Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 30 (sequence 39)
- Language
- German
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— 30 — Er starb in Frankfurt a. M. am 6. Dezember 1910. Diese drei Meister der hebräischen Literatur und Pioniere der palästinensischen Bewegung, deren Verlust wir nur sehr schwer verschmerzen können, waren durch eine Idee, die Idee der Wiedergeburt des jüdischen Volkes und seines Landes, im Leben eng verbunden und „trennten sich voneinander auch nicht im Tode". Gegenüber diesen Verlusten, die eine große Lücke in der jüdischen Geisteswelt gerissen, gewährt es uns Trost und richtet uns auf, wenn wir die fortschreitende Entwicklung unseres nationalen Gedankens nach mehreren Richtungen hin uns vergegenwärtigen. Fast auf allen Linien der jüdischen öffentlichen Betätigung können wir die Tendenz einer entschiedenen Rückkehr zum nationalen Judentum beobachten. Die nationale Idee des Zionismus erobert Schritt für Schritt die jüdische Schule und Gemeinde, prägt ihren Stempel unsern philanthropischen Institutionen auf und wirkt schöpferisch und fruchtbar in allen Gestaltungen des jüdischen Lebens. Die vielen Kräfte, die wir in den letzten Jahren gewonnen, können noch nicht übersehen und richtig eingeschätzt werden, denn es sind die frischen Kräfte der Jugend, die die Keime der Wiedergeburt eines stolzen Judentums in sich tragen; diese Keime können aber erst in der Zukunft zu voller Reife und Entfaltung gelangen. Immerhin können wir jetzt schon mit Sicherheit sagen, daß alles Lebendige und Gesunde, was im Judentum schafft und wirkt, im Zeichen der nationalen und zionistischen Idee steht, die somit sich zur allgemeinen Ausdrucksform unseres Geisteslebens gestaltet. Ohne sich einer Übertreibung schuldig zu machen, kann man mit Genugtuuug feststellen, daß der Assimilationsgedanke heute bereits überwunden ist. Er vermag nicht mehr neue Anhänger zu werben, und es ist nur die Kraft der Trägheit, die ihm noch Dauer gewährt. Der Einfluß des Zionismus, der sich auf weite Kreise erstreckt, ist vornehmlich auf dem Gebiete der jüdischen Kulturarbeit von sichtbarer Bedeutung. Bewußt oder unbewußt werden viele jüdische Organisationen vom Geiste der kulturellen Renaissance getragen. Die meisten Leistungen auf dem Gebiete der jüdischen Kultur, die die letzten Jahre aufzuweisen haben, stehen in direkter oder indirekter Verbindung mit dem Zionismus, mit der nationalen Propaganda, die sich nicht nur auf unsere Organisationszwecke beschränkt. Diese erfreulichen Zeichen des unaufhaltsam vorwärtsschreitenden Nationalisierungsprozesses bieten uns die Gewähr, daß unser Ideal in der geschichtlichen Realität unseres Volkes tief wurzelt. Insbesondere ist der große Aufschwung hervorzuheben, den in den letzten zwei Jahren die Bestrebungen für die Wiederbelebung der hebräischen Sprache genommen haben. Die Überzeugung bricht sich in immer weitem Kreisen Bahn, daß die Förderung der hebräischen Sprache und Literatur zu den ersten Aufgaben der nationalen Arbeit gehört. Ohne eine intensive Pflege unserer