Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 32 (sequence 41)
- Language
- German
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— 32 — Literatur. Dem einzuberufenden Kongresse sollen folgende Pläne und Entwürfe vorgelegt werden: 1. die Schaffung eines nach den Verhältnissen der verschiedenen Ländern nuancierten hebräischen Erziehungs-, Schul- und Unterrichtsprogramms; 2. Organisierung des Zusammenhangs zwischen der Diaspora und Palästina als dem natürlichen Zentrum des lebendigen Hebraismus; 3. die Kreierung einer kompetenten Behörde in sprachlichen Angelegenheiten; 4. die Begründung eines großen Fonds für hebräische Sprache und Kultur. Es ist den Bemühungen der Leiter der hebräischen Organisation gelangen, den Grundstein zu einem großen hebräischen Verlagsunternehmen zu legen, das als das Finanzinstitut der Orgamsation gedacht ist. Diese Verlagsanstalt, die den Namen „Hatechijah" führt, soll mit einem Stammkapital von Jê 500000 errichtet w erden, das durch Zeichnungen von Anteilscheinen à J6 500 aufzubringen ist. Es sind bisher ca. Jé 150000 gezeichnet worden. Vom 3. bis 6. November 1910 fand in Kiew ein ans allen Teilen Rußlands beschickter Delegiertentag der russischen Landenorganisation für hebräische Sprache und Kultur statt. Die Verhandlungen der Konferenz wurden ausschließlich in hebräischer Sprache geführt. Es wurden Referate erstattet über den Stand der hebräischen Organisation in Rußland und über deren Aufgaben in der nächsten Zukunft. In einem Begrüßungsschreiben legte Dr. Tschlenow (Moskau) der Konferenz nahe, das Verhältnis der hebräischen Organisation zur zionistischen Partei zu präzisieren. Einige Mitglieder der Konferenz, darunter auchBialik, waren der Ansicht, die hebräische Organisation müsse ihr Programm in den Beziehungen zum Zionismus genau festlegen. DieseAngelegenheit wurde einer Kommission zur Beratung übergeben. Es wurden einige Beschlüsse, betreffend den hebräischen Kulturkongreß, gefaßt. Es ist noch die mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede Bialiks, zu erwähnen, die die folgenden Vorschläge enthielt: Schaffungeines nationalen Kanons, Gründung einer Zeitschrift für jüdische Volks- und Sagenkunde, einer Monatsschrift für Fragen der hebräischen Sprache und des hebräischen Stils und einer dritten Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums. Für den Verlag „Hatechijah" wurde unter den Konferenzmitgliedern und Gästen eine rege Propaganda entfaltet, die dem Unternehmen nahmhafte Zeichnungen brachte. Aus dem Gebiete der Kulturarbeit in unserer Berichtsperiode ist die Entwicklung des nationaljüdischen Schulwesens in Palästina besonders zu erwähnen. Das Jaffaer Gymnasium bezog sein eigenes Haus und eröffnete seine sechste Klasse, die hebräische Mittelschule Tachkemoni entwickelte sich in sehr befriedigender Weise. Die Kunstgewerbeschule „Bezalel" wurde weiter ausgebaut und hat sich in ihrer Tätigkeit gut bewährt. Die verschiedenen Bestrebungen, in Palästina ein hebräisches Zentrum zu bilden, haben zur Gründung von einigen Verlagsunter-