Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 282 (sequence 282)
- Language
- German
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und Touristen neu eröffnet worden waren, standen leer. Im Jahre 1925 gab es keinen einzigen Fall eines Bankrottes, der seitens des Gerichtshofes offiziell .deklariert worden wäre, während es im Jahre 1926 18 solche Fälle gab, außer all denjenigen Fällen, in denen Betriebe oder Geschäfte von selbst liquidiert oder geschlossen' wurden. Von nicht geringem Einfluß war die große V e r r i n g erung 'der G e 1 d e inl a gen in den Bänken, die allein in den Volks-Banken und Sparkassen im Jahre 1926 gegenüber 1925 50°/0 betrug. Es besteht kein Zweifel, daß ein großer Teil dieser Geld-Einlagen mit den Auswandernden wieder ins Ausland, zurückfloß. Wir haben keine genauen Ziffern über die Verringerung in den' großen Banken, doch ist diese zweifellos noch größer. Dies führte dazu, daß die Banken die Gewährung von Kredit auch an absolut kreditwürdige Unternehmungen erschwerten und einschränkten, ào d'aß der Geldmangel im Lande immer fühlbarer wurde. Dabei ist zu bedenken, daß Riesensummen im Häuserbau investiert waren. Schon im Jahre 1923 war die Krise zum großen Teil dadurch veranlaßt worden, daß große Beträge aus dem Umlauf gezogen und in Häuser investiert worden waren, und das Jahr 1926 brachte denselben Vorgang. Im Laufe der letzten drei Jahre wurden im Lande mehr als 4 Millionen äg. Pfd. im Häuferbau investiert, davon in Tel Aviv allein 2 Millionen äg. Pfund1 und gleichzeitig damit hörte der Geldstrom auf, der vom Auslande hereingebracht worden war. Im Jahre 1925 betrug das Vermögen der Gesellschaften, die seitens der Regierung eingetragen wurden, L 2.400.000.—, im Jahre 1926 nur L 800.000.—, d. h. also eine Verringerung auf ein Drittel. Doch ist die Anschauung, als ob gegenwärtig eine Krisis der gesamten jüdischen Wirtschaft im Lande herrsche, irrtümlich. Selbstverständlich ist eine Krisis, die mit der Einwanderung zusammenhängt, schmerzhaft genug. Doch ist die Lage der jüdischen Wirtschaft als ganze weit mehr konsolidiert als sie es vor zwei Jahren war. Die Wirtschaft des Landes. Der Handels-Umsatz von Palästina erreichte im Jahre 1926 die Summe von LE 8.000.000.— (LE 6.429.245.— der Import und LE 1.275.265.— der Export). Das Defizit der Handelswirtschaft beträgt also LE 5.153.980.— (in Wirklichkeit ist dieses Defizit geringer; denn die Ziffern des Orangen-Exportes wurden von der Regierung nicht genau geschätzt. Der Orangen-Export brachte mindestens LE 1.000.000.— -bis LE 1.100.000.— in das Land, so daß sich die Exportziffer des Landes um LE 5 bis 600 000.— erhöht). Im Vergleich zum Jahre 1925 fiel der Import um ca. 12°/0, während der Export sich gleichblieb. Das Fallen der Import-Ziffern ist naturgemäß eine Folge der Verringerung der Einwanderung und der Verminderung der Kaufkraft des Publikums, ebenso eine Folge der Anhäufung großer Warenmengen aus den Jahren der erhöhten Einwanderung. Doch bedeutet das Anwachsen des Exportes von Lan- — 282 -