Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 79 (sequence 96)
- Language
- German
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— 79 — fahren hat. Subventionen, Mitgliedsbeiträge und einmalige Beiträge gingen im verflossenen Jahre bei uns ein zirka 67000 <Ji gegen 52800 Ji> resp. 19 200 *Ä im Jahre 1909 resp. 1908. Mikrobiologisches Institut. Im Sommer 1909 ergriff das E. A. C. anläßlich des 60. Geburtstages des Herrn Dr. Max Nordau die Initiative zur Gründung eines Mikrobiologischen Instituts in Palästina. Die Sammlungen haben bisher einen Ertrag von Ji 24 962,46 ergeben. Die große Wichtigkeit dieses Projekts veranlaßt uns, hier folgenden Ausführungen des Herrn Dr. Hans Mühsam-Berlin in der Palästinanummer der „Welt" Raum zu geben: „Die Aufgabe eines hygienischen Landesinstituts ist es, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und zu heben, indem es die Schädlichkeiten der Außenwelt nach Möglichkeit beseitigt und die durch das Zusammenleben der Menschen bedingten Rücksichten des einzelnen auf die Gesamtheit festsetzt. Für die Erreichung derartiger Ziele ist eine recht weitgehende Machtbefugnis notwendig, welche wir für ein solches Institut in der Türkei vorläufig noch nicht haben. Es ist aber anzunehmen, daß über kurz oder lang die türkische Regierung sich von dem Vorteil eines hygienischen Instituts überzeugen und gesundheitlichen Maßnahmen ihre Unterstützung leihen wird. Es ist kein Grund vorhanden, von vornherein von der Gründung eines hygienischen Instituts aus dem Grunde abzusehen, weil wir zwar die Maßregeln formulieren, sie aber vorläufig noch nicht durchführen können. Folgenden Aufgaben soll das Institut in Palästina gerecht werden. Es sollen die endemischen Seuchen bekämpft resp. verhütet werden. Vor allem ist die Malaria in Palästina sehr verbreitet. Wir kennen den Weg zu ihrer Beseitigung durch geeignete hygienische Maßregeln, wie sie in Afrika, Indien, Italien usw. erprobt worden sind. Vor allen Dingen muß die Stechfliege, welche die Malaria-Plasmodien überträgt, vernichtet werden. Das geschiebt durch die Zerstörung ihrer Brutplätze, indem stehende Gewässer ausgetrocknet oder reichlich mit Petroleum übergössen werden. Es muß aber auch dafür gesorgt werden, daß die Fliege sich nicht infiziert, um zu verhindern, daß sie den AnsteckungsstofF von einem Kranken auf einen Gesunden überträgt. Deshalb muß der Malariakranke seine Parasiten durch Chinin unschädlich machen, das ebenso wie in Indien und andern englischen Kolonien der Bevölkerung unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden muß. Wird auf diese Weise die Quelle verstopft, aus welcher die Stechfliegen sich beim Blutsaugen infizieren, so können sie einem gesunden Menschen auch keine Malaria mehr beibringen. Eine weitere Aufgabe besteht in der Prophylaxe des einzelnen. Die Bevölkerung muß über die Natur und die Verbreitungswege der Krankheit aufgeklärt, es muß dafür gesorgt werden, daß in malaria-