Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 305 (sequence 305)
- Language
- German
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nistrativen Bestimmungen ihren Ausdruck, aber sie wird allmählich von immer größerer Bedeutung. Es werden gemeinsame Grundsätze für die Leitung, die Einrichtung, das Verhältnis zu den Eltern, für Ordnung und Disziplin in der Schule ausgearbeitet werden; es werden gemeinsame Erziehungsziele proklamiert werden; es werden gesündere Wege zur Ausgestaltung de£ Erziehungsarbeit der verschiedenen Richtungen, der Unterrichtsmethoden, des Arbeitsprinzips und der Vorbereitung der Kinder für das Leben gefunden werden. Diese Wege bedingen kein gemeinsames Programm für alle Schulen und lassen die notwendigen Unterschiede zwischen den Schulen der verschiedenen Richtungen bestehen. Die gemeinsame Arbeit der Vertreter der verschiedenen Richtungen in der obersten Leitung des Erziehungswesens hindert nicht die innere Autonomie, die vor allem in dem Unterschied zwischen den orthodoxen und den allgemeinen Schulen ihren Ausdruck findet. Dieser Unterschied liegt in der religiösen Tendenz und im Programm. In den orthodoxen Schulen wird eine praktische religiöse Erziehung geleistet, der Lehrer muß selbst orthodox sein und die Kinder in religiösem Geiste erziehen. Der Unterschied liegt darin, daß in diesen Schulen den religiösen Unterrichtsfächern und speziell dem Talmud viel Zeit gewidmet wird, 8—10 Stunden wöchentlich in jeder Klasse, beginnend mit der fünften. Die Erziehung in den allgemeinen Schulen ist ebenfalls von religiösem Geiste erfüllt, hat aber keine Beziehung zu der praktischen Ausübung der Gebote. Dies ist den Eltern überlassen. Die Kinder lernen die Gebete, um sie zu kennen, aber in der Schule ist das Gebet keine Pflicht. Die Bibel nimmt auch hier einen großen Raum im Unterricht ein, ferner wird auch hier der Agada und dem Midrasch genügend Zeit gewidmet, aber für die Halacha — Mischna und Talmud — sind nur 2 bis 3 Stunden wöchentlich in den obersten' Klassen bestimmt. Dieser Unterschied in Programm und Tendenz läßt keine Verschmelzung der Schulen der beiden Richtungen zu. Wir müssen mit dieser verschiedenen Einstellung der Oeffentlichkeit zur Religion rechnen und erkennen daher die volle Autonomie der orthodoxen Schulen inibezug auf Programm und Geist der Schule an. Einerseits hat die oberste Leitung nicht das Recht, Lehrer an orthodoxen Schulen ohne Zustimmung des misrachistischen Schulkomitees anzustellen, andererseits ist sie verpflichtet, einen Lehrer zu entlassen, der den1 orthodoxen Anforderungen nicht entspricht. Die Schulen der Arbeiterorganisation unterscheiden sich von den übrigen durch ihre besondere Struktur. Sie bestehen in den Kwuzot und Moschwe Owdim. Die sozialen Lebensbedingungen der Kwuzot und Moschawim und die dort herrschenden pädagogischen Anschauungen haben zur Schaffung eines besonderen Schultypus geführt. Die Eltern, Vater und Mutter, arbeiten den Tag über in der Landwirtschaft. Die Wirtschaft ist ganz oder teilweise gemeinsam. In den. Kwuzot gehört zur Familie keine eigene Hauswirtschaft, die Küche ist gemeinsam und die Essenszeiten richten sich nach der Arbeitszeit. Selbstverständlich brauchen die Kinder unter — 305 — 20