Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 43 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9038125-9038126--0057-9038180- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 43 — Bekanntlich ist der Boden von Umdjuni wie auch der Boden der Farm Kinereth vom J. N. F. an die Palestine Land Development Company für die Dauer von zweimal 49 Jahren verpachtet. Zur Einrichtung der Pächtergenossenschaft „Umdjuni" hat der J. N. F. ein Darlehen von 12000 Frs. gewährt, das im Laufe von sechs Jahren zu tilgen ist. Im laufenden Jahre besteht die dortige Pächter-. genossenschaft aus Arbeitern, die ihre landwirtschaftliche Ausbildung auf der Farm Kinereth erhalten haben, und es muß anerkannt werden, daß sich zu dem Arbeitseifer und Sparsamkeitssinn, der diese Gruppe auszeichnet, eine gewisse technische Fertigkeit hinzugesellt und der Betrieb in bester Ordnung vor sich geht. Wir haben also bereits hier die Gelegenheit, wahrzunehmen, wie sich unsere verschiedenen Institutionen in die Hände arbeiten und die eine auch für die andere segensreich werden kann. Der Vertrag, der mit den Arbeitern im Jahre 1910 geschlossen wurde, lautete im wesentlichen folgendermaßen: „ Wir unterzeichnete Arbeiter verpflichten uns, vom 1. Dezember 1909 bis zum 30. September 1910 als Arbeiter der P. L. D. G. auf der Wirtschaft der Gesellschaft in Umdjuni zu arbeiten. Der vereinbarte Lohn beträgt 45 Frs. pro Monat und freie Wohnung. Außerdem erhalten wir von dem Beingewinn der Wirtschaft die Hälfte. Der Reingewinn wir.l in der Weise berechnet, daß von dem Bruttoertrag des Getreides alle Steuern und alle von der Gesellschaft für die Wirtschaft verausgabten Beträge abgezogen werden; ebenso werden in Abzug gebracht 10 °/o Abschreibungen von dem Werte der Maschinen und 5 °/o von dem Werte der andern Arbeitsgeräte." Die Gewinn- und Verlustrechnung, die am Ende des Wirlschaftsjahres vorgenommen wurde, ergab für die von der Pächtergenossenschaft bewirtschafteten lOOODunam einen Reingewinn vonFrs. 4437.80, wovon die Arbeiter vertragsgemäß die Hälfte, d. h. Frs. 2218.90 erhielten (die andere Hälfte fiel der P. L. D. C. zu) sodaß auf jeden der sieben Arbeiter ein Gewinn vonFrs. 320 entfiel. Außerdem hatte jeder Arbeiter während der ganzen Zeit einen Monatslohn von Frs. 45 erhalten, der zur Bestreitung seines Unterhaltes ausreichte, so daß ihm der Gewinn am Endedes Jahres als reiner Überschuß verblieb. Dieses Resultat kann als ein durchaus günstiges bezeichnet werden und ermutigt, auf dem beschrittenen Wege in größerem Maßstabe fortzufahren, wozu sich gerade jetzt Gelegenheit bietet. Infolge der jüngst erfolgten Mafruzierung unseres Bodens in Umdjuni ergibt sich nämlich die Notwendigkeit, eine bedeutend größere Fläche zu bewirtschaften. Dies kann am besten durch die Genossenschaft erfolgen, indem die Zahl der Arbeiter auf 20 bis 25 vermehrt, die nötigen. Gebäude errichtet und totes und lebendes Inventar angeschaft werden. Nachdem die Siedlungsgesellschaft sich bereit erklärt hat, diese Genossenschaft zu übernehmen und auch der Nationalfonds bereit ist, ihr den Boden und die zu errichtenden