Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 124 (sequence 147)
- Language
- German
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— 124 — unserm zähe festgehaltenen Streben noch nicht auf einen allgemein verbindlichen Parteibeschluß, welcher die Zentralisierung der zionistischen Finanz Verwaltung anordnet, uns stützen können, so bleibt dies Widerstreben dennoch unbegreiflich; denn es ist ja klar, daß nur durch einheitliche Regelung der Propaganda und Verwaltung die Gesamtleistung der Parteigenossen Österreichs — zum Vorteil jedes einzelnen Instituts — gehoben und bis zu den Distrikten und Orten herab jeweils verläßlich festgestellt werden kann, wodurch wieder das Verdienst und der Einfluß der Zionisten auf die nicht geradezu der Partei gehörigen Institutionen, wie ,,Bezalel" usw. gesichert wird. Auch müssen sich diese Institutionen, für die alle unser Bureau ja Propaganda treibt, nach Fug und Recht zur Deckung unserer Regiekosten heranziehen lassen. Der Spendenausweis galt uns stets als wichtigstes Mittel zur Erfüllung der Aufgabe, durch Ordnung Vertrauen und Eifer zu wecken. Unser offizielles Ausweisorgan blieb die „Jüdische Zeitung" in Wien. Der wöchentlich erscheinende Ausweis enthält zunächst alle, nach den einzelnen Sammelmitteln angeordneten N. F.-Spenden und dann die Geldleistungen für andere zionistische Zwecke. Innerhalb dieser Rubriken sind die Orte, aus denen die Leistungen stammen, in alphabetischer Reihenfolge mit Hinzufügung ihrer Distriktschiffre angeführt. Jeden Ausweis beschließt eine Tabelle, welche die Wochensumme Österreichs hervorhebt und zwar detailliert sowohl nach Distrikten als auch nach Sammelzweck (N. F.-Spenden einerseits, diverse Leistungen anderseits), und daran die Wochensumme der N. F.- und Genossenschaftsspenden aus aller Welt anführt, laut der letzten Nummer des Zentralorgans, in Kronenwährung umgerechnet. Seit März 1911 ist. die J. Z. vertraglich verpflichtet, für die „N. F.-Mitteilungen " 2 ganze Seiten bereitzustellen, so daß wir auch seither Raum finden, dem Ausweis agitatorische und statistische Notizen beizufügen. Diese „N. F.-Mitteilungen", welche als Keim des schon lange von uns ersehnten N. F.-Blattes zu gelten haben, versenden wir zunächst an die Ortskommissäre jener Orte, aus denen im betreffenden Ausweis Beträge verlautbart sind. Späterhin denken wir diese „N. F.-Mitteilungen" allen Ortskommissären und schließlich allen Büchseninhabern, möglichst gratis, zuzusenden, wobei uns das Beispiel des „Deutschen Schulvereins" vorschwebt, der seit 1911 alle 180 000 Mitglieder der deutschen Schutzvereine Österreichs mit der neugegründeten Vierteljahrsschrift „Der Kampf ums Deutschtum" gratis beteilt. Neben der J. Z. wies die „S elb st wehr", Prag, speziell die Spenden aus Böhmen aus und die in zwangloser Folge erscheinenden „Mitteilungen des mährisch-schlesischen DK" jene aus diesem Distrikte. Unsere Ende 1910 mit dem „Lemberger Tageblatt" wieder aufgenommenen Verhandlungen zwecks Abdrucks der Spenden aus Galizien in jüdischer Sprache scheiterten am Kostenpunkt. Die Buchführung, die ab 1. Juni 1909 einer eignen Kraft im Nebenamt anvertraut war, wurde nach der bewährten Methode fortgeführt und so ausgestaltet, daß zum ersten Male für 1910 ein Jahresabschluß samt Voranschlag