Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 47 (sequence 58)
- Language
- German
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— 47 — Heute braucht der jüdische Reisende nicht mehr diesen Hinweis, da das neuerrichtete jüdische Stadtviertel „Tel-Awiw" in seiner raschen Entstehung wie in seiner schönen und den Gesetzen der Hygiene entsprechenden Ausführung von der Schaffensfreude und dem Hang zur gesunden Natur, die unverwüstlich im jüdischen Volke fortwirken, ein beredtes Zeugnis ablegt. Die Entstehung dieses Kulturwerkes hat der Jüdische Nationalfonds durch ein Darlehen von 250000 Frs., das von der A. P. C. garantiert wurde, möglich gemacht. Bis jetzt sind 67 Häuser fertig gebaut, in denen ca. 800 Seelen wohnen. Einstimmig wird von den Ärzten in Jaffa konstatiert, daß der Gesundheitszustand in Tel-Awiw unvergleichlich besser ist als im übrigen Jaffa. Besonders ist dies bei den Kindern zu merken, die in Tel-Awiw die besten städtischen Bedingungen vorfinden, um sich körperlich gesund zu entwickeln. Auf der zionistischen Jahreskonferenz vom 27. Juni 1910 sagte darüber Herr Dr. Ruppin folgendes: „Das neue jüdische Stadtviertel gehört zu dem Schönsten und Gelungensten, was der Zionismus in Palästina geschaffen hat/ „Man gibt heute überall zu, daß diese Sache das gehalten hat, wofür sie begründet wurde, nämlich die Position und das Prestige der Juden in Palästina zu erhöhen. Wenn Sie früher nach Palästina kamen, so fanden Sie das jüdische Leben atomisiert. Wollten Sie es auf einem Punkte sehen, so entglitt es Ihnen unter den Händen. Wenn Sie jetzt nach Jaffa kommen, so sehen Sie in dem jüdischen Stadtviertel jüdisches Leben pulsieren, wie vielleicht nirgendwo sonst in der Welt. Das jüdische Viertel ist ein um so größerer Erfolg, als der Nationalfonds sein Geld sicher angelegt hat." Die guten Erfahrungen mit Tel-Awiw haben den J. N. F ermutigt, die Rückzahlungen von Tel-Awiw einer neuen Häuserbaugesellschaft „Nachlath Benjamin" in Jaffa, die aus Handwerkern, Handels- und Bureauangestellten besteht, als Darlehen zur Verfügung zu stellen. Das neue Stadtviertel wird sich an Tel-Awiw anschließen, und in mehreren Beziehungen — Schulen, Synagoge, Wasserleitung, Bewachung usw. — werden beide vereinigt sein. Das Hebräische Gymnasium in Jaffa, das mit einem Kostenaufwand von ca. 125000 Frs. an der Herzlstraße in der Mitte von Tel-Awiw gebaut wurde, ist von seinem Erbauer, Herrn Lordmayor Moser in Bradford, dem Jüdischen Nationalfonds, der seinerzeit zu den Kosten des Grunderwerbes 30000 Frs. beigesteuert hat, als Eigentum überlassen worden. In ähnlicher Weise wie in Jaffa, hat der J. N. F. auch in Haifa einer Häuserbaugesellschaft ein Darlehen von 50000 Frs. gewährt. Ebenso hat sich der J. N. F an den Kosten des Grunderwerbs für das in Haifa zu errichtende Technikum beteiligt und der Verwaltung desselben ein unkündbares Darlehen von 100000 Frs. zur Verfügung gestellt.