Das Band
- Journal
- Das Band
- Volume
- 2 (1932-02)
- Issue
- 2 (2.1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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trächtigung der verfassungsmäßigen Rechte der deutschen Juden Deutschland aus der Reihe der Kulturstaaten stoßen würde. In seinem Schlußwort berichtete Dr. Weil, daß er in Paris mit einem Nationalsozialisten in einer Versammlung diskutiert habe, die unter Leitung einer Jüdin, Frau Weiß, stand. Er habe dort auf den Gegensatz hingewiesen: Gleichheit der Deutschen unter den Völkern und keine Gleichheit der Deutschen untereinander. In allen drei Versammlungen wurde die folgende Resolution einstimmig angenommen. Die Mitglieder des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, zu drei Groß-Berliner Kundgebungen versammelt, erklären einmütig, daß sie fest entschlossen sind, ihre ganze Kraft gegen jeden Angriff auf ihre staatsbürgerlichen Rechte abzuwehren. Die Gleichberechtigung aller Staatsbürger ist die Grundlage aller modernen Verfassungen. Ihre Durchbrechung wäre Rückfall in Barberei. Das Maß der Beschimpfungen, dem die deutschen Juden gegenwärtig ausgesetzt sind, überschreitet das selbst in den politisch erregtesten Zeiten erlaubte Maß in außergewöhnlicher Weise. Die deutschen Juden richten darum an die gerecht Denkenden aller Glaubensbekenntnisse, an die für die politischen Geschehnisse im deutschen Vaterlanäe Verantwortlichen, an die Führer der Nation die Aufforderung, sie in diesem Kampfe ums Recht, der gleichzeitig ein Kampf für das deutsche Ansehen in der Welt ist, zu unterstützen. Weltbund der jüdischen Gehörlosen. Kurzer Tätigkeitsbericht der Exekutive für die Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 1931. Nachdem sämtliche Mitgliederverbände und Vereine die Wahl der Ausschußmitglieder für den Weltbund vorgenommen haben, ist derselbe nunmehr vollzählig und zwar: die Herren Willi Oppenheimer und Richard Meyer beide in Berlin für Deutschland. Herr Hermann Nickin (Warschau) und Herr Wahum Ginsburg (Bialystok) für Polen. Herr Josef Löwy (Wien) für Deutsch-Oesterreich. Herr Emmerich Vertes (Budapest) für Ungarn und Herr Richard Polacek (Prag) für die Tschechoslowakei. Vom neugegründeten jüdischen Taubstummen-Verein in Antwerpen ging ein Aufnahmegesuch in den Weltbund ein, welchem stattgegeben werden wird. Wir sandten an 15 prominente hörende Persönlichkeiten Berlins Einladungen für den im Statut vorgesehenen Beirat. Davon haben bisher 6 Persönlichkeiten die Einladung angenommen, 2 wegen Arbeitsüberlastung abgelehnt, von den übrigen Herren steht die Antwort noch aus, von welchen einige voraussichtlich die Wahl annehmen werden. Die jüdische Gemeinde Berlin hat uns das bisher kostenlos überlassene Sitzungszimmer leider zum 1. 12. 31 gekündigt. Wir waren bemüht durch Eingaben und Verhandlungen die Rücknahme der Kündigung zu erreichen aber bisher ohne Erfolg. Es waren in der Berichtszeit ca. 32 Eingänge und 69 Ausgänge, darunter 3 Rundschreiben zu erledigen. Ferner wurden 6 offizielle Sitzungen abgehalten und jeden Dienstag die üblichen Sprechstunden wo die laufenden Bundesgeschäfte erledigt wurden. Leider haben manche Ausschußmitglieder uns nicht zum bestimmten Termin die angeforderten Mitgliederlisten und Beiträge zugesandt, wodurch uns die Arbeit sehr erschwert wurde. An Spenden gingen ein, 12