Das Band
- Journal
- Das Band
- Volume
- 2 (1932-02)
- Issue
- 2 (2.1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
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freuen sich unsere dramatischen Abende ständigen Beifalls, leider ist der Saal in unserem Vereinsheim zu klein. Letztens wurde in einem der größten Säle Wilnas ein Abend veranstaltet, der uns auch einen schönen Gewinn brachte. - Um weitere Mittel für den Verein zu erlangen, wurden mit Genehmigung der Behörden 2 Straßensammlungen veranstaltet; danr der guten Organisation und des schönen Wetters haben diese Sammlungen enen sehr schönen Gewinn gebracht, der ermöglicht hat, den Verein in einer weiterenRichtung zu organisieren, und zwar wurien eine „Gegenseitige Hilfskasse" gute /urde?iner 2" m>t einer, Kapital von 250 Zloty sowie eine „Unterstfrzungskasse" errichtet. Besonders hat die Hifiskasse" den ärmeren Genossen' Dienste erwiesen, durch dieselbe nicht ein Bedürftiger von Exmission, Exekution usw. betrofinV- Der Verein hat ferner, um die Einkommen zu vergrößern, eine Werbung von Ur^rstützungsmitgliedern vorgenommen n(j daraufhin einen Aufruf veröffentlicht. L<- daß heute schon ca. 30 solcher Mitglied gezählt werden können. Es wurde weitr eine Aerztehilfe organisiert und zwar wuile mit dem „TOZ" (Gesellschaft zum Schnze der Gesundheit) vereinbart, daß denji'd- Taubstummen ein 50 prozentiger Na^5a^ gewährt wird (Arbeitslose unentgit^h)- Der polnische Kreis-Fußballverbind hat sich bereit erklärt, den Taubstummen^ freien Eintritt für alle Sportvep*nstaltiv#<*n zu gewähren, wodurch den Taubstummen ermöglicht wird, am Sport teUzunehmen was sie auch gerne ausnützen. Mit ae" Wilnaer touristischen Gesellschaften big« und T.Z.K, wurde Mitglieder des Verein ff allen s und Besichtigungen teilnehi^" K^nn^ bisher wurden das EIektri«tatswerkdie Ausstellung „Iwo« und ein/f oße* Pr ckerei besichtigt. Auch wurde Miihilfe der Jüdischen Kultusge^jnde eine Akhon wpapn Versoraun» xiit Holz für die armen S t^^'jrgenommen und haben dank unseren Bemühungen schon manche soTcherbekommen. Die gemeinde hat in ihrem Budget 1931-32 fm unseren Verein einen Betrag von ca 200 bis 300 Zloty vorgesehen. ftus der Anstalt Ein Wintererlebnis in unserem Kindergarten am 13. Dezember 1931. Die Kleinen spielten im Park. Plötzlich entdeckte Klaus, daß im Ententeich kein Wasser mehr war. Es war zu Eis geworden. Er fing ein großes^ Geschrei an, Fräulein Fried und all die Kleinen liefen sehne"1 zu sehen, was da geschehen war ch holten sie sich alle ein Stück Eis hts und wickelten es in ihreTaschentüche- Es war etwas sehr Aufregendes in difl Erlebnis. Das Eis vom vorigen Jahr tten sie anscheinend ganz vergesst jVihrem in Taschentücher gewickelten Schaffen all die Kleinen hinauf in den Kincgarten. Hier wollten sie durchaus die fstücke in ihr? Betten legen. Es war nichuöglich, ihnm klar zu machen, daß das-is schmeiß" und die Betten naß macin würde, ^enn sie konnten das nicht veralten. D^Betten konnten nur dadurch voriner U^oerscnwernrnunS bewahrt werden daß /edes von den Kindern eine Pappschcbtel 0(^er einen Topf bekam, worin sie iki Eis zufbewahren konnten. Es i°t fast unmöglich, s;.ch die Begeisterung u-*ü de Frende vorzustellen, die die Kleyen im Besitze dieses kleben Stückchen p^es empfanden, wenn man Se nicht miterlebt hat. Bevor sie sich zum Mittagsschaf legten, sah jedes noch einmal nach seiiem Eis. Es nocn da. Aber als die deinen Knaben Klaus, Heinz und Manonach uwei Stunden -,^dcr ins Zimmer k&nen und mit dem Eis spielen wollten, var nichts mehr davon vorhanden. Sie stürzt^ sicl^ empört und weinend auf mich unc machten die Gebärde des Stehlens, was heißerr sollte, ich hätte ihnen das Eis fortgenommen. Im Augenblick wußte ich nichts mit den Kleinen anzufangen. Ich mußte sie vorerst bei dem Glauben lassen, ich hätte das Eis gestohlen Nun kamen die kleinen Mädchen Fina, Lydia, Rebecka und Bertha aus ihrem Schlafgemach. Dieselbe Entrüstung wie vorher bei den Knaben brach dann auch bei ihnen aus. Ich überlegte mir die Sache und kam auf den Gedanken, Schüsseln mit Wasser zuf den Balkon zu stel/en, damit wir, wenn es nachts frieren würde, am nächsten Tage Eis hatten. Ich tat es mit den Kindern zusammen, die sich nicht vorstellen konnten, Gaß am anderen Morgen daraus Eis geworden sein sollte. Ar ich am Mittwoch, dem 2. Dezember 1931 cs morgens zu den kleinen Knaben kam, u-, Sie aufzunehmen, empfing mich Klaus Di*,erg mit einer Frage. Sie bestand in einer knjsahnlichen Handbewegung und dem Hinwt. nacn draußen. Sein Gesicht war dabei ußerst gespannt und seine Augen verrietv, daß gaiiz etwaS Besonderes geschehen sei müßte. Tch wußte nicht recht, was er Uinte und vertröstete ihn auf später, wenn r angezogen sein würde. Er war zufrieden ba-ld aber erwachte auch Leo Kühn um überfei mich in der- 15