Das Band
- Journal
- Das Band
- Volume
- 2 (1932-02)
- Issue
- 2 (2.1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einem ehemaligen Zögling Herrn Hermann Ostrolenk ging nach Jahren e,rst ein Lebenszeichen ein. Er hatte sich solange auf Wanderschaft in verschiedenen Ländern befunden und ist jetzt zu seinen Eltern in der Nähe von Saarbrücken zurückgekehrt. Am 10. Februar soll die Besichtigung der Aschinger A.-ü. Betriebe vor sich gehen. Ungenannt spendet 5,50 Mark in die Vereinskasse. Unser Verein hat dem Verband der Jüdischen Gehörlosen Deutschland 28,56 Mark Kopfsteuer für das Jahr 193t gezahlt. Nach Schluß der Sitzung machte noch die uns von der Stadtsparkasse zur Verfügung gestellte Sparbüchse für das Tischbanner die Runde. Wir blieben ein paar Stunden darauf noch in Geselligkeit beisammen. ^ugendabteilung des Vereins ehemaliger Zöglinge der I. T. R. zu Berlin-Weißensee. Der geplante Weihnachtsausflug fiel der ungünstigen Witterungsvcrhäitnisse wegen aus. Sonntag, den 3. Januar besuchten wir das Verkehrsmuseum und erwarben uns theoretische Kenntnisse. Sonnabend, den 16. Januar fand die Sitzung statt. Ks wird UDer die unmittelbar bevorstehende Hauptversammlung am Sonnabend, den 13. Februar gesprochen. Es wird geplant, zu Ostern eine viertägige Tour nach dem Harz zu unternehmen. Die Durchführung dieses Plans hängt wohl in erster Linie von den finanziellen Verhältnissen und der erforderlichen Teilnchmerzahl (über 10) ab. Wahrscheinlich werden wir im Februar eine zweitägige Wanderung nach der Märk Schweiz machen. Sonntag, den 24 J.muar hielten wir den Filmabend im Jugendheim ab. Fräul. Lucie Bramler aus Dramburg wird als auswärtiges Mitglied der Jugendabteilung aufgenommen. Sonntag, den 17. Januar früh fanden sich 10 Kameraden und 4 Gäste auf dem Bahnhof Alexanderplatz ein. Um 8.30 Uhr brachte uns die Stadtbahn nach Erkner. Bei herrlichem Wetter wanderten wir im Wald (Rüdersdorfer Forst) an der Löcknitz entlang nach Fangschleuse. Dort spielten wir Völkerball. Nach I Stunde ging es über Grünheide nach Rüdersdorf, wo wir Mittagsrast machten. In ein paar Minuten gelangten wir in Kalkberge an und es machte viel Spaß, mal herauf und herunter klettern zu können und Höhen zu besichtigen. Bei Einbruch der Dunkelheit verließen wir den interessanten Ort und traten den zweistündigen Marsch nach Friedrichshagen an, von wo uns die Stadtbahn nach Hause brachte. Wir sind ca. 25 km. gelaufen, was uns trotz der Anstrengung gut bekam. W.I. WIEN. Am 31. Dezember 1931 veranstaltete der Israelitische Taubstummen- Unlerstützungs-Verein zu Oesterreichs im Cafe Comerz eine Sylvesterfeier. Eigentlich feiern wir unser Neujahrsfest am 1. Tischri; aber die meisten Glaubensgenossen lassen es sich nicht nehmen, die bürgerliche Sylvesterfeier mit Punsch mitzufeiern. Aber sie verdient, liier erwähnt zu werden, weil sie eine hübsche Summe dem Vereinsvermögen abwarf. Sie wurde vom Verein durch ein Festbankett gefeiert; nach der Tafel trat unser Mitglied Herr Markus Lachs als Zollbeamter auf; er teilte mit, daß viele schöne Sachen für unsere Mitglieder angelangt sind, auch vieles ist eingeschmuggelt; er beschlagnahmte sie und gebe sie nur für einen Zoll frei,, der aber doch nicht so hoch ist. Es waren wirklich schöne Sachen und auch manche ulkig, mit denen sich die Mitglieder gegenseitig beschenkten. Den Höhepunkt erreichte das Fest, als nach Mitternacht die Mitglieder des Gehörlosen-Fußballklubs „Vienna" uns mit ihrem Besuch beehrten und wir blieben zusammen bis Morgengrauen, als die erste Straßenbahn den Alltagsverkehr eröffnete. L. Bandler, Schriftführer. LEMBERG. Anläßlich des Todestages unseres treuen Mitgliedes Frl. Wegner spendete ihre (hörende) Schwester dem hiesigen Verein 15 ZI, und dies ist dem Altersunterstützungsfonds zugewiesen; (diesem ebenfalls von einer Kasse 1000 ZI.). — 90 Prorrcnt der hiesigen Schicksalsgenossen sind arbeitslos und 90 Prozent von diesen Arbeitslosen beziehen keine Staatsarbeitslosennnterstützung. Ls. II. WILMR. Rus dem JüdischenTaubstummen- Verein in Wilna. Dieser, dem Verband der Jüd. Gehörlosen Polens gehörende Verein hat im Jahre 1931 eine höchst rege Tätigkeit gezeitigt trotz der schweren Zeiten. - Der Verein, welcher 51 Mitglieder zählt und sein eigenes Lokal in Wilna, Kolejowastraße, besitzt, hat Anfang Februar 1931 eine Lesehalle errichtet mit verschiedenen Zeitschriften in polnischer, jüdischer und russischer Sprache sowie illustrierten Blättern, so daß die Schicksalsgenossen Gelegenheit hatten, am Abend nach der Arbeit Zeitungen zu lesen und sich somit geistig zu entwickeln. - Gelegentlich der Pesachfeiertage wurde eine Aktion eingeleitet, welche ermöglicht hat, viele bedürftige Genossen mit Lebensmitteln zu rersorgen - Sodann wurde ein dramatischer Schauspielerkreis organisiert, bestehend aus hörenden und taubstummen Amateuren, welche Vorstellungen veranstaltet haben; die erste Vorstellung war natürlich ein Ereignis und das Resultat wurde mit pochendem Herze erwartet. Es ist zu bemerken, daß zu dieser Vorstellung auch Vertreter der Wilnaer Presse eingeladen wurden. Die Vorstellung hatte glänzenden Erfolg, was in den lobenden Beurteilungen der ganzen Presse Ausdruck fand. Heute er- 14