Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 143)
- Language
- German
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veränität der Türkei irgend etwas im Schilde führten. Sowohl der jetzige, wie der frühere Gouverneur des Mutessarefliks Jerusalem haben die jüdischen Kolonien und die jüdischen Schulen besucht und ihre größte Befriedigung über das Gesehene ausgesprochen. Ein Blick auf die gewaltig gestiegenen Einkünfte aus den jüdischen Kolonien (ein einziges Beispiel: die Kolonie Pethach Tikwah zahlt jetzt an die Regierung fast 200 000 Frcs. jährliche Steuern, während vor 30 Jahren derselbe Boden kaum 2000 Frcs. einbrachte!), ein Blick auf diese blühenden Kolonien selbst mit ihrem weiten Gürtel von Gärten und Pflanzungen, ein Blick auf das jüdische Stadtviertel Tel-Awiw und die Bekanntschaft mit den vielen jüdischen Instituten für Erziehung und Hygiene müssen schließlich überall die Erkenntnis zum Durchbruch bringen, daß die Türkei sich für die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas kein geeigneteres Bevölkerungselement wünschen kann, als die Juden. Es ist zu hoffen, daß mit den weiteren Fortschritten unserer Arbeit sich die Ueberzeugung von dem Nutzen der Juden für die Türkei immer mehr verstärken wird. Unser Verhältnis zu der arabischen Bevölkerung leidet dadurch, daß die arabische Presse zu einem großen Teile in Händen von Leuten ist, welche die Journalistik rein als Geschäft betreiben und ihre Zeitung dadurch pikant zu machen suchen, daß sie darin allerlei Schauermärchen über die Pläne der Zionisten enthüllen. Wenn auch diese Erzählungen den Stempel der Unwahrheit an der Stirne tragen, und wenn sie auch in Kürze von den Tatsachen Lügen gestraft werden, so genügen sie doch, um Verwirrung zu stiften und die unwissende Masse gegen «uns aufzubringen. Es kommt hinzu, daß manche einflußreiche Leute sich bei allen Geschäften, bei denen Juden beteiligt sind, einzumischen suchen, um auf diese Weise von den Juden Gelder zu erlangen, und Feinde der Juden werden, wenn ihnen dies nicht gelingt. Bisher waren die Juden allen Angriffen der arabischen Zeitungen schutzlos preisgegeben, da sich niemand fand, der auf diese Angriffe in den arabischen Zeitungen erwiderte. Erst in der letzten Zeit haben einige Juden, welche Freunde unserer Sache und der arabischen Sprache mächtig sind, angefangen, diesen Angriffen entgegenzutreten und die Verleumdungen durch Darstellung des wahren Sachverhaltes zu zerstreuen. Es wird aber natürlich geraume Zeit dauern, bis es gelingen wird, die große Masse über den wahren Wert unserer Arbeit aufzuklären. Hand in Hand mit dieser Aufklärungsarbeit müssen wir uns bemühen, auch weiterhin durch die Tat zu zeigen, daß wir der arabischen Bevölkerung Nutzen bringen. Zwar haben bisher schon die Bodenbesitzer durch die Wertsteigerung des Bodens in der Nähe der jüdischen Kolonien und in den jüdischen Vierteln der Städte viel Geld verdient; auch finden Tausende von Arabern in den jüdischen Kolonien Beschäftigung^und Verdienst als Arbeiter oder Produzenten von Lebensmitteln, rôoch deutlicher