Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 44 (sequence 55)
- Language
- German
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_ 44 — Gebäude unter denselben Modalitäten wie der Genossenschaft in Merchawja zu verpachten, kann an deren Ausgestaltung nunmehr geschritten werden. Auf diese Weise kann die Siedlungsgesellschaft ohne größere Kosten und fast ohne Risiko eine zweite Genossenschaft unterhalten, und die beiden Genossenschaften in Merchawja und Umdjuni könnten sich in ihren Erfahrungen ergänzen. Kinereth, die erste mit Hilfe des J. N. F. begründete Farm, nähert sich immer mehr ihrer ursprünglichen Bestimmung, einen rationell geleiteten Großbetrieb zu bilden und zugleich den Arbeitern eine Stätte zu bieten, wo sie sich in den verschiedenen Zwreigen der Landwirtschaft ausbilden können. Nur bei Vorhandensein von Lehrfarmen wird man einen geeigneten landwirtschaftlichen Nachwuchs, sowohl als Arbeiter bei Kolonisten und Pächtern, wie auch als künftige Kolonisten für die weitere Kolonisation sichern können. Neben dem Körnerbau, der gleich bei der Begründung der Farm eingeführt wurde, wurden im letzten Jahre auch Baumkultur, Viehzucht und Geflügelzucht aufgenommen. Ebenso wurde auch ein großes Bewässerungswerk installiert und mit dem Anbau von Baumwolle und Gemüse begonnen. Es verdient hier erwähnt zu werden, daß die Dessauer Israelitische Kultusgemeinde eine Ölbaumpflanzung von zirka 10 ha in Kinereth anlegen läßt, deren Nutznießung bis 99 Jahre nach der Anlegung der genannten Kultusgemeinde gehört. Nach Verlauf der 99 Jahre geht die Pflanzung in den vollständigen Besitz des J. N. F. über. Hoffentlich werden auch andere Kultusgemeinden dem nun gegebenen schönen Beispiel folgen. Auf Initiative des Jüdischen Frauenverbandes für Kulturarbeit in Palästina und mit Unterstützung desselben werden jetzt sechs Mädchen und eine diplomierte Gärtnerin beim Gemüsebau und bei der Milchwirtschaft in Kinereth beschäftigt. Auch die Anlage der Herzl Waldungen in Hulda und Benschemen, die der Verein BÖlbaumspende" auf dem dortigen N.F.¬ Boden ausführt, stellt sich immer mehr als eine Arbeit von großer Bedeutung für die Kolonisation heraus. In den letzten anderthalb Jahren wurden ca. 1300 Dunam mit Oliven- und andern Nutz- und Zierbäumen in Hulda und Benschemen unter der Leitung des Agronomen Wilkansky angepflanzt. Es finden durchschnittlich an beiden Stellen zusammen 60—100 Arbeiter, darunter mehrere Familien, lohnende Beschäftigung. Um die Arbeiter das ganze Jahr hindurch wirtschaftlich rationell beschäftigen zu können, mußte man in beiden Wirtschaften auch den Körnerbau in den Wirtschaftsplan aufnehmen, wobei wir im vorigen Jahre einen angemessenen Gewinn erzielten, während für das laufende Jahr die Bilanz noch nicht abgeschlossen ist. In Benschemen wird auch in kleinem Maßstabe mit Viehzucht der Anfang gemacht. Besondere Ausgaben entstanden in der Berichtsperiode durch die Errichtung der notwendigen Wirt-