Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9038125-9047322--0427-9046640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 114 — einen Rückhalt an seinen anderen Kulturen zu haben, ist noch kaum irgendwo erreicht. Ebenso ist es beklagenswert, daß viele Kolonisten infolge mangelnder Mitarbeit der Frau und der Kinder ihre Lebensmittel nicht selbst ziehen, sondern zum großen Teil auf dem Markte kaufen. Allerdings ist gerade in den letzten Jahren in dieser Beziehung eine Besserung eingetreten und besonders der Anbau von Gemüse hat in den judäischen Kolonien, nachdem durch den Bau von Wasserleitungen die Bewässerung erleichtert wurde, einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Auch die Milchwirtschaft hat, nachdem die Farm Benschemen des Jüdischen Nationalfonds durch einen rationellen Futterbau nach dem System der deutschen Kolonien bahnbrechend vorangegangen war, endlich ihren Einzug in die judäischen Kolonien gehalten. Während früher die 10 000 Juden Jaffas überhaupt keine Milch von jüdischen Kolonien erhielten, wird jetzt z. B. der neue Stadtteil Tel Awiw zum großen Teile mit Milch, Butter und Käse aus den jüdischen Kolonien versorgt. Vielleicht zum erstenmal in neuerer Zeit ist hier erreicht worden, daß das Geld, welches der Jude als Konsument ausgibt, durch den jüdischen Zwischenhändler wieder in die Taschen eines Juden, nämlich des jüdischen Milchproduzenten zurückfließt. Wie die Farmen des Jüdischen Nationalfonds durch systematische Versuche im Futterbau die Milchwirtschaft eingeführt haben, so bleiben sie bemüht, auch weiterhin die landwirtschaftliche Technik zu vervollkommnen und sie den besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten des jüdischen Kolonisten und Arbeiters anzupassen. Zu diesem Zwecke machen die Farmen Versuche mit neuen landwirtschaftlichen Geräten und neuen Kulturen aller Art. Dem Austausche landwirtschaftlicher Erfahrungen der Kolonisten untereinander und der Bekanntmachung von technischen Neuerungen, die in anderen Ländern erprobt sind, dient die vom Jüdischen Nationalfonds subventionierte Monatsschrift „Hachaklai" in Jaffa. Die landwirtschaftliche Ausbildung der heranwachsenden Generation hat sich die im vorigen Jahre neugegründete und vom Jüdischen Nationalfonds subventionierte landwirtschaftliche Schule in Pethach Tikwah zur Aufgabe gestellt. Arbeiterfrage. Eine besonders wichtige Rolle in der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation spielt die Arbeiterfrage. Während im Jahre 1908 die Zahl der jüdischen Arbeiter in den palästinensischen Kolonien nur einige 100 betrug, ist sie seitdem langsam aber ständig gestiegen und bleibt heute nicht viel hinter 1000 zurück. Dieses erfreuliche Anwachsen ist in der Hauptsache auf zwei Ursachen zurückzuführen, nämlich erstens auf die Vermehrung der Farmbetriebe in Palästina und zweitens auf die Einwanderung jemenitischer Juden in die Kolonien. Seitdem die Palestine Land Development Company im Jahre 1908 mit der Gründung der Farm Kinereth den ersten entscheidenden Schritt getan hatte, sind in rascher Folge vonseiten WTT.