittes und die Bedeutung der jüd. Religion, die von ihren Bekcnncrn Opfer und Entbehrung fordere, aufmerksam gemacht worden war, nahm j sie nach Ioreh Deah §. 268 das vorgescbriebene Tauchbad. In j nächster Woche soll auch die Trauung nach jüdischem Gesetze an j dem Ehepaare vorgenommen werden, worauf dann auch die Be-; schneidung der drei and dieser Ehe bereits entsprossenen Knäblcin 1 erfolgen soll.