Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 148 (sequence 175)
- Language
- German
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— 148 — Familienfesten, Trauerfällen und andern Gelegenheiten halten wir für eine Aufgabe, die nur von den lokalen Sammelstellen geleistet werden kann und suchen demgemäß diese hierfür anzuregen. Eine besondere mündliche Agitation ist nicht erfolgt. Doch haben die Agitationsredner, die Vorträge für die Z. V. f. D. hielten, stets auch gebührend auf den Nationalfonds hingewiesen. Ortsstatistik. Bereits mehrere Male haben wir eine Statistik veröffentlicht, aus denen die Beteiligung der einzelnen Ortschaften an den Gesamtergebnissen unserer Sammelstelle ersichtlich ist. Diese Zusammenstellung ist von größter Wichtigkeit, um neue Agitationsmöglichkeiten auszunutzen und besonders, um den Wetteifer der Lokalkommissäre anzuspornen. Ohne hier auf Einzelheiten einzugehen, bemerken wir, daß etwa 40 Orte in Deutschland mehr als 500 Ji aufgebracht haben. Diese Ergebnisse bieten aber durchaus kein vollständiges Bild der Eingänge für zionistische Zwecke aus Deutschland; außer für den Nationalfond s sind noch namhafte Summen für die Siedlungsgenossenschaft, das Hygienische Institut, die Hebräischen Gymnasien in Jaffa und Jerusalem, die Tachkemonischule, den Pflanzungsverein Palästina u. a. m. gesammelt worden. Es wäre wünschenswert, daß, so wertvoll diese Zwecke sind, die deutschen Zionisten ihre Sammlungen nicht in diesem Maße zersplitterten und ihre Spenden ausschließlicher den zentralen Instituten zuwendeten. Namentlich Unternehmungen die auch von nichtzionistischer Seite oder von besondern Kreisen (z. B. der Orthodoxie) ausreichende Förderung erfahren oder erfahren können, sollten weniger auf Kosten spezifisch zionistischer Institutionen unterstützt werden. Eine Selbstverständlichkeit sollte es sein, daß nicht von privater Seite plötzlich ein neuer Fonds gegründet wird, ohne von der zionistischen Zentralleitung die Genehmigung hierzu eingeholt zu haben. Die Einkünfte des J. N. F. sind im Vergleiche mit denen anderer jüdischer Organisationen durchaus zufriedenstellend. Doch wäre es verfehlt, hier einfach die Zahlen des Nationalfonds mit denen des Hilfsvereins, der Alliance usw. zu vergleichen; vielmehr müßte man für einen solchen Vergleich die Gesamtsumme aller Spenden für zionistische Zwecke heranziehen. Es sind z. B. von den 7000 deutschen Zionisten selbst oder auf ihre Veranlassung vom Juli 1908 bis Juli 1910 etwa 280 000 JC für zionistische Zwecke aufgebracht worden, abgesehen von dem Kapital, das für private Unternehmungen in Palästina (Landkäufe u. dgl.) verwendet wurde. Die 14000 Mitglieder des Hilfsvereins, die zum Teil der reichsten jüdischen Bevölkerung angehören, haben in derselben Zeit keine größere Summe aufgebracht. Wir dürfen dem Nationalfonds in Deutschland eine stetige Entwicklung prophezeien. „ ,. ir. , . Jüdischer Nationalfonds, Berlin, 15. Juni 1911. ... , Zentrale fur Deutschland.