Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 38)
- Language
- German
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gelegenheit. Unter den gegebenen Umständen fällt jedoch eine besondere Verantwortlichkeit in dieser Hinsicht auf die englische Judenheit. Diese Verantwortlichkeit wurde ohne Zögern von der Anglo-Jewish Association (von dem Board of Deputies of British Jews) in der am 19. November 1922 angenommenen Besolution anerkannt, in welcher diese Körperschaft die Bestätigung des Mandats durch den Völkerbundsrat begrüßt und sich verpflichtet, „alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um Sr. Majestät Begierung bei der Ausführung desselben Unterstützung und Hilfe zu gewähren". 5. Unter diesen Umständen hält die Exekutive die Zeit für gekommen, daß die Zionistische Organisation mit anderen jüdischen Körperschaften, die zur Mitwirkung am Palästinaaufbauwerk bereit sind, in einen Meinungsaustausch eintritt, und sie würde es als einen ersten Schritt willkommen heißen, wenn die Möglichkeit einer Beratung mit den Wortführern der englischen Judenheit gegeben würde. Die Exekutive beehrt sich daher, Sie einzuladen, zwei Vertreter zu ernennen, die zusammen mit Vertretern der Zionistischen Organisation und der Anglo- Jewish Association (Board of Deputies) ein gemischtes Komitee (Joint Committee) bilden sollen, um zu beraten, welche Schritte zweckmäßigerweise getan werden können, um die Agency auf einer breiteren Grundlage zu errichten. Wenn diese Einladung angenommen wird, so würde die Exekutive es begrüßen, wenn Sie ihr möglichst bald die Namen ihrer Vertreter mitteilen wollten. Eine gleiche Mitteilung ergeht an die Anglo-Jewish Association (Board of Deputies). 6. Ich habe noch mitzuteilen, daß gemäß Artikel 4 des Mandats Sr. Majestät Begierung von den Maßnahmen, welche die Exekutive jetzt trifft, unterrichtet wurde und ihre Zustimmung mitgeteilt hat. Ich verbleibe usw. Israel Cohen, Generalsekretär. Die in diesem Schreiben enthaltene Einladung wurde von beiden Körperschaften angenommen und es wurden von ihnen je zwei Vertreter ernannt, die ihrerseits diese Wahl annahmen. Die öffentliche Meinung im Zionismus hat sich naturgemäß in den letzten Monaten sehr stark mit diesen organisatorischen Problemen beschäftigt. Die Meinungen waren geteilt, was bei der Schwierigkeit der Fragen und der außerordentlichen Tragweite jeder Entscheidung wohl zu begreifen ist. Die zutage getretenen Auffassungen lassen sich in den folgenden Gruppen von Vorschlägen zusammenfassen: 1. Die Zionistische Organisation soll (von inneren Verwaltungsreformen abgesehen, die möglicherweise jetzt oder in Zukunft als zweckmäßig erseheinen) im wesentlichen so erhalten bleiben, wie sie ist und soll wie bisher die Funktionen der Agency ausüben. Es soll das dauernde Bestreben des Zionisten sein, diejenigen Juden, die an der Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina mitwirken wollen, in der Zionistischen Organisation zu sammeln. Wenn daneben einzelne Gruppen der Judenheit, die außerhalb der Zionistischen Organisation bleiben wollen, sich an der Palästinaarbeit beteiligen, so sollen solche Bestrebungen kräftig gefördert und eine freundschaftliche Verständigung mit diesen Gruppen zwecks gemeinsamer Arbeit in und für Palästina gesucht werden. 29