Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 146)
- Language
- German
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wird aber der Nutzen zutage treten, den die Juden bringen, wenn jetzt durch das von Nathan Straus begründete Healthbureau in Jerusalem und das von der Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler begründete Pasteurinstitut die unter den Arabern ^verbreiteten epidemischen Krankheiten wie Malaria und Trachom systematisch bekämpft werden und ihnen bei den in letzter Zeit nicht seltenen Fällen von Tollwutinfektion sofort Hilfe zuteil wird. In der inneren Organisation der jüdischen Gemeinden ist dadurch ein Schritt nach vorwärts gemacht worden, daß Jaffa seit etwa zwei Jahren in dem Waad Hair eine jüdische Gemeindeorganisation und ferner einen offiziellen, von der Regierung anerkannten Chachambaschi besitzt, der die Interessen der Juden gewissenhaft vertritt. In Jerusalem läßt dagegen die Organisation der Juden noch sehr viel zu wünschen übrig und es ist trotz aller Mühe bisher nicht gelungen, hierin bessernd einzugreifen. Wahrscheinlich werden sich die Verhältnisse in Jerusalem erst dann zum Guten wenden, wenn dort durch Schaffung von Industrie oder von landwirtschaftlichen Kolonien in der Umgebung neue Existenzquellen geschaffen werden, welche neue Einwanderer anziehen werden. Aus diesem Grunde ist die von der Palestine Land Development Company in Angriff genommene Gründung einiger Kolonien in der Nähe von Jerusalem besonders zu begrüßen. Be; den Wahlen, die in den letzten Jahrein stattfanden, gelang es den Juden nicht, jüdische Abgeordnete ins Parlament zu entsenden. Dagegen gelang es ihnen, bei den Wahlen zur Munizipalität in Jerusalem einige jüdische Mitglieder durchzubringen. Insgesamt muß man sagen, daß die Juden organisatorisch und politisch sehr stark zurückgeblieben sind und bei weitem nicht den Einfluß haben, den sie kraft ihrer wirtschaftlichen Stellung und Intelligenz haben könnten. Es ist dies umsomehr zu bedauern, als durch die dezentralistische Bewegung und durch das neue Vilajetsgesetz, das den einzelnen Vilajets eine ziemlich große Selbständigkeit einräumt, sehr viel davon abhängt, daß die Juden in Palästina selbst sich organisieren und es verstehen, ihren Wünschen Gehör zu verschaffen. Es wird unsere Aufgabe in der Zukunft sein, in dieser Hinsicht auf eine bessere Organisation der Juden hinzuwirken.