Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 164)
- Language
- German
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Arbeiter, sobald "die Arbeit beendet ist, wieder arbeitslos dastehen und sich von neuem arbeitsuchend an die Zionistische Organisation wenden. Dauernde Existenzmöglichkeiten durch Handel oder Vermittlertätigkeit sind ebenfalls sehr beschränkt, weil der Handel überhaupt in Palästina noch sehr gering ist und der Handel mit den Arabern zum allergrößten Teil in den Händen geschäftstüchtiger arabischerKaufleute liegt.Einedauern deExistenz können Einwanderer deshalb nur dann finden, wenn sie Produzenten werden, d. h. wenn sie in der Landwirtschaft oder in Industrie und Handwerk Beschäftigung finden. Vermehren wir auf diese Weise die Zahl der Produzenten, so schaffen wir damit gleichzeitig automatisch auch Existenzmöglichkeiten für Kaufleute, Beamte, Transportarbeiter, Lehrer, ärztliches Personal usw. Nach den bisherigen Erfahrungen kann man sagen, daß wenn wir 50 Leute in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie dauernd unterbringen, dann die gleiche Zahl von Einwanderern sich ohne Hilfe unsererseits in Handel, Transportwesen usw. unterbringt. Die Kosten für die Ansiedlung eines Landwirts sind infolge der gesunkenen Preise für Baumaterialien, Vieh und Geräte sehr heruntergegangen und belaufen sich heute, falls der ameliorierte Boden im Werte von £ 3—400 vom Jüdischen Nationalfonds in Erbpacht zur Verfügung gestellt wird, auf etwa £ 500. In Handwerk und Industrie kann die Summe, welche in Form von langjährigen Krediten für die Schaffung neuer Industrien oder neuer Handwerke gewährt werden muß, auf ungefähr £ 200 pro Familie geschätzt werden. Es lassen sich also mit einem Aufwand von etwa £ 700 zwei Familien in Landwirtschaft und Industrie unterbringen, und unter Berücksichtigung des oben Gesagten ergibt dies, daß damit gleichzeitig auch zwei weitere Familien ohne materielle Hilfe unsererseits Beschäftigung finden können. Es folgt daraus, daß wir für jede Familie, die in Palästina eine dauernde Existenz finden soll, zur Zeit etwa £ 175 benötigen; Neben diesen Familien, die auf diese Weise eine dauernde Beschäftigung erwerben, können und sollen in Palästina immer auch einige tausend Einwanderer bei vorübergehenden Arbeiten beschäftigt sein, da die vorübergehend Beschäftigten das Reservoir sind, aus dem die Kandidaten für dauernde Beschäftigung entnommen werden müssen. Die Zahl dieser vorübergehend beschäftigten Einwanderer muß aber immer in einer gewissen Proportion zu den Möglichkeiten einer dauernden Beschäftigung bleiben. Das richtige Verhältnis würde unseres Erachtens dies sein, daß die Zahl der vorübergehend Beschäftigten nicht größer ist, als die Zahl derjenigen, die binnen zwei oder höchstens drei Jahren in dauernde Berufe übergehen können. Es muß absolute Klarheit darüber geschaffen werden, daß in den gegenwärtigen Verhältnissen die Zahl der Einwanderer, welche in Palästina eine Existenzmöglichkeit haben, abhängt von den Mitteln, welche für die Seßhaftmachung dieser Einwanderer zur Verfügung gestellt werden können. Es ist unmöglich, die jetzige Einwanderungsziffer nach Palästina aufrecht zu erhalten oder gar zu vergrößern, wenn wir nicht in den Stand gesetzt werden, durch größere Einnahmen diesen Einwanderern Existenzmöglichkeiten in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie zu schaffen. Die Böden, die im letzten Jahre in jüdische Hände übergegangen sind, betragen ungefähr 40,000 Dunam (= 919 qm) landwirtschaftlichen Boden und ungefähr 1000 Dunam städtischen oder gartenstädtischen Boden. Einzelheiten darüber finden sich in den Berichten des Jüdisehen 155