Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 127)
- Language
- German
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— 112 — einzelne Kauf infolge der eigenartigen rechtlichen Verhältnisse mit großen Schwierigkeiten verbunden war, so ist doch jedenfalls durch diese Käufe der Bann gebrochen, der uns fünf Jahre lang zu völligem Stillstande verurteilte. Die vorerwähnten Bodenkäufe wurden der Palestine Land Development Company möglich, teils, weil der Jüdische Nationalfonds durch sie für die Siedlungsgenossenschaft Boden kaufte und bei anderen Terrains durch Gewährung eines Darlehens helfend eingriff, hauptsächlich aber weil es gelang, private Kapitalien für Bodenkäufe in Palästina heranzuziehen. Pflanzungsgesellschaften. Während früher der einzelne Kapitalist trotz seines guten Willens keinen Boden in Palästina kaufen konnte, weil die technischen Schwierigkeiten des Kaufs für ihn zu groß waren und weil er nicht wußte, was er mit dem gekauften Boden anfangen sollte, ist es jetzt gelungen, durch die Vereinigung vieler kleiner Kapitalisten zu Pflanzungsgesellschaften dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Die erste derartige Pflanzungsgesellschaft wurde 1911 von Gesinnungsgenossen aus St. Louis unter der Leitung von Simon Goldmann in Poriah (bei Kinereth); die zweite von Moskauer Zionisten 1912 in Ruchama gegründet. In der Ausbreitung dieses Systems der Pflanzungsgesellschaften liegt zugleich die Hoffnung für die weitere Vermehrung des jüdischen Bodenbesitzes. Eine große Anzahl von neuen Pflanzungsgesellschaften ist im Entstehen begriffen und wenn die bereits arbeitenden Pflanzungsgesellschaften, die ja alle noch ganz jungen Datums sind und über deren Wirksamkeit trotz der bisherigen günstigen Anfänge sich erst nach mehreren Jahren ein definitives Urteil fällen lassen wird, weiterhin zufriedenstellend arbeiten, so ist zu hoffen, daß eine große Bewegung für diese Idee unter den wohlhabenden Juden aller Länder einsetzen wird. Das nach Palästina fließende jüdische Kapital wird dann nicht nur unserer Sache, sondern der gesamten landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas zugute kommen. Leider ist trotz all dieser verheißungsvollen Anfänge doch die Beteiligung des privaten Kapitals an Bodenkäufen und Pflanzungen zurzeit noch viel geringer, als es die Sicherheit und die Wichtigkeit solcher Geldanlagen erwarten ließe. Die Touristen, die nach Palästina kommen und sich mit eigenen Augen von der Entwicklung der jüdischen Kolonien und der hohen Rentabilität der Pflanzungen überzeugen, klagen immer von neuem darüber, daß in ihren Herkunftsländern von all diesen Tatsachen so wenig bekannt sei Andere jüdische Touristen wiederum, die nach Palästina kommen, sehen infolge schlechter Führung von den jüdischen Kolonien wenig oder gar nichts oder werden auf wichtige wirtschaftliche Dinge nicht hingewiesen. Um hier Wandel zu schaffen, hat das Palästinaamt versuchsweise Schritte unter-