Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9038125-9047322--0432-9046645- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 117 — eine zweite derartige Ansiedlung in Beer Jakob gegründet hatte, im Jahre 1913 mit Hilfe eines Darlehens des Jüdischen Nationalfonds eine dritte solche Ansiedlung, Nachlath Jehuda bei Rischon le Zion, schuf. Das Odessaer Komitee will die Zahl dieser Arbeiteransiedlungen noch vermehren und hat sich zu diesem Zwecke bereits an fast allen Orten, wo neuer Boden gekauft wird und neue Kolonien im Entstehen begriffen sind, Boden gesichert. Solange wir nicht über die sehr bedeutenden Mittel verfügen, die nötig sind, um Arbeiter zu Vollbauern zu machen, bildet die Ueberlassung eines Hauses und eines Stückchen Bodens, sei es in einer geschlossenen Arbeitersiedlung wie Ain Oanim, sei es inmitten einer Kolonie wie in Pethach Tikwah und Rechoboth, das einzige Mittel, um den Arbeitern zu einer gewissen wirtschaftlichen Selbständigkeit zu verhelfen und ihnen die Gründung einer Familie zu ermöglichen. Deshalb ist es von größter Bedeutung, daß in allen Fällen, wo in Palästina neue jüdische Kolonien durch Pflanzungsgesellschaften oder in anderer Weise begründet werden, neben der Ansiedlung der eigentlichen Kolonisten sofort auch die Gründung einer Arbeitersiedlung vorgesehen wird. Besonders die Pflanzungsgesellschaften, deren Mitglieder ja meist schon in höherem Alter stehen und nicht mehr selbst zur landwirtschaftlichen Arbeit greifen können, finden in solchen Arbeitersiedlungen auf ihrem Boden die notwendige Ergänzung. Die Pflanzungsgesellschaften können somit einen doppelten Nutzen stiften, indem sie nicht nur ihren Mitgliedern die Uebersiediung nach Palästina ermöglichen, sondern gleichzeitig auch jüdischen Arbeitern eine Existenzmöglichkeit bieten. Kreditwesen. Unsere Bank, die Anglo -Palestine Company in Jaffa, mit ihren Filialen in Jerusalem, Haifa, Hebron, Beirut, Tiberias und Safed hat in der Berichtsperiode das Kreditwesen in den Kolonien weiter ausgebaut. Sie hat die Beträge, welche sie den in Leihgenossenschaften mit solidarischer Haftung zusammen-! geschlossenen Kolonisten in jeder Kolonie auf kurze Frist (bis zu 1 Jahr) gewährt, infolge der allgemeinen Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den Kolonien beträchtlich erhöhen können. Sie hat ferner vielen Kolonien durch langfristige Kredite die Durchführung wichtiger Anlagen, z. B. von Wasserleitungen, ferner die Anschaffung landwirtschaftlicher Maschinen, die Verbesserung des Bodens durch Kauf von Dünger, die Einführung neuer Wirtschaftszweige, wie z. B. der Milchwirtschaft in Ekron, ermöglicht. Durch die kürzlich erfolgte Gründung einer Filiale in Tiberias ist den zahlreichen Kolonien in Untergaliläa eine wichtige Erleichterung in ihren Kreditoperationen verschafft worden.