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Das Band · 1932-02-01 · 2 (2.1932) · p. Seite 11

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Journal
Das Band
Volume
2 (1932-02)
Issue
2 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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Niemand von uns hat das Recht, auf den Sieg der Wahrheit zu hoffen, wenn er nicht unter Einsetzung seiner ganzen geistigen und materiellen Kraft entschlossen ist, für unsere gute und gerechte Sache zu kämpfen. Wir glauben an den gesunden Sinn des deutschen Volkes. Es gibt auch heute noch in allen Kreisen und allen Parteien zahllose Volksgenossen, die mit uns der Ueberzeugung sind, daß man mit zügelloser Propaganda dem darniederliegenden deutschen Vaterlande nicht helfen, die allgemeine Not nicht beseitigen, den Wiederaufbau nicht beschleunigen kann. Wir müssen Aufklärung schaffen in den Kreisen der Menschen, die in dem ehrwürdigen Reichspräsidenten mit uns das Symbol der Einigung des deutschen Vaterlandes in Freiheit und Gerechtigkeit sehen. 2. Der erste Vorsitzende des Centrai-Vereins, Justizrat Dr. Brodnitz sagte: „Wir wissen, daß viele, die in i rer Verzweiflung dem Nationalsozialismus nachlaufen, lediglich un'er der Parole, daß alles anders werden müsse, keine Ahnung haben, welche Hetzarbeit von den Nationalsozialisten entwickelt wird. Wir halten das deutsche Volk auch heute noch innerlich so gesund, daß wir auf Besinnung mit Sicherheit rechnen. Es handelt sich aber darum, besinnliche Menschen, die es in allen Kreisen und bei allen Parteien gibt, aufzurufen, damit sie erkennen, daß Gewalt, Verleumdung nicht die Mittel sind, mit denen wir unser deutsches Vaterland aufbauen können. Wir sind so glücklich, als den verfassungsmäßigen Repräsentanten unseres Reiches einen Mann zu verehren, der in seiner Abgeklärtheit alle Differenzierung der deutschen Volksgenossen ablehnt und für uns das Symbol der Einigung des deutschen Vaterlandes in Freiheit und Gerechtigke t darstellt. Es ist deutsches Schicksal, daß auch in Zeiten der Not die einzelnen Gruppen nicht die Befähigung besitzen, sich in den Dienst des Ganzen zu stellen. Eine Not, wie wir sie erleben, hat Deutschland auch bei gerechtester Würdigung der Vergangenheit noch niemals erlebt. Wenn wir in dieser Zeit uns zerfleischen, so dürfen wir uns nicht wundern, wenn in der ganzen Kulturwelt an der Lebensfähigkeit von Deutschland verzweifelt wird.- Es ist uns auf deutschem Boden von unseren Vätern ein solches Erbgut an sittlicher Kraft und an ehrlichem Arbeitswillen überkommen, daß man es nicht fassen wird, wenn wir ein solches Gut in solcher Zeit verschwenden. 3. Dr. Bruno Weil, Berlin, stellvertretender Vorsitzender des C.V., betonte u. a.: „Das deutsche Judentum und weite Kreise des deutschen Volkes" erwarten gerade von dem Herrn Reichskanzler schon längst eine eindeutige Erklärung, daß er nicht länger gewillt ist, der Verhöhnung und Verspottung des jüdischen Glaubens tatenlos zuzusehen Sie erwarten von ihm, daß er den Aufruf zu Gewalttaten, von dem die nationalsozialistischen Reden und Zeitungen täglich erfüllt sind, in seinem Gewissen verwirft, und daß er den verhetzten Volksteil zur Ruhe und Besinnung ermahnt. Die deutschen Juden richten aber auch einen Appell an alle Völker der Erde, die verzweifelte Lage zu erkennen, in der Deutschland sich befindet. Sie weisen ihre ausländischen Glaubensgenossen darauf hin, daß Not und Elend durch das deutsche Land, und ganz besonders durch das deutsche Judentum, geht, und daß eine Erleichterung der ökonomischen Lage Deutschlands nur aus der verständnisvollen Einsicht der anderen Völker hergeleitet werden kann. Der gesunde Teil des deutschen Volkes wird erkennen, daß jede Beein- ■*:< " 11

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