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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1911-08-09 · X (1911) · p. Seite 84

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
X (1911)
Date
1911-08-09
Page
Seite 84 (sequence 103)
Language
German
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IRI
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— 84 — um so schwieriger und eingreifender ist, als sie es einerseits mit zum Teil noch recht rückständigen und armen Bevölkerungsschichten, anderseits mit schweren endemischen Krankheiten, die über weite Gehiete des Landes ausgebreitet sind, wie Malaria und Trachom, zu tun haben. Diese besten Pioniere des Landes sahen sich bisher einzig auf ihre eigene Kraft angewiesen und der Hilfsmittel, die die moderne Medizin in diagnostischer und therapeutischer Hinsicht jedem Arzt eines Kulturlandes bietet, fast gänzlich bei'aubt. Denn die wenigen, meist von frommen Institutionen unterhaltenen Krankenhäuser sind kaum notdürftig imstande, ihre engste Pflegeaufgabe zu erfüllen, geschweige denn jenen weitergehenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Dazu kommt die Unmöglichkeit der wissenschaftlichen Fortbildung des dort lebenden Ärztestandes. Die drei im türkischen Orient allein vorhandenen medizinischen Lehrsiätten, das amerikanisch-protestantische College in Beirut und die kath. St. Josephs-Universität daselbst sowie die "Medizinschule in Konstantinopel kommen teils wegen ihrer weiten Entfernung, teils wegen ihres streng konfessionellen Charakters so gut wie gar nicht in Betracht. Von der Erfüllung größerer dringender Aufgaben, der Sanierung des Landes von Malaria z. B., kann schon angesichts der mangelnden Organisation der Einzelkräfte keine Rede sein. Ein Zusammenwirken aller im Lande bereits vorhandenen sanitären Faktoren ist daher auf das innigste anzustreben. Die Unterzeichneten sind zu der Überzeugung gelangt, daß die Wurzeln der obengenannten Mißstände am wirksamsten durch die Errichtung eines hygienischen Instituts in Palästina beseitigt werden können. Dieses Institut soll den Ärzten des Landes die Möglichkeit bieten: 1. die diagnostischen Hilfsmittel der modernen Medizin axiszunutzen durch Anwendung der chemischen, physikalischen, histologischen, bakteriologischen und serologischen Untersuchungsmethoden; 2. schwer zugängliche oder ständiger Kontrolle bedürfende therapeutische oder prophylaktische Hilfsmittel ohne großen Zeitverlust zu erhalten, wie Heilsera, Vaccine, Organpräparate; 3. Abhaltung von Fortbildungskursen über die wichtigsten, den obigen Methoden zukommenden Disziplinen; 4. Bereitstellung von Arbeitsplätzen für eigene wissenschaftliche Untersuchungen; 5. Literarische Beihilfe durch Unterhaltung einer fach Wissenschaftlich en Bibliothek und Vermittlung mit fremden Bibliotheken. Die Landwirtschaft soll das Institut fördern durch Errichtung einer besondern, unter der Leitung eines eigens ausgebildeten Tierarztes stehenden Abteilung für Tierseuchen Die Belehrung und Aufklärungder Bevölkerung über die wichtigsten hygienischen Fragen soll durch Flugschriften, Vorträge und Einwirkung auf die Schulen erfolgen. Den Gremeind e-undRegierungsbehördcn soll das Institut bei allen sanitären Einrichtungen als beratende und untersuchende Stelle zur Seite stehen.

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