Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 165)
- Language
- German
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Nationalfonds und der Palastine Land Development Co. In der obigen Ziffer sind auch etwa 15,000 Dunam enthalten, welche von der ICA in der Nähe des Tiberiassees und bei Chederah gekauft worden sind. Von den £ 9000, welche auf der letzten Jahreskonferenz für industrielle Kredite in das Budget eingesetzt waren, ist infolge der mißlichen finanziellen Lage nur etwa ein Drittel zur Auszahlung gelangt. Mit dieser kleinen Summe konnte natürlich nichts Erhebliches für die Schaffung neuer Industrien oder die Erweiterung bestehender Industrien geschaffen werden. Es ist absolut notwendig, in das Budget für das neue Jahr einen viel höheren Betrag für industrielle Kredite einzusetzen. Diejenigen, welche mit industriellen Kenntnissen und auch mit einigen Mitteln nach Palästina kommen, sind meist Einwanderer aus Ländern mit entwerteter Valuta. Sie sind nur dann imstande, hier einen Betrieb zu eröffnen, wenn sie einen langfristigen Kredit erhalten. Auch dann Werden nicht alle diese industriellen Unternehmungen erfolgreich sein. Man muß in einem industriellen Neuland wie Palästina von vornherein mit einem gewissen Prozentsatz von Eehlschlägen rechnen. Aber immerhin ist bei einer gründlichen Prüfung der industriellen Projekte doch zu hoffen, daß sie in der Mehrzahl erfolgreich sein werden. Auch die landwirtschaftliche Kolonisation hat im abgelaufenen Berichtsjahre darunter gelitten, daß das auf der letzten Jahreskonferenz bewilligte Budget nur zu etwa 70% zur Auszahlung kam. Trotzdem ist es im großen und ganzen gelungen, das am Beginn des Jahres festgesetzte Programm durchzuführen. Im September oder Oktober 1923 wird Professor Elwood Mead von der Universität Berkeley in Kalifornien, der in Amerika als die größte Autorität auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation gilt, in Palästina sein und alle unsere landwirtschaftlichen Betriebe inspizieren und darüber einen Bericht erstatten. Wir , hoffen, dadurch wertvolle Batschläge für die Zukunft zu bekommen. In der viel umstrittenen Frage, ob in der Landwirtschaft das System der individuellen Kolonisation (Moschwe Owdim), oder der kooperativen Kolonisation (Kwuzoth) das bessere ist, werden wir auf Grund der Erfahrungen, die wir durch die Anwendung beider Formen gewinnen, in naher Zukunft ein auf Tatsachen und Ziffern beruhendes Urteil geben können. Eine notwendige Maßnahme ist, wie das schon auf der Jahreskonferenz 1922 betont wurde, daß alle Gelder, die wir in Form von Darlehen an landwirtschaftliche Siedler geben, aus den übrigen Geldern des Keren Hajessod, die à fond perdu gegeben werden, ausgeschieden werden müssen und buchhalterisch und administrativ einem besonderen Kolonisationsfonds unterstellt werden. Dieser Kolonisationsfonds soll natürlich nicht in dem Sinne ein besonderer Fonds sein, daß er Spenden sammelt. In dieser Beziehung bleibt er ein integraler Teil des Keren Hajessod. Aber in seinem Verhältnis zu den hiesigen Ansiedlern soll er (als Tochtergesellschaft des Keren Hajessod) ein selbständiges Gebilde sein, das ähnlich wie eine Bank Darlehen gibt und einkassiert. Diese Form hat nicht nur den Vorzug, daß die ausgeliehenen Gelder besser verwaltet werden können, sondern auch den, daß der Kolonisationsfonds im Laufe einiger Jahre durch seine ausstehenden Schulden, die durch Hypotheken gesichert sein sollen, sehr beträchtliche Aktiven besitzen wird und daß er auf Grund dieser Aktiven vielleicht imstande sein wird, in geschäftlicher Weise Dar- 156