Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 135)
- Language
- German
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— 118 — Städtische Siedlung Kunstgewerbe. Unter den Unternehmungen zur Stärkung des jüdischen Bevölkerungselementes in den Städten nimmt die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem den ersten Rang ein. Dieses Institut beschäftigt heute bereits etwa 350 Menschen, welche sonst der Chalukkah anheimgefallen wären, und hat sich durch ständige Verbesserung der Produkte einen ziemlich gesicherten Markt erworben. Allerdings ist nicht zu verkennen, daß die Waren bisher vorwiegend von Juden gekauft werden, für welche Gegenstände aus Palästina einen Affektionswert haben. Da der Bezalel insgesamt erst 7 Jahre besteht, ist es nicht zu verwundern, daß er noch nicht die Konkurrenz mit den alten Zentren des Kunstgewerbes in Persien und Damaskus aufnehmen kann. Die steigende Warenproduktion des Bezalel, die im letzten Geschäftsjahr bereits einen Wert von 1/4 Mill. Francs erreicht hat, hat es notwendig gemacht, für den Absatz der Erzeugnisse in weiterem Umfange als bisher zu sorgen, und für den Vertrieb der Waren eine eigene kaufmännische Organisation zu schaffen. Die Schule selbst mit ihren künstlerischen Zielen ist unter der Leitung ihres hochverdienten Begründers Prof. Boris Schatz verblieben. Es ist zu hoffen, daß die neue .Organisation der Entwicklung der Anstalt zum Nutzen gereichen wird. Wenn es gelingt, den Absatz zu vergrößern, wozu unsere Gesinnungsgenossen in der ganzen Welt nach Kräften beitragen sollten, so rwird es möglich sein, weitere Ateliers in anderen palästinensischen Städten, z. B. in Safed, Tiberias und Hebron zu errichten, wo sie schon mit Sehnsucht erwartet werden. Ein Pendant zu den Werkstätten des Bezalel bilden die Spitzenateliers, die der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" in Jerusalem, Jaffa, Safed und Tiberias eingerichtet hat. In denselben finden zurzeit schon 300—400 Mädchen ihren Verdienst. Die aus den Ateliers hervorgehenden Spitzen sind sehr geschmackvoll und finden überall Beifall. Auch für die Verbreitung des Absatzes dieser Produkte sollten unsere Gesinnungsgenossen überall tätig sein, damit es möglich wird, die Ateliers zu erweitern und der heranwachsenden weiblichen Jugend in Palästina eine Erwerbsquelle zu erschließen. Jüdische Häuserviertel. Einen sehr wichtigen Schritt zur ' Stärkung des jüdischen Elementes in den Städten bezeichnet die durch ein Darlehn des Jüdischen Nationalfonds ermöglichte Gründung des Stadtviertels Tel-Awiw in Jaffa, das heute bereits gegen 1500 Einwohner hat und sich durch Zubau und Zuzug ununterbrochen vergrößert. Das bis dahin atomisierte jüdische Leben findet in Tel- Awiw einen Mittelpunkt und eine Kräftigung, durch welche das Selbstbewußtsein und Prestige der Juden gehoben wurde. Auch auf wohlhabende Juden außerhalb Palästinas,