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Das Abendland · 1864-11-17 · 3 (17.11.1864) · p. Seite 21

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Journal
Das Abendland
Volume
I (1864)
Issue
3 (17.11.1864)
Date
1864-11-17
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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- 21 — Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung nrittelloscr isr. Stiidirender in Wicn?l BUt dem heurigen Jahre läuft das Trienuium -es Bestandes des Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien und unsere Wirksamkeit ab. Wenn wir den Blick auf diese Zeit zurückwenden, so glauben wir mit Selbstbefriedigung» sagen zu dürfen, daß der Verein in vollem Maße den Hoffnungen und Erwartungen entsprochen hat, die inan bei der Gründung desselben hegte. In Beziehung auf seine Wirksamkeit stehet er keinem andern Vereine, deren unsere Gemeinde so viele mmter' zählt, nach, und erfreut sich in ausgedehntem 9. ße der Theilnahme des Publikums nahe und ferne. ,3o hat z. B. Herr Gustav Epstein zur Erinnerung an seinen sel. Vater dem Vereine S-X) fl., und die Erben des Herrn Jacob L öwy zum Andenken an ihren sel. Vater 200 fl. in Nationalobligationen gespendet, und unser sehr geehrter Landsmann Herr 'Albert Cohn in Paris, welcher unablässig und uncrmüdet für unsere Glaubensbrüder im Morgen- und Abendlanve tliätig ist, trat unserem Vereine mit einem jährlichen Beitrage von 20 Francs als Mitglied bei, und spendete demselben außerdem 100 Francs als -Gründungsbeitrag. Die Wirksamkeit des Vereines ist im letzten Jahre bedeutend größer und umfangreicher geworden. Im ersten Jahre, während einer achtmonatlichen Tbätigkeit, unterstützten wir 44 Studireudc mit 1484 fl. 85 kr.; im zweiten Vereinsjahre unterstützten wir 86 Studirende mit 2293 fl. 46 kr., und im letzten eben verflossenen Schul- und Vereinsjahrs unterstützten wir 132 Studirende mit 2749 fl. 7 kr. Wir glauben, so weit unsere Mittel reichen, in ausgiebiger und nachhaltiger Weise unsere Aufgabe gelöst, und dadurch die Lebensstellung und die Existenz vieler Jünger der Wissenschaft, der Theologie, der Medicin, der Jurisprudenz und der Technik, begründet oder zur Bcgründung derselben beigetragen zu haben. Nichtsdestoweniger sahen wir uns auch genöthigt Bittsteller abzuweisen (im letzten Jahre liefen 150 -Gesuche ein, von welchen 18 abschlägig beschieden wurden), weil die Würdigkeit und Bedürftigkeit der Petenten nicht gehörig aus- und nachgewiesen war, oder das Gesuch nicht so dringlich erschien, um es sofort zu erledigen, während andererseits die wachsenden Ausgaben und zunehmenden Ansprüche uns eine größere Sorgfalt und Zurückhaltung zur Pflicht machten. In Folge der bedeutenden Steigerung der Ausgaben erwachte in uns das Bedenken, es könnten die Mittel des Vereines zukünftig nicht den Ansprüchen! genügen. Wir suchten uns daher durch Fachmänner zu verstärken, um ihren wohlgemeinten Rath zu vernehmen^ Die sehr geehrten Mitglieder unseres Vereines, die Herren ^lellieinauDoctorH e r ma nn S ch le sin g er und Dr. juris E. Schissm ann waren so freundlich, - unserer Einladung zu folgen, und unterstützten uns mit practischen Rathschlügen, wofür wir ihnen den wärmsten Dank aussprechen. Wir werden bei der demnächst stattsindenden Generalversammlung die Ehre haben, den geehrten P. T. Mitgliedern mehrere Punkte zur Berathung und Schlußfassnng vorzulegen. Gehen wir nun zum geschäftlichen Theile des Berichtes über. Laut Beilage I. tragen wir einen Betrag von 70 fl. 68 kr. auf neue Rechnung über, und haben uns genöthigt gesehen, von dem im vorigen Jahre erst begründeten Reservesond 200 fl. zu entnehmen. Wie bereits berichtet wurde, liefen 150 Gesuche ein, von welchen 132 ganz oder theilwcise genehmigt wurden, wobei wir bemerken müssen, daß wir auch Heuer Petenten, die wir dessen würdig erachteten, wiederholt unterstützten. Unter diesen 132 waren: 10 Rabbinatscandidaten, von welchen mehrere philosophische Studien absolvirten (2 derselben erhielten Unterstützung zu 12 und 20 fl., 6 Collegiengeld vo» 9 fl. 50 kr. bis 24 fl.. Einer die Taxen für das erste Nigorofnrn 7 ft., uub (Einer bis Taren für die Promotion zur Erlangung der philosophischen Doctorswürde 56 fll. in Summa 166 fl. 50 kr.); 101 SAudirende der Medizin (71 erhielten ganz oder theilweise Collegiengeld in Beträgen von 5—36 fl., 2 erhielten Lehrbücher im Preise von 31 fl. 70 kr., 8 erhielten die Taxen pr. 42 fl., und Einer 21 fl. zum ersten Rigorosum, 7 ganz oder theilweise die Taxe für das zweite Rigorosum in Beträgen von 33—66 fl. * 15 kr., 7 ganz oder theilweise die Taxen für die Promotion, von 22—72 fl., 3 ganz oder theilweise die Taxen für das Doctorat der Chirurgie von 20—47 fl., und 2 Unterstützung a 10 fl., in Summa 2196 fl. 80 kr.); 20 Hörer der Rechte (14 erhielten Collegiengeld in Beträgen von 8—15 fl., 4 ganz die Rigorosentaxen - a 37 fl. 80 kr., Einer erhielt Lehrbücher zum Preise von 10 fl. 27 kr., und Einer eine Unterstützung von 15 fl., in Summa 370 fl. 77 kr.). Ein Techniker erhielt Behufs der Feldmessung 15 fl. Dem Vatcrlande nach waren 4 aus Wien, 29 aus Mähren, 11 aus Böhmen, 5 aus Schlesien, 67 aus Ungarn, 15 ans Galizien und Einer ans Rußland.! Wir glauben, diese Zahlen und Ziffern werden *) Wir bringen diesen Bericht ausführlich und unverkürzt, weil keine Tendenz nnS edler, würdiger und mcbr der Ausmnuternng werch erscheint alSJie, der armen jüd. stndirenden Jugend hilfreich beiznipringen, welche, wie die jüdische Jnrclligcn; über' Haupt, schutzlos und nngcfördert von Seiten des ScaaieS, einem bei weiten bitterem und schmcrern Lebenskämpfe entgegen geht als die christliche, so das; man fast;u sagen berechtiget wäre, es gehöre neck immer ein Grad von Heroismus dazu, selbst heut;n Tage noch, wenn ein Jude die wissenschaftliche Laufbabn einschlägt. (ürtjammg oer mühsam errungenen politischen Freiheit, Voten, uns st delzleguug \ti" cir i uvüurv 'f .Er. rm*.

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