Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/9038125-9047322--0365-9046578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gingen bis zum 1. Juli dieses Jahres schon über 30 000 M. für den Zentralfonds ein,, von denen ein großer Teil aus ganz kleinen Beiträgen bestand. Dieses Resultat verdanken wir der aufopferungsvollen Tätigkeit einzelner altbewährter Mitarbeiter und unserer Jugend. In gewissen Gebieten hat die Arbeit trotz aller Schwierigkeiten dank der Energie einzelner Persönlichkeiten niemals gestockt. Leider gibt es auch andere Gebiete,, wo solche Persönlichkeiten fehlen und wo die Tätigkeit eine sehr geringe war. Unserer Jugend haben wir sehr viel zu verdanken, da sie mit größerem Mut als die ältere Generation zu wirken sucht. Die jüdische Jugend in Rußland macht zurzeit eine Krise durch. Ein Teil sucht neue Wege auf dem Gebiet der allgemeinen national-kulturellen Tätigkeit zu finden,, ein anderer Teil dagegen ist streng palästinensisch gesinnt und will die Gegenwartsarbeit auf die Verbreitung der hebräischen Sprache und unserer nationalen Kulturwerte beschränkt wissen. Da die mündliche Propaganda auf unüberwindliche Schwierigkeiten stößt, so versuchte man, sie durch öffentliche Vorträge zu ersetzen, in denen allgemein-jüdische Fragen, insbesondere kulturelle und palästinensisch-kolonisatorische, behandelt wurden. Auch hier sind große Schwierigkeiten zu überwinden, da an dem einen Ort Vorträge erlaubt werden, sofern der Zionismus dabei nicht erwähnt wird, während in einem1 anderen Gouvernement alle Vorträge über jüdische Fragen verboten werden. Die schriftliche Agitation wird durch die Wochenschrift „Rasswiet" (russisch), die Wochenschrift „Haolam" (hebräisch) und die Zeitung „Hazefira" geleistet. Die erstgenannte Wochenschrift ist materiell soweit gesichert, daß sie allen ihren Abonnenten als Gratisbeilage einen Palästinaatlas überreichen konnte. Dagegen kann sich der „Haolam" leider nicht aus eigenen Mitteln erhalten, und wir werden uns mit der Frage beschäftigen müssen,, auf welche Weise wir die Existenz dieses Blattes sichern können. Die praktische Tätigkeit des Zionismus gewinnt in Rußland ständig an Sympathie, was am besten aus den stark steigenden Einnahmen des Jüdischen Nationalfonds hervorgeht. Während im Jahre 1911 dem Nationalfonds aus Rußland 108 504 M. zugeführt wurden, stieg diese Summe im Jahre 1912 auf 140 042 M. und im ersten Halbjahr 1913 sind schon 112 408 M. eingegangen. Dabei muß man bedenken, daß die äußeren Umstände eine richtige Organisation der Nationalfondssammlungen nicht gestatten, daß vielmehr alles von dem guten Willen einzelner Personen an jedem Ort abhängt. Ein ebenso deutlicher Beweis für die Popularität der Palästinaarbeit ist der Erfolg, der beim Verkauf der Aktien der Palestine Land Development Company erzielt wurde. Im letzten Jahre sind in Rußland über 2000 Aktien der Palestine Land Development Company im Werte von 40 000 M. abgesetzt worden.