Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 42 (sequence 53)
- Language
- German
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- 42 — I. Tätigkeit des Nationalfonds in Palästina. Im Bericht an den IX. Kongreß wurden die Anfänge der Tätigkeit unseres Fonds in Palästina und die Richtlinien für seine zukünftige Arbeit, wie sie der Präsident des Direktoriums in der Generalversammlung vom 14. Oktober 1909 aufgestellt hat, mitgeteilt. Inzwischen sind anderthalb Jahre vergangen, und diese Spanne Zeit wurde vom Jüdischen Nationalfonds dazu verwendet, das früher Begonnene weiter auszubauen und Neues auf dem angegebenen Wege zu schaffen. A. Ländliche Siedlung. Den Zweck des Jüdischen Nationalfonds bildet der Erwerb von Grund und Boden für das jüdische Volk und die Überführung der Juden zur produktiven landwirtschaftlichen Tätigkeit. Nur soweit der Jüdische Nationalfonds zeitweilig in diesem Rahmen keine Verwendung für seine Mittel findet, wendet er sich privaten Kolonisationsunternehmungen in Palästina, der ebenfalls ungemein wichtigen städtischen Siedlung und verwandten Aufgaben zu. Durch Erhöhung des seitens des J. N. F. der Palestine Land Development Company gewährten Kredits von 3 000 £ auf 10 000 £ ist es dieser Gesellschaft möglich geworden, in Galiläa ein an gutem Verkehrsweg gelegenes, sehr fruchtbares großes Terrain zu erwerben. Es hat sich bald darauf eine Pächtergenossenschaft aus dem Kreise erfahrener landwirtschaftlicher Arbeiter gebildet, die einen Teil dieses Terrains bewirtschaftet und mit gleicher Arbeitslust und Zähigkeit, wie die Pächtergenossenschaft in Umdjuni bei ungleich schweren Bedingungen ihre Arbeit durchführt. Ein zweiter, vom N. F. gekaufter Teil ist für die von Dr. Oppenheimer geplante Siedlungsgenossenschaft bestimmt, für die auch bereits die ersten Arbeiten unter der Leitung eines erfahrenen Agronomen in Angriff genommen werden. Mit dem Erwerb dieses Terrains ist der Stillstand in der landwirtschaftlichen Kolonisation, der nun Jahre angehalten hat, gebrochen, und es ist bei einer glücklichen Durchführung dieser Arbeit mit Zuversicht zu erwarten, daß weitere ähnliche Unternehmungen folgen werden. Umdjuni, das an der Ostseite des Jordans bei seinem Heraustreten aus dem See Kinereth liegt, wurde ursprünglich von der Farm Kinereth, die auf der Westseite des Jordans liegt, bewirtschaftet. Da dies sich jedoch als nicht rationell herausgestellt hat, wurde daselbst im Jahre 1910 eine Baracke erbaut und eine Pächtergenossenschaft gebildet, die sich sehr gut bewährt. Bei der großen symptomatischen Bedeutung dieses Versuches sei es gestattet, hier etwas ausführlicher darüber zu berichten.