Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 201)
- Language
- German
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— 172 — finden. Der Erfolg dieses Sammelmittels, das namentlich bei öffentlichen Veranstaltungen und Familienfesten Verwendung finden soll,, hängt nach unserer Erfahrung von einer exakten Kontrolle und Evidenzhaltung ab. Selbstbesteuerung. Dieses Sammelmittel beschränkt sich nach wie vor auf einen kleinen Kreis, und konnte trotz verschiedener Versuche nicht in die Höhe kommen. So schön der darin liegende Gedanke ist, daß unsere Gesinnungsgenossen ihr Einkommen zugunsten des jüdischen Volkes besteuern, so beansprucht dessen Durchführung eine außerordentlich straffe Organisation. Landspende. Diese vor einigen Jahren von unseren amerikanischen Gesinnungsgenossen angeregte Spendenform hat bisher auch nUr in den Vereinigten Staaten und Kanada einen nennenswerten Erfolg aufzuweisen. Baumspende. Dieser wichtige Spendenzweig, der von Jahr zu Jahr einen ununterbrochenen Aufstieg zu verzeichnen hatte, weist im ersten Halbjahr 1913 einen kleinen Rückgang auf. Es wäre sehr bedauerlich, wenn nicht bald die Baumspende wieder eine aufsteigende Richtung nähme. Der Gedanke der Aufforstung von großen Landstrecken in Palästina, die gewiß einst blühende Gärten waren und nur durch Unkultur und menschliche Roheit in wüstes Land, wie es sich jetzt darstellt, verwandelt worden sind, gehört zu den schönsten Aufgaben des Nationalfonds. Nicht minder schön ist der Gedanke, das Andenken großer Männer des Judentums durch lebende Wälder, wie es der Herzl-Wald sein wird, zu ehren. Die Baumspende ließe sich sehr rasch in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung heimisch machen, wenn unsere Vertrauensmänner mit der nötigen Energie die Idee propagierten, die wichtigsten Momente aus dem eigenen Leben und aus dem Leben der Nächsten durch Pflanzen von Bäumen in Palästina zu verewigen. Besonders wäre auch bei Gelegenheit pietätvollen Gedenkens bei Todesfällen, Jahrzeiten usw. den Betreffenden in entsprechender Weise vor Augen zu führen, daß sie mit der Pflanzung von Bäumen in Palästina ihren Lieben die denkbar sinnigste Stiftung widmen. Arbeiterheimstätten. Als neuer, zugkräftiger Spendenzweig haben sich in der Berichtsperiode die Arbeiterheimstätten erwiesen. Die erfolgreiche Aktion für die Jemeniten hat uns mehr noch als die für den Genossenschaftsfonds bewiesen,, daß es möglich ist, für bestimmte Aufgaben des Nationalfonds alle Kreise des jüdischen Volkes ohne Unterschied zu gewinnen. In unserer Spendenliste für die Arbeiterheimstätten finden wir Korporationen und Einzelpersonen, die uns noch vor wenigen Jahren ganz unzugänglich schienen. Es ist kaum ein Jahr seit der Einführung dieses Spendenzweiges verflossen und schon hat er mehr als 150 000 M. eingebracht. Es bedarf wohl keiner besonderen Darlegung, daß die Agitation für die Arbeiterheimstätten mit ungeschwächter Kraft fortgesetzt werden muß.