Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 306 (sequence 306)
- Language
- German
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diesen Verhältnissen eine andere Pflege und andere Aufsieht, als es sonst in der Schule üblich ist. Der Lehrer an einer derartigen Schule kann sich nicht damit begnügen, seine Stunden zu geben, um danach frei zu sein und die Kinder sich selbst zu überlassen. Er muß den ganzen Tag mit ihnen verbringen, mit ihnen leben, arbeiten und sie unterrichten. Die Kindergärtnerin muß sich auch nachts um die Kinder kümmern. Infolgedessen gibt es in den Schulen und Kindergärten der Kwuzot keine Einteilung der Arbeit und des Unterrichtes nach einzelnen Stunden. Die Arbeit und die ganze Ordnung des Unterrichtes und des Lebens der Kinder hängen mit der Art des Lebens der Siedlung zusammen. Dazu kommen bestimmte Ansichten über Erziehung, die mit dem sozialen Leben der Arbeiter verbunden sind. Dieser Kreis führt ein Leben in Freiheit; alles wird hier durch gemeinsamen Beschluß bestimmt und geleitet, und daher stammt die Forderung, daß diese Prinzipien auch die Grundlage für die Erziehung im frühen Kindesalter bilden sollen. Die Erziehung ist infolgedessen freiheitlich, ohne feste äußere Disziplin. Die Kinder bestimmen selbst gemeinsam mit dem Lehrer die Ordnung der Arbeit und des Unterrichtes und die Arbeitsverteilung für die einzelnen Tage und Stunden. Die Schüler werden von Kindheit an daran gewöhnt, Verantwortung zu tragen. Der Lehrer in diesen Schulen ist der Freund und Kamerad: seiner Schüler. Dieses System, das in den Schulen der Waadat Hatarbut (Kulturkommission der Arbeiterorganisation) herrscht, gibt bei einem begabten und charaktervollen Lehrer gute Resultate, der es versteht, die Schüler im Geiste innerer Disziplin zu erziehen und seinen Einfluß auf sie geltend zu machen, ohne daß sie es merken; aber es versagt oder ist bisweilen sogar gefährlich, wenn die Kinder Lehrer und Schule beherrschen. Jedenfalls ist dieses System, vorläufig noch ein Versuch, dessen Resultate man noch abwarten muß. Es ist der Arbeiterorganisation gelungen, einen Kreis von hingebungsvollen Lehrern zu finden, und Hingebung und Begeisterung können zu jeder Zeit Wunder wirken. 3. Die Vergrößerung der Schälerzahl. In den letzten Jahren hat unsere Arbeit eine starke Vergrößerung erfahren. Das Anwachsen des Jischuw durch Einwanderung (von 83.794 Seelen nach der Zählung von 1923 auf 158.000) führte einen Strom neuer Schüler in unsere Schulen. Die Schülerzahl in den Schulen der Zionistischen Exekutive betrug im Winter 5687: 18.593. Im Jahre 5679, dem ersten Jahre der englischen Okkupation, hatten wir 10.172 Schüler. Die Vergrößerung war anfangs eine langsame, wurde aber mit der Vergrößerung der Einwanderung überaus schnell. Im Jahre 5686 war die Schülerzahl in den Schulen der Zionistischen Exekutive 16.243; ferner besuchten 10.589 jüdische Schüler andere Schulen. Die Zahl sämtlicher jüdischen Schüler 5686 war 26.832 oder 58,2°/0 sämtlicher Schüler, die in diesem Jahre palästinensische (Regierungs-, jüdische, mohammedanische und christliche) Schulen besuchten. - 306 —